Furioser Start auf Kunstrasen

Sparta beim 8:1 in Havelse nicht zu bremsen

Ob sie eventuell von dem Langenhagener Schützenfest, das am kommenden Wochenende stattfindet, animiert wurden ist nicht überliefert, jedenfalls starteten die Spartaner ein ebensolches zum Punktspiel-Auftakt bei der Reserve des TSV Havelse. Mit einem nicht in dieser Deutlichkeit erwarteten Kantersieg setzte die Elf vom Silbersee nicht nur ein Signal an die Mitkonkurrenten, sondern sich gleichzeitig an die Tabellenspitze. „Von mir aus könnte die Saison jetzt beendet sein“, scherzte ein zufriedener Jamal Miri. Spartas Coach war allerdings auch Realist genug, diesen Erfolg gegen eine äußerst schwache Heimmannschaft nicht über zu bewerten, deren bester Spieler dabei noch Torhüter Nick Heller war. Nach dem schwachen Auftritt beim Pokal-Aus in Kleinburgwedel hat die Multi-Kulti-Truppe von Miri in dieser Partie auf jeden Fall die richtige Reaktion gezeigt.
Ein leichtes Unbehagen spürte man bei den Schwarz-Gelben beim Anpfiff von Schiri Uwe Vogt, denn bei besten äußeren Bedingungen wurde diese Partie auf dem Kunstrasen-Platz ausgetragen. In der Vergangenheit nicht unbedingt ein Untergrund, auf dem jemals besonders geglänzt werden konnte. Die völlig neu formierten Spartaner, immerhin mit Spielern aus neun verschiedenen Nationen im Aufgebot, hatten dieses Mal jedoch das richtige Rezept parat: Flaches Kurzpass-Spiel und immer wieder schnelles Umschalten über die Außenpositionen. Die Ballbesitz-Quote lag mittlerweile jenseits 70 Prozent, nur mit dem Abschluss wollte es zunächst nicht so recht klappen. So fand der bewegliche Yigit Arslan in der achten Minute seinen Meister in TSV-Keeper Heller und auch Cem Erkans Schuss blockte zwei Minuten später ein Verteidigerbein gerade noch ab. Erst in der 23. Minute die längst überfällige Führung, eingeleitet durch einen weiten Abschlag von Benjamin Hotze, den Erkan mit einem satten Volleyschuss unter die Latte zum 0:1 versenkte. So einfach kann Fußball sein! Als Ümit Topal aus Spartas Kreativ-Zentrale nach einer halben Stunde einen Eckball gefühlvoll an den Fünfmeter-Raum hob, war der aufgerückte Kai-Steven Lawrence per Kopf zur Stelle und vollendete zum 0:2, dem erneut Arslan noch vor der Pause den dritten Treffer folgen ließ (38.Minute). Wiederum hatte der spielfreudige Topal maßgerecht vorgelegt. Die Gegenwehr Havelses hielt sich im ersten Abschnitt in Grenzen, was wohl am besten dadurch dokumentiert wurde, dass Torwart Hotze nicht ein einziges Mal ernsthaft eingreifen musste! Umso überraschender der Anschlusstreffer für die Hausherren fünf Minuten nach dem Seitenwechsel durch einen Kopfball von Max Rainer. Für ein nachhaltiges Aufbäumen sorgte dieses Erfolgserlebnis jedoch nicht, im Gegenteil, mit einem spektakulären Schuss, Marke Tor des Monats, stellte Topal wieder den alten Vorsprung her. Fortan spielte nur noch eine Mannschaft, nämlich die Silbersee-Elf. Arslan erhöhte sein Tor-Konto leicht und locker auf drei Treffer (65. und 74. Minute), wobei sich Trainer Jamal Miri selbst noch als Vorlagengeber auszeichnen konnte.
Bei etwas konsequenterer Spielweise wäre gegen die resignierenden und auch konditionell überforderten Gastgeber sogar ein zweistelliges Ergebnis möglich gewesen. So blieb es nach Toren von Topal (82. Minute) und Rinaz Ossman (86. Minute) beim 8:1 für Sparta. Ein Sonderlob verdiente sich der Unparteiische, der ohne Assistenz an den Außenlinien auskommen musste und diese Partie dank großem Laufpensum souverän und mit nur einer gelben Karte über die Runden brachte.
Zum ersten Heimspiel der neuen Saison erwarten die Spartaner am Sonntag um 15 Uhr den TSV Otternhagen an der Emil-Berliner-Straße. Die Mannschaft aus dem Neustädter Ortsteil ist mit einer 0:5-Niederlage zu Hause gegen SV Türkay Sport Garbsen in die neue Spielzeit gestartet und für Sparta zum ersten Mal überhaupt Gegner in einem Punktspiel. Mit einem weiteren Erfolg würde man sich gleich zu Beginn an der Tabellenspitze festsetzten.

Aufstellung: Benjamin Hotze; Tufan Akca, Danijel Toroman, Bilel Khlifi (65. Minute Taufick Saado), Ümit Topal, Patrick Brodersen, Kai-Steven Lawrence, Jonas Tekeste, Cem Erhan (70. Minute Jamal Miri), Yigit Arslan, Mario Mazzeo (70. Minute Ossman Rinaz).