Eisenbahner in die Schranken verwiesen

Die beiden Teams kämpften am Waldsee verbissen gegeneinander.Foto: O. Krebs

2:0 gegen Lehrte: starker TSV KK-Sieg mit bitterem Wermutstropfen

Das Fußballspiel in der Bezirksliga, das am letzten Sonnabend am Waldsee ausgetragen wurde, war als das Spitzenspiel des 14. Spieltags ausgerufen worden - und machte dieser Bezeichnung alle Ehre. Als Tabellendritter ging der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide in das Duell mit seinem Verfolger FC Lehrte. Nach dem Spiel durfte sich der TSV KK für eine Nacht Spitzenreiter nennen. Das Trainerteam hatte sich intensiv auf das Duell mit den Eisenbahnstädtern vorbereitet. Einige Tage vorher mussten die Krähen registrieren, dass Philipp Schmidt aufgrund einer Verletzung nicht zur Verfügung stehen würde. Als die Nummer 18 zuletzt ausfiel, gab es eine bittere Niederlage. Dass die Mannschaft fest entschlossen war, dieses kein zweites Mal zuzulassen, war ihr von Anfang an anzumerken. KK setzte die Lehrter gleich unter Druck und gelang einige Male in den gegnerischen Strafraum, noch ohne zu einem erfolgreichen Abschluss zu kommen. Auch der FC spielte mit offenem Visier, so dass sich eine von beiden Seiten intensiv geführte offensive erste Halbzeit entwickeln konnte, von den Gästen aus Lehrte im gesamten Spielverlaufallerdings teilweise zu intensiv und hart. Dass es viele Torraumszenen geben würde, konnte man anhand der Tatsache, dass beide Teams in den bis dahin absolvierten 14 Spieltagen zusammen 88 Tore zustande brachten. Als die Schiedsrichterin in die Kabinen bat, stand es jedoch noch 0:0. Auf Krähenwinkeler Seite mögen manche Anhänger bei aussichtsreichen Freistößen Philipp Schmidt vermisst haben, dessen Stärke bei ruhenden Bällen seinesgleichen sucht. Am dichtesten an seinen Freistoß-Qualitäten war in der 40.Minute Giovanni Costa, dessen Versuch knapp über das Tor ging. Aus dem Spiel heraus gab es zudem nach einer halben Stunde ein schönes Costa-Zuspiel über gegnerische Köpfe hinweg zu Adrian Zimmermann, dessen starker Schuss von Lehrtes Keeper Lars Triebe glänzend gehalten wurde. Im Nachsetzen scheiterte Wladislaw Schmidt knapp. Später setzte Marc Ulrich den Ball mit dem Hinterkopf an die Latte. Auf der anderen Spielfeldseite glänzten die Abwehrspieler des TSV KK gegen diese so starke Lehrter Angriffsreihe. Paulo Oliveira fing anfangs per Kopf eine vielversprechende Lehrter Flanke ab, später gelang ihm gegen Michael Fitzner eine reaktionsschnelle Fußabwehr. André Ulrich blieb in den Zweikämpfen souverän und verhinderte manchen FC-Angriff. Und Torhüter Jan-Hendrik Helms war zweimal mit einer Hand zur Stelle. Dann musste das Team jedoch eine bittere Hiobsbotschaft verkraften. Adrian Zimmermann verdrehte sich ohne Fremdeinwirkung das Knie und musste mit Verdacht auf Kreuzbandriss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein Schock für alle, die es mit den Rot-Blauen halten. Nach dem an einem Kreuzbandriss laborierenden Innenverteidiger Timo Schmidt sowie Außenverteidiger Sebastian Helms, der vor einigen Monaten einen Nierenriss erlitten hatte, ist Zimmermann bereits der dritte Langzeitverletzte des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide.
Umso bemerkenswerter war das, was das Team am Sonnabend in der zweiten Halbzeit zeigte. Die Krähen boten sicherlich auch für ihre Nummer Acht einen großartigen Kampf. Niemand lässt sich gesondert hervorheben, jeder einzelne Akteur im TSV KK-Triktot gab 100 Prozent, jeder war für den anderen da. Die entscheidenden Szenen spielten sich in der Frühphase des zweiten Spielabschnitts ab. Nach einem Foul an Marc Ulrich im Strafraum verwandelte der Gefoulte den fälligen Elfmeter selbst zum 1:0. Wenig später bekam auch der FC einen Strafstoß zugesprochen. Jetzt schlug die Stunde von Jan-Hendrik Helms. Den Schuss von Lehrtes Torjäger Patrick Heldt parierte Helms großartig mit einer Hand und sorgte so für einen big point dieser Partie. Kurz darauf hätte Philipp Schütz nach einer gekonnten Ablage von Lauri Schwitalla für den zweiten Treffer sorgen können, scheiterte jedoch an Triebe. Bei der nächsten Gelegenheit konnte Lehrtes Torhüter jedoch überwunden werden. Wladislaw Schmidt spielte den Ball in der 64. Minute quer zu Marc Ulrich, und der Stürmer schob elegant zum 2:0 ein. Ein Heber von Philipp Schütz zu Marc Ulrich, dessen folgender Schuss vorbeiging, Giovanni Costas Freistoß, der einen Hauch an der Torlinie vorbeistrich und Lauri Schwitallas Torschuss von rechts, der sein Ziel knapp verfehlte, waren weitere von vielen Höhepunkten dieser Begegnung, die sicherlich Landesliga-Niveau hatte und die mit einem verdienten und umjubelten 2:0-Sieg für den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide endete. Der letzte Hinrundenspieltag führt den TSV KK am kommenden Sonntag, 16. November, zum SV Damla Genc Hannover. Ein Spiel, das unter ganz anderen Vorzeichen steht. Die Hannoveraner sind Tabellenletzter, haben sich nach großen Schwierigkeiten zu Saisonbeginn zuletzt jedoch im Aufwind befunden. Das Match wird auf der Sportanlage an der Buschriede ausgetragen und beginnt um 14 Uhr.
Mannschaft: J. Helms, Tegtmeyer, Heider, Oliveira, A. Ulrich, Costa (ab 90.Sachse), Schütz, Zimmermann (ab 42. Kiehn), Schwitalla, W. Schmidt (ab 77.Bart), M. Ulrich; Trainer: Schülke; Tore: 51. 1:0 Foulelfmeter Marc Ulrich, 64.2:0 Marc Ulrich besonderes Vorkommnis: 57. J.Helms (TSV KK) hält Foulelfmeter von Patrick Heldt.