Ein packendes Derby

Tor von Sascha Besser entscheidet für Sparta

Die Frage nach dem Favoriten in diesem Vergleich stellte sich eigentlich nicht. Sparta, inzwischen im grauen Mittelmaß der Tabelle verschwunden und durch Abgänge etlicher Spieler während der Winterpause zusätzlich geschwächt, empfing den bisherigen Überflieger der Saison und unangefochtenen Tabellenführer TSV Godshorn. Von Sieg zu Sieg war die Truppe von Guido Schustereit seit einem halben Jahr geeilt und kürzlich auch wieder ins Kreispokal-Halbfinale vorgedrungen. Wer konnte es unter diesen Voraussetzungen Sparta-Coach Cenk Onulmaz verdenken, dass er seinem Team zunächst eine eher defensive Ausrichtung gegen die torhungrigen Angreifer wie Ayhan Yeldan und Stefan Liebig verordnete. Haben diese beiden doch allein bisher mehr Treffer als die gesamte Elf vom Silbersee erzielt. Nach einer Viertelstunde mit leichter Dominanz der Gäste wagten sich auch die Schwarz-Gelben nach vorn und Maurizio Meloni wäre aus heiterem Himmel fast der Führungstreffer gelungen, fand allerdings in Godshorns Keeper Blochwitz seinen Meister. Auf der Gegenseite stand dem Thomas Möller nichts nach, der nacheinander hochkarätige Chancen von Liebig und Yeldan vereitelte. Und das Sprichwort vom Glück des Tüchtigen bewahrheitete sich in der 28. Minute, als Krauses Schuss vom Pfosten zurück ins Feld sprang. Die unterhaltsame und jederzeit spannende Partie blieb bis zum Seitenwechsel torlos und es hatte den Anschein, dass die energische Gegenwehr der Spartaner sowohl die Aktiven als auch Godshorns zahlreichen Anhang durchaus beeindruckte.
Der Spitzenreiter gab auch nach Wiederanpfiff den Ton an, aber die verbalen Streicheleinheiten von Cenk Onulmaz in der Pause verfehlten ihre Wirkung bei seiner Mannschaft offensichtlich nicht. Diszipliniert und mit hohem Einsatz stemmten sich die Hausherren gegen die teilweise überhastet vorgetragenen Angriffe. Das Mitwirken des Langzeitverletzten Marc-Philipp Wilsch auf der linken Abwehrseite trug wesentlich zur Stabilisierung bei und auch der Winter-Neuzugang Blend Haxhijo agierte auffällig im Mittelfeld. Eine gewisse Nervosität war nun beim Primus unübersehbar, das Auslassen einer Großchance durch Krause freistehend vom Fünfmeterraum dokumentierte dies nach 55 Minuten. Wie aus wenig mehr entstehen kann, demonstrierten die Spartaner nachhaltig nur drei Minuten später. Zunächst war ein Freistoß Emre Geltetiks noch zur Ecke abgewehrt worden doch die anschließende Hereingabe beförderte Sascha Besser reaktionsschnell per Kopf zum umjubelten 1:0 über die Torlinie. Godshorn blieb gegen die nun tief stehenden Platzherren zwar am Drücker, mit dem Tore-Schießen wollte es indes weiterhin an diesem Tage nicht klappen. Die mannschaftliche Geschlossenheit der Schwarz-Gelben, bei denen Thomas Möller und Benjamin Einenkel noch herausragten, gab letzten Endes den Ausschlag für ein unerwartetes Erfolgserlebnis. In der hektischen Schlussphase handelte sich Geltetik wegen vermeintlicher Schwalbe noch eine Ampelkarte ein, aber auch in Unterzahl brannte nichts mehr an. In ihrem Resümee waren sich beide Trainer einig: „Das 1:0 war glücklich, aber nur Tore zählen in der Endabrechnung!“
Der klare 5:0-Erfolg der Vorrunde im Heimspiel gegen den SC Garbsen sollte die Spartaner beim Rückspiel am kommenden Sonntag am Planetenring in Garbsen nicht zur Überheblichkeit veranlassen. Die Gastgeber haben zuletzt mit guten Ergebnissen aufhorchen lassen und liegen aktuell nur zwei Punkte hinter der Silbersee-Elf. Spielbeginn: 15 Uhr.

Sparta: Thomas Möller, Emre Geltetik , Benjamin Einenkel, Marc-Philipp Wilsch, Torsten Funke, Maurizio Meloni (76. Minute Alexander Luft), Güngör Erdogan, Blend Haxhijo, Frank Damitz (83. Minute Yavus Agirman), Christian Kreil, Sascha Besser.
TSV Godshorn: Patrick Blochwitz, Kevin Gellrich, Jonas Weyel, Alexander Müller (74. Minute Janik Hartmann), Sven Kothe, Dennis Wegner, Stefan Liebig, Jasper Fürst, Ayhan Yeldan, Jan Krause, Julian Linnenbring (65. Minute Lennart Kiehn).