Grenzenloser Jubel am Waldsee

Der TSV KK hat den Pott: Zum zweiten Mal in ihrer Vereingeschichte gewannen die Krähen den Bezirkspokal.

TSV Krähenwinkel/Kaltenweide ist nach 3:1-Sieg Bezirkspokalsieger

Was für ein Erfolg: Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide hat es geschafft, hat zum
zweiten Mal in seiner 109-jährigen  Vereinsgeschichte den Bezirkspokal gewonnen.
In den Finalspielen, die in Bavenstedt ausgetragen wurden, setzten sich die Krähen
durch.
Der Bezirk war in dieser Saison wieder dazu übergegangen, den Titelträger dieses
prestigeträchtigen Wettbewerbs in einem Final-Four-Turnier an einem zentralen
Spielort zu ermitteln. Nach dieser Vorgehensweise ging man auch 2012 vor – jenem
Jahr, als sich die Krähen zuletzt für ein Halbfinale qualifizieren konnten. Vor sieben
Jahren unterlagen sie in Harsum dem späteren Titelträger vom STK Eilvese.
Anno 2019 hatten es zwei Landesligisten und zwei Bezirksligisten unter die letzten
Vier geschafft. Der Spielort für die beiden Halbfinals sowie das Endspiel war im
Vorfeld ausgelost worden. Da das Los auf Bavenstedt fiel, stand die Arena im
Hildesheimer Stadtteil im Mittelpunkt des Geschehens. Im ersten Semifinale traf der SVB auf den Koldinger SV. Die Partie endete mit einer
Überraschung. Der KSV aus der Bezirksliga besiegte den Landesliga-Vierten an dessen
Heimspielstätte mit 1:0.m Dann waren die Krähen an der Reihe. Sie erledigten ihre Semifinalaufgabe mit Bravour, schlugen den Bezirksligisten SV Newroz Hildesheim mit 3:1. Somit trat das ein, was einige Bavenstedter Offizielle tags zuvor befürchtet hatten.
Ein Finale in Hildesheim – und kein Hildesheimer Team ist dabei. Dennoch fanden
sich zum Finale zwischen dem Koldinger SV und dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide
rund 300 Zuschauer ein. Diese wie auch die Aktiven wurden rundum bestens betreut,
das gesamte Final-Four-Turnier ist von den vielen Helfern des SV Bavenstedt
hervorragend organisiert worden.
Der Koldinger SV hatte in dieser Saison bereits einen großen Titel gewonnen. Im
Winter gewann der KSV das Hallenmasters mit einem sensationellen Sieg im Finale
gegen den Regionalligisten TSV Havelse. Auf dem grünen Rasen hätte Koldingen
durchaus einem weiteren Favoriten Gegentore bescheren können, doch zunächst kam
das junge Team nicht am starken Krähenwinkeler Keeper Andre Pigors und dessen
aufmerksamen Vorderleuten vorbei. Dafür waren es dann die zahlreichen mitgereisten
Fans der Rot-Blauen, die an diesem Abend den ersten Torjubel ausstoßen durften.
Und erneut war es Yannic Reck, der dem TSVKK den Boden bereitete und das wichtige
1:0 erzielte. Nach einem Eckball war Krähenwinkels Nummer Sieben zur Stelle.
Mit dieser Führung im Rücken suchte das Team zur Halbzeit die Kabinen auf.
Als es weiterging, hielt Pigors die Null mit einer weiteren starken Parade fest. Der
Schütze des zweiten Tores im Halbfinale sorgte daraufhin auch im Endspiel für das
2:0. Marcel Kunstmann traf auch diesmal, baute den Vorsprung aus. Doch der
Bezirksligist schlug schnell zurück. Nils Schwabe verkürzte, und die Blau-Gelben
waren wieder im Rennen. Und wäre Koldingens Daniel Ische kurze Zeit später nicht
am Pfosten gescheitert – der Abend hätte noch weitaus spannender verlaufen können.
So stand es weiter 2:1 für den TSV KK. Noch etwas mehr als 20 Minuten waren noch
zu spielen, und der Traum vom Pokalsieg nahm immer konkretere Formen an. Jede
gelungene Aktion, jeder vereitelte Gegenangriff und jede verstrichene Minute brachten
die Krähen näher an den ersten großen Titelgewinn seit 28 Jahren. Und dann kam sie,
die 85. Minute. Mit einer gelungenen Kombination kamen die Rot-Blauen vor das
KSV-Tor. Es war Tristan Schmidt vorbehalten, diesen Angriff erfolgreich abzuschließen.
Im Viertelfinale hatte er noch mit einem souverän verwandelten Elfmeter entscheidend
zum Weiterkommen beigetragen, nun war es der Youngster, der das entscheidende 3:1
erzielte. Nun sehnten alle Krähen den Schlusspfiff herbei. Einiges erinnerte an 1991.
Auch damals hörte der Trainer des TSVKK, damals war es Rainer Stiller, nach der
Saison auf und verabschiedete sich mit dem Pokalsieg. Bernd Krajewski schien es ihm
nun gleichzutun. Er brachte den monatelang verletzten Arne Döpke noch in den Genuss,
den Triumph auf dem Rasen mitzuerleben.
Dann war das Spiel zu Ende, und der Traum war wahr geworden. Der Bezirkspokalsieger
2019 heißt TSV Krähenwinkel/Kaltenweide ! Nach dem Bezirkspokalsieg 1991, dem
damaligen Erfolg im niedersächsischen Landespokal und dem Einzug in den DFB-Pokal,
dem Kreispokalsieg 1972 sowie den drei Aufstiegen in die Landesliga 1985, 2005 und
2015 hat die Mannschaft der Vereinsgeschichte ein unvergessliches Erfolgskapitel
hinzugefügt.
Nachdem das Team dann endlich den begehrten Pokal in den Abendhimmel von
Bavenstedt recken durfte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr.
Damit wird der TSVKK in der Saison 2019/2020 an drei Wettbewerben teilnehmen.
Auf Punktejagd wird das Team weiterhin in der Landesliga gehen. Als Titelverteidiger
starten die Krähen in den Bezirkspokalwettbewerb. Zudem werden sie am Niedersachsen-
pokal teilnehmen. Eine überaus interessante Spielzeit steht bevor, die am Mittwoch, den
10. Juli, um 18.30 Uhr mit einem Spiel gegen den Regionalligisten Hannover 96 II
eröffnet werden wird. Bis dahin geht der Bezirkspokalsieger mit einem
breiten Lächeln in die hochverdiente Sommerpause und drückt der A-Jugend des
TSV KK die Daumen, die über die Relegation in die Bezirksliga aufsteigen kann
und ebenfalls den Pokal an den Waldsee holen möchte.

Mannschaft: Pigors, Marre, Heineking, Bart, Tegtmeyer, Müller (ab 56.T.Schmidt),
Dosch, Schorler, Reck (ab 74.Hübner), Kunstmann, Böttcher (ab 89.Döpke)
Trainer: Krajewski
Tore: 36.1:0 Yannic Reck, 55.2:0 Marcel Kunstmann, 60.2:1 Nils Schwabe,
85.3:1 Tristan Schmidt