„Dieser Punkt gibt uns ein sehr gutes Gefühl“

Die Stimmen zum Unentschieden gegen Flensburg

Acht Sekunden waren noch auf der Anzeigetafel, als DIE RECKEN beim Stand von 24:25 zum finalen Spielzug gegen die SG Flensburg-Handewitt ansetzten. Sven-Sören Christophersen spielte Lars Lehnhoff auf dem Flügel frei, doch dieser entschied sich nicht für einen Wurf, sondern für ein Kempaanspiel auf Rúnar Kárason, der den Ball an einer verdutzten Flensburger Abwehr und unter dem tosenden Jubel von 3.800 RECKEN-Fans im Kasten von SG-Keeper Matthias Andersson versenkte. „Ich muss die Mannschaft für die Kampfstärke über 60 Minuten loben. Das letzte Tor war auch ein spielerisches Element, auf das wir sehr viel Wert legen“, stellte RECKEN-Trainer Christopher Nordmeyer nach der Partie fest.
Hier geht’s zu den Stimmen zum Spiel:
Christopher Nordmeyer: Ich muss meine Mannschaft für die Kampfstärke über 60 Minuten loben. Wir haben heute über weite Strecken sehr gut verteidigt, was gegen eine taktisch und technisch so versierte Mannschaft wie Flensburg sehr schwierig ist. In der einen oder anderen Situation im Angriff haben wir heute auch das nötige Glück gehabt und uns für den hohen Einsatz, der die Mannschaft bereits seit Wochen auszeichnet, belohnt haben. Ich freue mich, dass uns das letzte Tor auch in dieser Form gelungen ist, weil das ein spielerisches Element ist, das uns sehr wichtig ist. Die Zuschauer waren heute überragend und dann macht es natürlich richtig Spaß, einen für uns sehr wichtigen Punkt zu holen.
Benjamin Chatton: Wir haben einen Punkt gegen Flensburg gewonnen, das ist alles andere als selbstverständlich. Beide Teams haben einen packenden Fight gezeigt und den Zuschauern ein tolles Handballspiel geboten. Unsere Fans haben das der Mannschaft zurückgegeben und waren in der entscheidenden Phase auch ein wichtiger Impulsgeber für die letzten Kräfte, die wir brauchten, um das Remis holen zu können. Dieser Punkt gibt uns ein sehr gutes Gefühl für das Restprogramm und darüber können wir uns nur freuen.
Sven-Sören Christophersen: Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf korrekt wieder. Es war eine sehr kampfbetonte Partie, aber das Resultat geht so in Ordnung, aber wir gehen natürlich mit einem größeren Grinsen vom Spielfeld, da wir zwei Sekunden vor Ende das Ausgleichstor erzielen. Das Tabellenbild ist sehr trügerisch, denn wir sind ganz schön nah unten dran. Wir tun gut daran, den einen oder anderen Punkt noch zu sammeln und vielleicht können wir dadurch auch noch ein Stück weit nach oben klettern.
Rúnar Kárason: Flensburg hat eine sehr gute Mannschaft, gegen die man zu keiner Zeit eines Spiels nachlassen darf. Wir haben immer an uns geglaubt und deswegen ist das Unentschieden auch das gerechte Ergebnis. Wir haben in der Halbzeit die letzte Situation angesprochen, dass wenn der Außen einen engen Wurfwinkel hat, der gegenüberliegende Halbspieler reinspringen soll. Wir nehmen in unserer Situation alle Punkte mit, die wir bekommen können. Gegen Wetzlar müssen wir unbedingt punkten, um die Situation zu beruhigen und eventuell nochmal nach oben schauen zu können.
Lubomir Vranjes (Trainer SG Flensburg-Handewitt): Ich habe zwei Mannschaften gesehen, die sehr gut in der Abwehr gestanden haben und kämpferisch überzeigt haben. Wir haben insgesamt zu viele kleinere Fehler in beiden Halbzeiten gemacht. In einem so engen Spiel kommt es am Ende auf Kleinigkeiten an. Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass wir den letzten Wurf von Hannover nicht unterbinden konnten, auch wenn es ein schönes Tor war. Jetzt werden wir die dreiwöchige Spielpause dazu nutzen, um an den Kleinigkeiten zu arbeiten und diese im Saisonendspurt besser zu machen.
Dirk Schmäschke (Geschäftsführer SG Flensburg-Handewitt): In der Situation, in der wir uns gerade befinden, weiß man nie so richtig, ob man sich über den Punkt freuen sollte oder nicht. Bei mir überwiegt ein wenig der Ärger wegen den letzten 30 Sekunden. Die Mannschaft hat aber gekämpft und wir sind jetzt am Ende einer langen, schweren Phase angekommen und können uns nun drei Wochen auf das Final Four im DHB-Pokal vorbereiten. Das wird uns gut tun und darauf werden uns konzentrieren.
Anders Eggert (LA SG Flensburg-Handewitt): Es fühlt sich natürlich wie ein verlorener Punkt an. Wir hatten das Gefühl, das wir diese Partie gewinnen mussten. Wir wussten, was mit dem Kempa auf uns zukommt, aber Hannover hatte sieben Feldspieler eingesetzt und daher war das nicht einfach zu verhindern. Wir wollen den dritten Platz jetzt bis zum Saisonende verteidigen und auch das Final Four im DHB-Pokal ist noch ein großes Ziel.