Freistoß in Messi-Manier

4:1: Sparta überwindet hohe Hürde in Mandelsloh

„Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, weil wir hier einigermaßen unbeschadet davongekommen sind!“ Die Erleichterung von Spartenleiter Ingo Schmeisser nach Spielschluss sprach Bände. Allerdings bezog sich seine Aussage weniger auf das Endergebnis als auf die Tatsache, dass sich die Spartaner glücklich schätzen konnten, nicht einige schwerwiegende Verletzungen kassiert zu haben. Mit rustikalem Einsteigen hatte das, was sich die Platz-Elf über 90 Minuten erlaubte, nichts mehr zu tun, es grenzte vielmehr an vorsätzliche Körperverletzung. Und all dies unter den Augen eines Unparteiischen, der eine sehr eigenwillige Regelauslegung offenbarte. Es wird sein Geheimnis bleiben, ob dabei auch eine Rolle spielte, dass er offensichtlich Duzfreund mehrerer Spieler der Heimmannschaft war. Unter diesen erschwerten Bedingungen ist es umso höher zu bewerten, mit welcher Souveränität und Abgeklärtheit die Schwarz-Gelben auch diese Hürde beim bisherigen Tabellendritten meisterten.
Es hatte sich wohl bis nach Mandelsloh herumgesprochen, dass Spartas Nummer 21, Dennis Schweer, nicht nur Dreh- und Angelpunkt des Teams ist, sondern gleichermaßen gefährlicher Torschütze mit bisher acht Saisontreffern. Dementsprechend wurde er unentwegt mit allen Mitteln bearbeitet und dabei im Laufe der Partie gut ein Dutzendmal unfair von den Beinen geholt. Allerdings beherrscht der Torjäger auch den sogenannten ruhenden Ball. Dies stellte er in der achten Minute unter Beweis, als er einen an ihm verursachten Freistoß aus 20 Metern in die Maschen setzte. Mit der Führung im Rücken bestimmten die Spartaner optisch nun das Geschehen, ohne allerdings gegen die nicht zimperlich eingreifenden Abwehrrecken der Platzherren zu zwingenden Aktionen zu kommen. Wie es geht, mit einfachsten Mitteln erfolgreich zu sein, zeigten die Hausherren in der 26.Minute. Langer Ball in die Spitze, sich robust im Zweikampf durchsetzend; TV-Stürmer Demiray durfte anschließend den überraschenden Ausgleich bejubeln. Es passte zu den ominösen Entscheidungen des Schiris, dass er zuvor ein klares Foul an Stanislaus Vetter übersah.
Den Weckruf von Spartas Trainergespann Marek/Burgmüller während der Halbzeitpause hatte offenkundig Wirkung hinterlassen. Die Ansage, eigene Angriffe konsequenter über die Flügel zu Ende zu spielen sowie schneller den Abschluss zu suchen, war gegen die hölzern wirkenden Abwehrspieler das geeignete Rezept. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff verwertete der lauffreudige Bilel Khlifi einen Abpraller zum 1:2, Daniel Hupp hatte den Ball zuvor gegen den Querbalken geköpft. Den unstrittigen Höhepunkt dieser Auseinandersetzung lieferte die 55.Minute. Schweer, vorher wie so oft rüde zu Fall gebracht, nahm per Freistoß aus 25 Metern Maß und beförderte das Spielgerät in Messi-Manier exakt und unhaltbar in den Torwinkel. Sein zehnter Treffer im siebenten Spiel! Die Schwarz-Gelben mussten danach zwar noch einige wütende Attacken überstehen, aber die Aktionen der Platzherren waren zu überhastet und planlos angelegt, um das sichere Abwehrbollwerk der Silbersee-Elf zu sprengen. Besser machte es Waldemar Reimche, der sich in der 86.Minute für seinen Einsatz belohnte und einen Konter mit einem prächtigen Distanzschuss zum 1:4 abschloss.
Am Sonntag um 15 Uhr gastiert der SV Resse auf dem Sportplatz am Silbersee. Das Team rangiert im Tabellen-Mittelfeld (Rang 10) und gilt als besonders abwehrstark.
Aufstellung Sparta: Marcel Quarg; Alexander-Roman Kuba, Sven Hoffmann, André Lange, Bilel Khlifi, Stanislaus Vetter (77. Minute Jeffrey-Appiah Stock), Christian Hauptig (46. Minute Levent Sönmez), Kai-Carsten Stock, Thomas Puscher (23. Minute Daniel Hupp), Dennis Schweer, Waldemar Reimche.