Hektik, Platzverweis, Abstiegsplatz

Den Krähen gelang nur ein Treffer gegen die Gäste aus der Landeshauptstadt. (Foto: O. Krebs)

Beim 1:3 gegen den OSV läuft fast alles gegen die Krähen

Das Zwischenhoch des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide in der Fußball-Landesliga ist wieder unterbrochen worden. Nachdem die Krähen am siebten Spieltag den ersten Saisonsieg
gefeiert und danach im Pokal nachgelegt hatten, gab es nun wieder zwei Niederlagen am
Stück. Beim 1:3 gegen den OSV Hannover hatte die Mannschaft allerdings auch unter
einer erheblich schwachen Schiedsrichterleistung zu leiden. Jede diskutable Szene wurde
zugunsten der Hannoveraner ausgelegt. In Erinnerung sind vor allem drei Situationen.
Zum einen wurde Sebastian Helms klar gefoult und musste daraufhin verletzungsbedingt
ausgewechselt werden. Der Pfiff blieb aus, und der Ball landete im Krähenwinkeler Tor.
Dann ging ein OSV-Spieler im Strafraum mit der Hand zum Ball. Auch hier ertönte die
Pfeife des Schiedsrichters nicht, und auch die Fahne des Linienrichters, der beste Sicht
hatte, blieb unten. Am entscheidendsten war aber wohl das Geschehen um die 35.Minute
herum. Bei einem Zweikampf traf Philipp Schütz seinen Gegenspieler Marko Grahovac -
wohlgemerkt unabsichtlich - mit dem Ellenbogen im Gesicht. Grahovac trug eine schmerzhafte Verletzung davon, seine Lippe musste im Krankenhaus genäht werden. Schütz hatte selbst erste Hilfe geleistet, und als Grahovac vom Rettungswagen abgeholt wurde, schickten ihm alle Krähen beste Genesungswünsche nach. Danach hatten sich die Gemüter beruhigt und man rechnete mit einer Fortsetzung der Partie. Doch plötzlich zeigte Schiedsrichter Yannik Winterberg Philipp Schütz die rote Karte. Entsetzen im rot-blauen Lager, Trainer Ralf Przyklenk sprach aus, was viele dachten, und bezeichnete den Platzverweis als „Wahnsinn“. Vielleicht hatte sich Winterberg von den erhitzten Gemütern auf der OSV-Bank beeindrucken lassen. Die Krähen lagen zu diesem Zeitpunkt mit 0:1 im Hintertreffen. Tugrancan Singin hatte die Gäste in der 23.Minute per Foulelfmeter in Führung geschossen. Vor der Pause kassierten die Krähen ein zweites Gegentor. Erneut war es Singin, der für die Bothfelder traf. Nach dem Seitenwechsel dauerte es nicht lange, und der Ball lag ein weiteres Mal im Krähenwinkeler Tor. Armend Musa zeichnete für das 0:3 verantwortlich. Blendet man die vielen unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen einmal aus, so muss man jedoch auch erwähnen, dass der TSVKK bis dahin nicht an die zuvor gezeigten guten Leistungen hatte anknüpfen können.
Doch das sollte sich nun ändern. Trotz des Drei-Tore-Rückstands und trotz der personellen
Unterzahl zeigten die Rot-Blauen eine starke zweite Halbzeit. Zunächst hatten sie etwas Glück,dass der Pfosten ein weiteres Gegentor verhinderte. Dann kombinierten sie sich in sehenswerterManier mehrmals in den gegnerischen Strafraum hervor. Dass sich im Team ein Spieler weniger befand – es war schlicht nicht mehr erkennbar. Renè Legien scheiterte mit einem Freistoß am gut reagierenden OSV-Keeper Maximilian Kemmesies. Einen Kopfball von Oliver Pfeuffer klärte ein Gästespieler auf der Torlinie, und ein Schuss von Louis Trollmann flog knapp über den Kasten. Das Tor, das die Krähen dann in der 75.Minute erzielten, hatten sie sich redlich verdient. Nach einer herrlichen Ballmitnahme lief Renè Legien auf Kemmesies zu und platzierte das Leder im unteren rechten Toreck. Zwar änderte sich daraufhin nichts mehr an der  Niederlage. Doch dass die Mannschaft bei ihrem Publikum die Hoffnung weckte, trotz all der Umstände noch einmal zurückzukommen, das ist ihr hoch anzurechnen. Der Oktober könnte für den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide nun kaum schwieriger beginnen. Die Rot-Blauen treten innerhalb von vier Tagen in Auswärtsspielen beim Tabellenersten und
beim Tabellenzweiten an. Los geht es am Mittwoch, den 3.Oktober um 15 Uhr beim Spitzenreiter SC Hemmingen-Westerfeld. Mit der Unterstützung ihres Anhangs hofft der TSVKK auf eine Überraschung beim Überraschungsteam.

Mannschaft: J. Helms, Pfeuffer, Heider, S. Helms (ab 55.Marre), Tegtmeyer (ab 75.Akrout), Schorler, Schütz, Schmidt, Legien, Trollmann, Kunstmann Trainer: Przyklenk
Tore: 23.0:1 Tugrancan Singin, 45.0:2 FE Tugrancan Singin, 51.0:3 Armend Musa, 75.1:3 Renè Legien
Rot: 37.Schütz (KK)