Gezittert, gewankt, und dann kommt Pigors

Fußball-Landesligist TSV KK steht im Pokal-Halbfinale

Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide hat das Halbfinale im Wettbewerb um den Fußball-Bezirkspokal erreicht. Die Krähen gewannen beim TuS Garbsen mit 4:3 nach Elfmeterschießen.
Vier Tage nach der bösen 0:5-Klatsche im Aufstiegsrundenspiel zur Oberliga gegen den TSV Pattensen traten die Krähen zum Pokal-Viertelfinale beim TuS Garbsen an. Der TuS bestreitet momentan die Aufstiegsrundenspiele zur Landesliga und möchte nach mehrjähriger Abstinenz bald in die Beletage des Fußballbezirks zurückkehren. Somit stand ein interessanter Vergleich bevor. Für den TSV KK galt es, sich deutlich besser zu präsentieren als zuletzt, um nach vier sieglosen Pflichtspielen zu zeigen, dass man noch gewinnen kann. Doch dann geriet das Waldsee-Team früh in Rückstand. Bereits in der fünften Minute erzielte der TuS nach einem Freistoß von der linken Seite das 1:0 durch Halil Aydemir. Mit der Führung im Rücken lieferten die Grün-Weißen von da an eine engagierte Vorstellung. Sie stellten sich dem klassenhöheren Gegner konsequent in den Weg, waren stets nah an ihren Gegenspielern und kreierten weitere Torchancen. Ein Freistoß von Luca Wiesberg flog knapp oben links über das Tor. Die Krähen fanden ihrerseits überhaupt nicht ins Spiel, wirkten lange Zeit ideenlos und ließen eine Steigerung gegenüber dem Pattensen-Spiel vermissen. Bezeichnend dafür, dass Garbsens Niklas Preuß in der 30.Minute ohne jedweden Gegenspieler aus bester Position völlig frei zum Abschluss kommen konnte. Dem Schuss fehlte es jedoch an der nötigen Wucht, so dass KK-Keeper Andre Pigors ihn problemlos parieren konnte. Besser machten es die Krähen in der Schlussphase der ersten Halbzeit bei den Standardsituationen. Im Anschluss an einen Eckball von Lukas Schorler vergab Tristan Schmidt, und nach einem Freistoß von Jannis Neugebauer köpfte Maximilian König über das Tor. Und dann kam es zu einer kuriosen Szene. Garbsen hatte eine Dreifachchane. Der Ball landete am Pfosten, den Abpraller wehrte Pigors ab, den nochmaligen Abpraller rettete König ins Toraus.
Auch nach dem Seitenwechsel waren die Krähen mit dem Glück im Bunde. Denn sie konnten einen aussichtsreichen Garbsener Angriff nur durch ein Foul stoppen. Doch der erwartete Pfiff des Unparteiischen blieb aus. Ihrerseits zeigten sich die Rot-Blauen in der zweiten Halbzeit etwas verbessert. Die Standards kamen an diesem Nachmittag gut. Nach einem Neugebauer-Freistoß traf Marcel Kunstmann die Latte, den abprallenden Ball schoss Christopher Marre aus kurzer Distanz über den Kasten. Nach rund 70 Minuten gab es für den TSV KK dann auch eine herausgespielte Möglichkeit. Kunstmann hatte Felipe-Marcel Böttcher auf der rechten Seite auf die Reise geschickt. Böttcher ließ eine präzise Flanke folgen, den folgenden Schuss von Schorler konnte TuS-Torhüter Kevin Kanika parieren. Zudem verpasste Patrick Schuder eine scharfe Hereingabe von Böttcher knapp. Garbsen ließ sich jedoch nicht aus dem Spiel bringen und kombinierte sich immer wieder geschickt durch die Krähenwinkeler Hintermannschaft. Zehn Minuten vor dem regulären Ende resultierte aus einem dieser Angriffe eine gute Gelegenheit für Dustin Quast. Es blieb vorerst beim Spielstand von 1:0. Die Krähen bieben im Spiel, doch langsam rann ihnen die Zeit davon. Die Nachspielzeit begann, und der TSVKK stand kurz davor, beim Bezirksligisten aus dem Pokal auszuscheiden. Doch dann kam die 92.Minute und mit ihr ein Eckball für Krähenwinkel. Neugebauer brachte den Ball vor das Tor, und Christopher Marre schraubte sich hoch, um doch nach das 1:1 zu erzielen. Erleichterung beim TSVKK, der noch einmal Glück hatte, als der TuS kurz vor dem Abpfiff eine Riesenmöglichkeit zum 2:1 ausließ. Somit musste die Entscheidung vom Elfmeterpunkt gefällt werden. Tobias Quast für Garbsen und Alexander Dosch für KK verwandelten die ersten Schüsse sicher. Dann wehrte Andre Pigors den Schuss von Daniel Thomaschewski ab. Tim Hübner scheiterte an der Latte, und alles war wieder offen. Und dann schlug erneut die Stunde von Andre Pigors. Garbsens Justin Fehder hatte den Ball gut aufs Tor gebracht, doch Pigors tauchte nach links unten ab und parierte den Schuss überragend. Im Anschluss verlud Lukas Matz Garbens Keeper Kevin Kainka. Felix Avila konnte für den TuS ausgleichen. Kevin Malarowski brachte die Krähen mit 4:3 nach vorne. Zum fünften Elfmeter legte sich Halil Aydemir den Ball auf den Elfmeterpunkt. Der ehemalige Krähenwinkeler schoss über das Tor - und die Krähen waren eine Runde weiter. Die Mannschaft wusste, bei wem sie sich zu bedanken hatte. Andre Pigors war der Matchwinner und wurde von seinen Mitspielern entsprechend gefeiert. Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide steht im Halbfinale und kann nach den Titelgewinnen von 1991 und 2019 sowie dem per Los gewonnenen Pokalsieg 2020 von einem weiteren Triumph träumen. Am 29.Mai tritt der TSV KK zum Halbfinale beim SVBE Steimbke an. In der Ausftiegsrunde zur Oberliga geht es für den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide am Sonntag, den 24.April um 15 Uhr mit einem Auswärtsspiel beim STK Eilvese weiter. Einen Tag vorher kann Krähenwinkels zweite Mannschaft einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft machen. Das Team von Trainer Antonio Oliveira trifft am 23.April um 15 Uhr am heimischen Waldsee auf den TuS Kleefeld.
Mannschaft: Pigors, Hübner, Dosch, König, Marre, Schorler (ab 80.Pfeuffer), Neugebauer, Böttcher (ab 84.Matz), Schmidt (ab 67.Schorler), Owusu (ab 46.Malarowski), Kunstmann Trainer: Preuß Tore: 5.1:0 Halil Aydemir, 92.1:1 Christopher Marre Elfmeterschießen: 2:1 Tobias Quast, 2:2 Alexander Dosch, Pigors hält, Hübner trifft die Latte, Pigors hält, 2:3 Lukas Matz, 3:3 Felix Avila, 3:4 Kevin Malarowski, Aydemir verschießt