Elfmeterkiller am Waldsee

Halbfinale des Bezirkspokals erreicht

Waldseestadion Krähenwinkel am 1. Mai um 17 Uhr: Ferdinando Cozzolino geht zum
Elfmeterpunkt. Er weiß, dass er den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide mit seinem Schuss 21 Jahre nach dem letzten Pokaltriumph wieder in ein Halbfinale des Bezirkspokals befördern kann. Cozzolini trifft - und verschwindet in einer rot-blauen Jubeltraube glückseliger Menschen. Es war der Sieg im Viertelfinale über den TuS Garbsen, und dieser wurde schwer erkämpft. Mit den Grün-Weißen war ein Klassengefährte zu Gast, der in der Tabelle unterhalb des TSV KK zu finden ist. Dennoch kam es vor gut besuchten Rängen zu einem offenen Schlagabtausch. Garbsen hatte durch einen Freistoß von Jan Hermerding und einem Schuss von Toprakli Adil erste Gelegenheiten, denen die Krähen in nichts nachstanden - etwa, als Philipp Schmidt den Pfosten traf. Das Tor fiel dann in der 37. Minute zugunsten der Heimmannschaft. Eine Flanke von Philipp Schmidt verwertete Thomas Neumann sehenswert im Fallen aus der Luft zum 1:0. Der TuS Garbsen ließ sich dadurch jedoch keineswegs verunsichern. Im Gegenteil, Garbsen erhöhte den Druck, besaß noch vor der Pause einen gute Freistoßmöglichkeit, die KK-Keeper
Leon Burkert sicher entschärfte, und schaffte kurz nach dem Seitenwechsel den
Ausgleich. Kapitän Florian Zinkmann steuerte den Treffer bei. Auch weiterhin war
dieses Viertelfinalspiel äußerst ausgeglichen. So vergaben auf Seiten der Hausherren Sascha Daniel, Candy Walter und Thomas Neumann gute Gelegenheiten, während der TuS einen weiteren aussichtsreichen Freistoß durch Maximilian König nicht nutzen konnte. Doch in der 70.Minute machte es König besser. Der Garbsener traf unten rechts, und der TSV KK befand sich im Rückstand. Sollten die Krähen nach dem 1:4 im Punktspiel gegen Damla an diesem Maifeiertag etwa erneut mit einer Niederlage vom Platz gehen? Trainer Bastian Schülke bewies das richtige Gespür. Er brachte Lars Leymann ins Spiel. Und wenige Minuten später war es Leymann, der mit einem Traumtor für das 2:2 sorgte. Aus 16 Metern nahm er den Ball volley, feuerte einen fulminanten Schuss ab und brachte das Tornetz zum Zappeln. In der Schlussphase drängten die Krähen auf das 3:2, das jedoch trotz guter Gelegenheiten nicht mehr fiel. So musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Als Garbsens Torhüter Maik Duchrow den ersten Schuss von Benjamin Sumpf parieren konnte, stockte so manchem aus dem rot-blauen Lager der Atem. Jedoch nicht Keeper Leon Burkert. Der Schlussmann holte den Schuss von Bertan Topuz heraus, alles war wieder offen. Dime Koneski sorgte danach für den ersten Treffer. Dann postierte sich wieder Burkert und sah dem Schuss von Bastian Franke entgegen. Und erneut blieb der TSVKK-Torwart Sieger. Sven Kampe sorgte anschließend in souveräner Manier für das 4:2. Für Garbsen folgte der dritte Versuch. Burkert hatte tief in die Trickkiste gegriffen, was Maximilian König wohl so beeindruckte, dass er den Ball neben den Pfosten setzte. Jetzt war es an Ferdonando Cozzolino, für die endgültige Entsscheidung zu sorgen. Der Italiener traf, passenderweise an seinem Geburtstag, und das Spiel war
entschieden. Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide steht ebenso im Halbfinale wie der
SC Harsum, der TSV Wetschen und der STK Eilvese. Spieltermin ist am zweiten Wochenende im Juni. Dann wird auch wieder Leon Burkert dabei sein, der auf den Spuren eines Thorsten Frank wandelt. Thorsten Frank war in der Saison 1990/1991 Torhüter beim TSVKK. Er war ein regelrechter Elfmeterkiller, parierte Strafstöße en masse, die den Weg zum Bezirkspokalsieg, zum Landespokal und bis in die DFB-Pokal-Hauptrunde ebneten. Jetzt hat der Waldsee wieder einen Elfmeterkiller – wer weiß, wie weit der Weg diesmal geht.

Mannschaft: Burkert, Sumpf, Cozzolino, T.Schmidt, Koneski, A. Oliveira (ab 77. Leymann), Kampe, P. Schmidt, Walter, Ulrich (ab 55.Daniel), Neumann Trainer: Schülke.
Tore: 37.1:0 Thomas Neumann, 49.1:1 Florian Zinkmann, 70.1:2 Maximilian König,
84.2:2 Lars Leymann sowie Koneski, Kampe und Cozzolino im Elfmeterschießen