Helms hält, Schmidt trifft, und zehn Krähen siegen

1:0 TSV Krähenwinkel/Kaltenweide gewinnt in Ricklingen

Dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide ist die Rehabilitation eindrucksvoll gelungen. Noch in der Vorwoche gab es für den Fußball-Bezirksligisten ein herbes 2:7-Heimdebakel gegen den SV Ramlingen/Ehlershausen II. Umso schwerer war nun am Sonntag der Gang zum nächsten Auswärtsspiel. Die Sportfreunde Ricklingen sind zwar ein Aufsteiger, zählen wegen ihrer starken und erfahrenen Spieler und nicht zuletzt auf Grund der hohen finanziellen Potenz aber dennoch zu den Favoriten der Staffel. KK-Trainer Bastian Schülke hatte die Aufgabe, seine Mannschaft nach dem bitteren Erlebnis in der Vorwoche wieder aufzubauen. Die ins Beekestadion mitgereisten Anhänger der Rot-Blauen wollten sich nun überzeugen, ob dieses Vorhaben geglückt ist. Sie wurden nicht enttäuscht, denn die Krähen reagierten auf die schlechteste Saisonleistung einfach mit der besten Saisonleistung.
Von Anfang an war es ein hochinteressantes Spiel, das den Zuschauern geboten wurde. In der Frühphase der Partie war es das Waldsee-Team, das die besseren Torchancen besaß. Ein Freistoß von Philipp Schmidt verfehlte zunächst sein Ziel, und einen Schuss von Wladislaw Schmidt nach Zuspiel von Daniel Mücke konnte Sportfreunde-Keeper Jan-Niklas Kansteiner parieren. Dann wurde die Krähenwinkeler Herrlichkeit jedoch jäh unterbrochen. Nachdem Ricklingens Dimitrios Alexoudis im Strafraum von Andrè Ulrich gestoppt wurde, entschied der Schiedsrichter nicht nur auf Elfmeter, sondern stellte zudem den Innenverteidiger der Krähen vom Feld. Die oft diskutierte Doppelbestrafung ereilte den TSVKK, der so gut in dieses Spiel gestartet war. Doch ein Strafstoß will zunächst einmal verwandelt werden. Markus Vogel legte sich den Ball zurecht. Nach dem Spiel werden viele Ricklinger monieren, dass nicht der etatmäßige Elfmeterschütze antrat. Doch das soll die Glanztat nicht schmälern, die Jan-Hendrik Helms im KK-Tor nun vollbrachte. Er parierte nicht nur den Strafstoß, sondern war mit einem blitzschnellen Reflex auch beim Nachschuss zur Stelle. So hielt der Keeper sein Team im Spiel. Wäre Ricklingen in Überzahl in Führung gegangen, wer weiß, wie die Begegnung weitergegangen wäre. Kurz darauf wurde dem TSVKK auf der anderen Seite ein aussichtsreicher Freistoß aus halbrechter Position zugesprochen. In der Ricklinger Stadionzeitung wurde davor gewarnt, dass Krähenwinkeler Freistöße eine echte Waffe sein können. Philipp Schmidt stellte dieses unter Beweis. Er erkannte, dass im gegne-rischen Tor ein Pfosten nicht besetzt war und traf maßgenau zum 0:1. Rund 65 Minuten lagen noch vor den Krähen, und die ihnen verordnete Marschroute war fortan vornehmlich Defensivarbeit mit gelegentlichen Entlastungsangriffen. Eine Herkulesaufgabe, die neben der von Bundestrainer Joachim Löw so oft gepredigten höchsten Konzentration auch eine große Laufbereitschaft voraussetzt. Bis zur Pause schafften es die Krähen zunächst, die Null zu halten. Der Volleyschuss von Ricklingens Jose Godinez flog über den Kasten, und den Versuch von Amir Haji Morad konnte Helms entschärfen.
Nach dem Seitenwechsel schaffte es auch Sascha Gramm nicht, den Ausgleich zu erzielen. Sein Schuss im Anschluss an eine Ecke ging über die Latte. Die nächsten beiden Szenen sollten die Krähen haben. Bei einem Freistoß von Philipp Schmidt war SFR-Keeper besser im Bilde als in der ersten Halbzeit. Später setzte Wladislaw Schmidt nach einer hervorragenden Einzelaktion Giovanni Costa in Szene, der den Ball jedoch nicht richtig traf. Im Gegenzug gelang Ricklingens Dimitrios Alexoudis, immerhin der Top-Torjäger der Liga, den die Krähen gut im Griff hatten, ein schöner Drehschuss von der linken Seite. Ebenso schön fischte Helms den Ball aus dem Winkel. Nach 81 Minuten dann die große Chance zur Vorentscheidung. KK bekam einen berechtigten Elfmeter, doch im Duell Philipp Schmidt gegen Jan Kansteiner blieb der Heimkeeper Sieger. Mittlerweile gingen die bangen Blicke der Fans immer wieder auf die Armbanduhren. Und als der Schiedsrichter später eine Nachspielzeit von gleich sechs Minuten anzeigte, stieg bei so manchem noch mehr Adrenalin hoch. Aber die Krähen bissen auf die Zähne, gaben weiter alles für den Sieg. Helge Heider und Philipp Schmidt köpften noch Bälle aus dem eigenen Tor hinaus, dann ertönte endlich der ersehnte Schlusspfiff. Die gesamte Mannschaft des TSV Krähenwinkel/ Kaltenweide hat in dieser Partie vom Anfang bis zum Ende überzeugt und sich die drei Punkte redlich verdient. Jetzt wird es das Ziel sein, Leistungen wie diese konstant abzurufen. Am nächsten Sonntag, 5.Oktober, spielen die Krähen um 15 Uhr zu Hause gegen den TuS Davenstedt. Mit einem Sieg würde man in der Tabelle am TuS vorbeiziehen.
Mannschaft: J. Helms, Tegtmeyer, Heider, A. Ulrich, P. Schmidt, Schütz (ab 55.Kiehn), Costa, Linnemann (ab 90.Groth), W. Schmidt, Mücke (ab 75.Schwitalla), M. Ulrich Trainer: Schülke Tor: 27.0:1 Philipp Schmidt; Rot: 25.André Ulrich (TSVKK); besondere Vorkommnisse: 25.Helms (KK) pariert Strafstoß; 81.Kansteiner (SFR) pariert Strafstoß.