Hochemotional und hitzig

5:3: Tor-Flut am Silbersee

Nebelig und trübe, um nicht zu sagen trist, war an diesem kalten Herbstnachmittag nur das Wetter. Auf dem Rasen im Sportzentrum II dagegen lieferten sich der DJK Sparta I und Wacker Neustadt I ein packendes und mitreißendes Spiel, bei dem es zum Schluss hochemotional und hitzig zuging.
Dass dabei die Bornträger-Elf am Ende vorne lag, hatte einen guten Grund: In Alexander Steinpreis besaßen die Spartaner an diesem Tage einen Angreifer, der einfach nicht zu stoppen war und den Gästen insgesamt drei Treffer einschenkte. So etwas nennt man wohl einen Lauf, denn bereits beim 3:3 der Vorwoche in Luthe netzte er zweimal ein, Ali Gürek sorgte seinerzeit für das Remis.
Der sozusagen Goldene Oktober mit elf Punkten aus fünf Partien, davon drei auswärts, fand nun also auch im neuen Monat seine Fortsetzung und das immerhin gegen einen Kontrahenten, der zuletzt dem Spitzenreiter aus Berenbostel die erste Saisonniederlage beibrachte. Dabei begannen beide Teams ausgesprochen verhalten und neutralisierten sich im Mittelfeld. Die frühe Führung der Gäste durch Ali Coknez (zwölfte Minute )war daher eher dem Zufall geschuldet, bei dem die Schwarz-Gelben auch noch freundliche Unterstützung leisteten. Dem Ausgleichstreffer sieben Minuten vor dem Seitenwechsel ging eine turbulente Situation in Wackers Strafraum voraus. Erst scheiterte Sükrü Temin am Keeper und Ali Gürek am Pfosten, bevor Steinpreis seinen Torinstinkt zum ersten Mal unter Beweis stellte.
Wie unterschiedlich doch die Betrachtungsweisen über den Spielverlauf sein können, mag der Halbzeitkommentar beider Trainer belegen: „Wir hätten 3:0 führen müssen“, nahmen jeweils Klaus Bornträger als auch FC-Coach Sascha Dubiel für sich in Anspruch. Nun ja, das magere Unentschieden entsprach wohl zu diesem Zeitpunkt durchaus den gezeigten Leistungen.
Die Höhepunkte hatten sich beide Mannschaften für den zweiten Abschnitt aufgehoben. Es wurde mit offenem Visier, sprich bedingungsloser Offensive, gekämpft. Sükrü Temins Fallrückzieher wäre in der 57. Minute ein Tor wert gewesen. Entschlossener zeigte sich Steinpreis beim anschließenden Eckball, den er in Hrubesch-Manier zum 2:1 vollendete. Als Neustadts Abwehr danach etwas ins Schwimmen geriet, nutzten die Spartaner die Lücken konsequent. Ali Gürek nach Frederick Krells präziser Flanke (61.Min.) sowie Arda Evrem (63. Minute) nach Hackenablage von Steinpreis erhöhten per Doppelschlag auf 4:1. Der Gegentreffer knapp zehn Minuten später (Disua Osso per Kopf) läutete einen wahren Sturmlauf auf das von Issam Hjoula gut gehütete Sparta-Gehäuse ein. Nur gut, dass vorne auf Steinpreis Verlass war, der einen Konter überlegt zum 5:2 abschloss (79. Minute).
Einschließlich einer sechsminütigen Nachspielzeit mussten die Platzherren danach mehrere brenzlige Momente überstehen. Cengiz Sansar verkürzte für die Gäste noch auf 5:3 und zweimal bewahrte der Aluminium-Querbalken die inzwischen dezimierte DJK-Elf (Gelb-Rot für Sükrü Temin) vor weiterem Ungemach. „Das Spiel hätte letztlich auch Unentschieden ausgehen können!“ Zum Schluss waren sich beide Trainer dann doch noch einig.
Im Derby bei der TSV-KK-Reserve am Waldsee – Anpfiff Sonnabend um 14 Uhr – erwartet die Silbersee-Elf ein sicherlich hochmotivierter Gastgeber, der alles daran setzen wird, die kleine Erfolgsserie Spartas (14 Punkte aus den letzten sechs Spielen) zu beenden.