Ein gutes Fernsehprogramm

TSV KK schafft nur ein 2:2 gegen neun Letteraner

Einer der nach Letter mitgereisten Fans des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide
brachte es auf den Punkt. Er erwähnte, dass es am Abend noch etwas Lustiges
im Fernsehen geben würde – das Spiel, dem er beiwohnte, trug dagegen nicht
zur Erheiterung bei. Denn da waren die Krähen nahezu 80 Minuten in Überzahl
und mussten über das ernüchternde Endresultat von 2:2 noch froh sein.
Begonnen hatte das Duell zwischen dem Aufsteiger, der SG Letter 05, und dem
Team vom Waldsee turbulent. Schon nach fünf Minuten nutzte die Heimelf die
erste Gelegenheit zum 1:0. Mevlüt Yildirim traf nach einem Eckball per Kopf.
Kurz darauf hatten die Krähen Glück, dass sie kein weiteres Gegentor hinnehmen
mussten. Niels Albrecht, der die Krähenwinkeler Abwehr noch des öfteren vor
große Probleme stellen sollte, traf die Latte. Auf der anderen Seite wurde der
heranstürmende Marc Ulrich durch eine Notbremse von Hüsnü Sabab aufgehalten,
es gab Rot gegen Letters Innenverteidiger. Jan Thiemann nutzte die Überzahl
schon bald aus, und es stand 1:1. Wer jetzt geglaubt hätte, das Spiel würde fortan
vom TSV KK dominiert werden, der sah sich getäuscht. Bis auf einen Thiemann-
Schuss, den Letters Torhüter Patrick Wegener über die Latte lenkte, gab es keine
Möglichkeiten, in Führung zu gehen.
Nach dem Seitenwechsel mussten die Rot-Blauen gar das 1:2 hinnehmen. Björn
Reinhold hatte Ersin Toprakli per Notbremse zu Fall gebracht. Beim fälligen Strafstoß ahnte Krähenwinkels Torhüter zwar die richtige Ecke, dennoch schlug es hinter ihm ein. Neue Hoffnung entstand nach 60 Minuten. Nach einem wiederholten Foulspiel musste mit Resit Sahin ein weiterer Letteraner das Feld verlassen. Die Krähen hatten nun also eine halbe Stunde lang eine doppelte Überzahl. Das musste doch für zwei Tore reichen, so dachten alle, die es mit dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide halten. Aber weit gefehlt. Die Krähen schafften es nicht, trotz der zwei zusätzlichen Akteure Kontrolle über das Spiel zu finden. Die Partie stand ohnehin auf einem niedrigen Niveau und litt zudem unter einem Schiedsrichtergespann, das das Spiel immer wieder unterbrach und nahezu jedem auf dem Feld stehenden Akteur die gelbe Karte zeigte. Es dauerte bis zur 87.Minute, ehe es den Krähen gelang, zumindest einen Punkt mit an den Waldsee zu nehmen. Dem eingewechselten Sascha Daniel gelang das Tor zum Endstand von 2:2. Bezeichnend, dass das Team, das in doppelter Unterzahl zu einem Punkt kam, ebenso enttäuscht war wie das andere. Denn die SG Letter 05 hatte zu neunt durch Max Hepner und Niles Albrecht noch gute Kontermöglichkeiten.
Zum Glück blieben diese ungenutzt, und zum Glück kam irgendwann das abendliche Fernsehprogramm.
Am Sonntag erwartet der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide den Hannoverschen SC am Waldsee. Gegen den Meisterschaftsfavoriten wird eine erhebliche Leistungssteigerung vonnöten sein. Doch vor heimischen Publikum haben die Krähen schon oft überrascht, vielleicht gelingt dieses ja auch am Sonntag.

Mannschaft: Reinhold, Cozzolini (ab 67.Neumann), Prick, Kampe, Sumpf, A.Oliveira,
Schütz (ab 75.Daniel), P.Oliveira, P.Schmidt, Ulrich, Neumann Trainer: Pawlow
Tore: 5. 1:0 Mevlüt Yildirim, 22. 1:1 Jan Thiemann / 52. 2:1 FE Ersin Toprakli,
86. 2:2 Sascha Daniel