Einbruch nach dem ersten Gegentor – für die Krähen wird die Luft dünner

Nach weiterer Niederlage braucht KK nun im Heimspiel dringend Punkte

Für den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide hat sich die Situation im Abstiegskampf der
Fußball-Landesliga am letzten Wochenende noch einmal verschlechtert. Die Mannschaft
kassierte beim HSC Blau-Weiß Schwalbe Tündern eine 0:3-Niederlage und hat nach den
weiteren Ergebnissen des Spieltags bereits fünf Punkte Rückstand auf den ersten
Nichtabstiegsplatz.
Dass es gegen die Gastgeber von der Weser, die die Krähen in der Kampfbahn Hameln
empfingen, schwierig würde, war vorauszusehen. Tündern befindet sich seit Wochen in
starker Form und findet sich in den vorderen Rängen der Landesliga wieder. Zudem
sind sie mit ihrem Platz wohlvertraut, der sehr holprig ist und von vielen Anwesenden
nicht zu Unrecht als „Acker“ bezeichnet wurde. Dennoch hegte man seitens des TSV KK Hoffnungen auf eine Überraschung. Vielleicht, so die Überlegungen vor dem Anpfiff, käme dem Waldsee-Team ja die Tatsache zugute, dass Tündern oftmals Probleme mit Mannschaften aus der unteren Tabellenregion habe. „Gegen die Kellerkinder tun wir uns immer sehr schwer“, machte sich Tünderns Pressesprecher Willi Gurgel vor dem Spiel Sorgen. Eine Halbzeit lang schien dieses Wissen in den Hinterköpfen der heimischen Spieler vorhanden zu sein. Denn die Schwalben agierten oftmals recht unsicher. Die Krähen begannen recht ordentlich. Da aber auch ihr Spiel nicht frei von Fehlern war, entwickelte sich ein ausgeglichenes Duell auf einem schwachen Niveau. Der TSVKK drang zweimal aussichtsreich in den gegnerischen Strafraum hervor. Renè Legien hatte sich in der 25. Minute gut nach vorne gearbeitet, doch fehlte seinem folgenden Torschuss die nötige Härte. Und ein Freistoß durch Philipp Schmidt in der 32. Minute von halbrechts blieb ohne Effekt. Auch Tündern hatte vor dem Seitenwechsel einige wenige Möglichkeiten – meistens entstanden diese durch Fehler der Krähen. Am gefährlichsten wurde es, als der TSV KK den Ball im Mittelfeld an Kris-Lennart Müller verlor, der sich sogleich in Richtung Gästetor aufmachte. Er zielte jedoch genau in die Arme von Jan Helms, so dass der Krähenkeeper in dieser Szene keine großen Probleme hatte. Als es in die Kabinen ging, stand es 0:0, und aus rot-blauer Sicht schien es weiterhin im Bereich des Möglichen zu liegen, gegen einen nicht überzeugenden Gegner auswärts zu punkten.
Doch zehn Minuten nach Wiederanpfiff folgte der nächste Rückschlag. Nach einem Eckball
traf Lukas Kramer zum 1:0 für die Blau-Weißen. Für den TSV KK stellte dieser Treffer
bereits das vierte Gegentor nach einer gegnerischen Ecke innerhalb von vier Tagen dar.
Mehr und mehr kippte das zuvor ausgeglichene Spiel nun in Richtung der Heimelf. Während Tündern immer sicherer wurde, ließen die Krähen fortan einiges vermissen. In allen Mannschaftsteilen häuften sich die Fehler; das Zweikampfverhalten wurde schwächer, die Überzeugung und die notwendige Aggressivität im Abstiegskampf waren nicht zu erkennen, und mit jeder misslungenen Aktion schien das Selbstvertrauen wieder ein Stück zu schwinden. Blau-Weiß Tündern dominierte die Partie fortan und kam zu zahlreichen Torchancen. Eine Ecke wurde von Tim Piontek so scharf getreten, dass der Ball auf der Latte landete. Und kurz darauf stand das Krähenwinkeler Tor unter einem einmütigen Dauerbeschuss. In diesen sechzig Sekunden feuerten die Gastgeber gleich drei Schüsse ab. Den ersten konnte Helms parieren, den nächsten köpfte Andreas Bart von der Torlinie, und schließlich verhinderte der Torpfosten den Einschlag. Dieser erfolgte dann in der 72. Minute. Nach einer Linksflanke stand Robin Tegtmeyer völlig frei. Ein Gegenspieler war nicht in seiner Nähe auszumachen, und so konnte der Tünderaner ungehindert das 2:0 schießen. Als der kurz zuvor eingewechselte Ugur Aydin kurz darauf zum 3:0 traf, war das Spiel endgültig entschieden. Immerhin hatte der TSV KK noch eine eigene Torchance, als Renè Legien, der einst selbst für Tündern gespielt hatte, nach einer Vorlage von Felipe-Marcel Böttcher das Lattenkreuz traf.
Im nächsten Spiel ist eine deutliche Steigerung vonnöten. Diese will die Mannschaft
mit der Unterstützung des eigenen Publikums im Rücken unbedingt schaffen. Am
Waldsee geht es am nächsten Sonntag, 14. Oktober, um 15 Uhr gegen die SpVgg
Bad Pyrmont.
Mannschaft: J. Helms, Hübner (ab 80. Heider), Bart (ab 80. Frercks), S. Helms, Pfeuffer,
Schorler, Legien, Trollmann (ab 75. Reck), Böttcher, Schmidt, Kunstmann; Trainer: Przyklenk; Tore: 55.1:0 Lukas Kramer, 72.2:0 Robin Tegtmeyer, 75.3:0 Ugur Aydin.