Jetzt wieder gegen einen Vierten

TSV KK verliert bei Iraklis – Feldspieler gibt den Torhüter

13 Spieltage sind in der Fußball-Landesliga mittlerweile absolviert. Doch das Gefühl,
einen Elfmeter zugesprochen zu bekommen, bleibt für den TSV Krähenwinkel/
Kaltenweide fremd. Im Auswärtsspiel beim SV Iraklis Hellas Hannover schien es
in der zweiten Halbzeit so weit zu sein. Ein Feldspieler der griechischen Gastgeber
wehrte den Ball auf der Torlinie mit dem Unterarm ab. Alle rechneten damit, dass
Schiedsrichter Justus Bertram zunächst dem Hannoveraner die rote Karte und anschließend auf den Elfmeterpunkt zeigen würde. Zum Entsetzen des Krähenwinkeler Anhangs geschah beides jedoch nicht. Die Pfeife blieb stumm, die Partie lief weiter.
Es war der negative Höhepunkt einer wenig souveränen Schiedsrichterleistung.
Doch lag es bei weitem nicht nur daran, dass die Krähen den Heimsieg gegen die
SpVgg Bad Pyrmont vor Wochenfrist nicht vergolden konnten.
Auf dem engen Platz in Hainholz, wo der SV Iraklis Hellas seine Heimspiele austrägt,
sahen die Besucher zunächst eine recht zerfahrene erste Halbzeit, in der der TSVKK
einige schöne Kombinationen zeigte, ohne jedoch einen Ertrag daraus zu erzielen.
Statt dessen musste das Waldsee-Team in der 16. Minute das 0:1 hinnehmen. Mit einem
strammen Schuss aus 16 Metern brachte Evangelos Papaefthimiou seine Farben in
Führung. Jan Helms im Krähentor war noch mit der Hand am Ball, konnte den
Einschuss jedoch nicht verhindern. Bei der Entstehung dieses Treffers hoben gleich
drei KK-Spieler die Arme, um auf eine eventuelle Abseitsstellung hinzuweisen und
vernachlässigten die alte Fußballerweisheit „so lange er nicht pfeift, musst du weiterspielen“.
Nach dem Seitenwechsel wurde der TSV KK dann immer stärker und hatte
zahlreiche Offensivaktionen. Ein Freistoß von Philipp Schmidt aus 17 Metern wurde
von einem Iraklis-Spieler ins Toraus abgefälscht. Dann spielte Felipe-Marcel
Böttcher den Ball elegant in den Lauf von Marcel Kunstmann. Als dieser am gegnerischen
Tor angekommen war, gewann Torhüter Daniil Plakou das Duell mit Kunstmann.
Kurz darauf hatte der lautstarke rot-blaue Anhang den Torschrei schon auf den Lippen.
Mit einer starken Einzelleistung leitete Philipp Schmidt seine eigene Torchance
gekonnt ein. Er brachte sich selbst in eine glänzende Schussposition, der rechte
Pfosten beendete jedoch vorerst die Krähenwinkeler Ausgleichsräume.
Aber kurze Zeit später durfte gejubelt werden. Bei einer weiteren Offensivaktion
waren Schmidt und Kunstmann nach vorne geeilt. Philipp Schmidt hatte den Ball
auf der rechten Seite am Fuß. Ein Zuspiel zu Kunstmann wäre kontraproduktiv
gewesen, da dieser im Abseits stand. Also übernahm Schmidt selbst die Verantwortung.
Er nahm den Ball volley und feuerte ihn über Daniil Plakou hinweg ins Netz – ein
herrlicher Treffer.
Und wäre den Krähen kurz darauf in der eingangs erwähnten Szene, als ein Hannove-
raner Feldspieler den Torhüter gemimt hatte, nicht der Elfmeter verwehrt worden,
vielleicht hätte die Partie einen ganz anderen Verlauf genommen.
Statt dessen mussten die Krähen in der 79. Minute noch das 1:2 schlucken. Umut
Yildirim brachte den Ball bei einem Freistoß von der rechten Seite in den Strafraum.
Dort war der eingewechselte Abdelkarim Koussi seinen Gegenspielern enteilt.
Der langgewachsene Tunesier musste sich noch etwas bücken, um den Ball dann per
Kopf im Netz unterzubringen. Wieder eines dieser vielen Standard-Gegentore, die der
TSVKK in dieser Saison schlucken muss. In der Schlussphase versuchten die Krähen
noch einmal alles, um ins Spiel zurückzufinden. Doch irgendwann war auch die Nachspielzeit abgelaufen und die Niederlage besiegelt.
Diese Niederlage ist nicht nur mental schwer zu verdauen, sie wirkt sich auch
gravierend auf den Tabellenstand aus. Denn neben Iraklis hat mit dem TSV Pattensen
ein weiterer Konkurrent aus dem Tabellenkeller am Wochenende gewonnen. Krähen-
winkels Rückstand zum ersten Nichtabstiegsplatz hat sich damit auf sechs Punkte
erhöht.
Jetzt muss die Mannschaft das schaffen, was ihnen in dieser Spielzeit schon zweimal
geglückt ist: ein Heimsieg gegen den Tabellenvierten. Denn den ersten Saisonsieg
hatten die Krähen gegen den damaligen Vierten SV Bavenstedt gefeiert. Und den
zweiten Sieg der Rot-Blauen gab es gegen die SpVgg Bad Pyrmont, die als Vierter
in das Spiel gegangen war. Am nächsten Sonntag, den 28.Oktober geht es für den
TSV Krähenwinkel/Kaltenweide um 15 Uhr mit dem Heimspiel gegen den SV Ramlingen/
Ehlershausen weiter. Ramlingens aktueller Tabellenstand? Platz vier.

Mannschaft: J. Helms, Hübner, Bart, Pfeuffer (ab 80.Heineking), Tegtmeyer, Trollmann,
Schorler, S. Helms, Böttcher, Schmidt, Kunstmann Trainer: Przyklenk
Tore: 16.1:0 Angelos Papaefthimiou, 64.1:1 Philipp Schmidt, 79.2:1 Abdelkarim Koussi