Krähen feiern Landesliga-Rekordsieg

10:0: In Barsinghausen zeigt KK 90 Minuten Power-Fußball

Was für ein Auftakt in das Fußballjahr 2020 für den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide!
Im ersten Punktspiel nach einer dreimonatigen Winterpause und dem Ausfall des in der
Vorwoche vorgesehenen Duells in Pattensen stand für den Landesligisten am Sonntag
endlich wieder ein Meisterschaftsspiel auf dem Programm. Dabei profitierten die
Akteure davon, dass Gastgeber TSV Barsinghausen über einen Kunstrasenplatz verfügt.
Alle weiteren angesetzten Partien des vergangenen Wochenendes sind dagegen nach den
vielen Regenfällen erneut gecancelt worden.
Und das Team von Trainer Pascal Preuß zeigte von der ersten Minute an, dass es sich viel
vorgenommen hatte. Schon in der Anfangsphase kam das Team zu guten Aktionen. Lukas
Schorler und Daniel Mücke setzten alsbald Patrick Schuder in Szene, dessen Abschluss
knapp vorbeiging. Christopher Marre scheiterte mit einem Kopfball nach einer Ecke, und
nach einem weiten Einwurf von Eric Naroska verfehlte Marlon Pickert das Ziel haarscharf.
Dann war Patrick Schuder von Barsinghausens Torhüter Kevin-David Kitsch nur durch ein
Foul zu stoppen. Steven-Emanuel Calò trat aus elf Metern an und verwandelte souverän.
Kurze Zeit später tauchten die Gastgeber erstmals im Strafraum der Krähen auf. Plötzlich
stand Florian Nolte frei, seinen Schuss konnte Andre Pigors jedoch entschärfen. Wer hätte
zu diesem Zeitpunkt geglaubt, dass Krähenwinkels Schlussmann von da an kaum noch
eingreifen musste ? In der 29.Minute gab es Eckball für den TSVKK. Marlon Pickert
brachte das Leder in Richtung des zweiten Pfostens. Yannic Reck war mit dem Kopf zur
Stelle, und der Ball senkte sich am ersten Pfosten hinter die Torlinie. Im Gegenzug dann
die zweite und bereits letzte Möglichkeit für den TSV Barsinghausen. Lennart Dudek traf
nach einem Distanzschuss das Aluminium. Effektiver zeigten sich dagegen die Rot-Blauen, und das nach dem gleichen Schema wie zuvor. Wieder gab es einen Eckball. Wieder führte Marlon Pickert aus, und wieder köpfte Yannic Reck ein. Die Spieler aus Barsinghausen  waren durchaus vor der Standardstärke der Krähen gewarnt gewesen. Dennoch hatten sie  nun auf diese Art drei Gegentore kassierte. Dass es der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide  auch aus dem Spiel heraus kann, zeigte sich beim nächsten Angriff, den Patrick Schuder mit dem Treffer zum 0:4-Halbzeitstand vollendete.
Wenn die Hausherren vor dem zweiten Durchgang nochmal Hoffnung auf eine Aufholjagd
geschürt haben sollten, so war diese schnell Ernüchterung gewichen. Denn schon in der 50. Minute fiel das 0:5. Und wieder war eine Standardsituation ausschlaggebend. Marlon
Pickert brachte den Ball per Freistoß nach vorne, Lukas Schorler schoss gekonnt ein.
Das halbe Dutzend machte KK nach 66 Minuten voll. Nach einer präzisen Linksflanke von
Schorler war der famose Mannschaftskapitän Alexander Dosch zur Stelle. Barsinghausen
war mittlerweile komplett von der Rolle. Mit jedem Gegentor gingen die Köpfe weiter
hinunter. Ganz anders der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide. Die Mannschaft spielte wie
aus einem Guss, gewann nahezu jeden Zweikampf, zeigte wunderbare Kombinationen
und blieb vor dem gegnerischen Kasten gnadenlos effektiv. Mit einem herrlichen Schuss
ins untere linke Eck traf Lukas Schorler zum 0:7. Auch beim 0:8 hatte Schorler seine Füße
im Spiel. Er setzte mit einem genauen Zuspiel Steven-Emanuel Calò in Szene, der sich auf
der rechten Seite durchsetzte und dann die Flanke in den Strafraum schlug. Und wenn bei
einer Mannschaft an einem Tag alles zu funktionieren scheint und bei der anderen gar
nichts, dann unterläuft der Letztgenannten auch ein Eigentor. Barsinghausens Niklas Ens
beförderte Calòs Flanke über die Torlinie. Es stand 0:8, aber die Krähen hatten immer noch  nicht genug. Sie hätten sich ob des großen Vorsprungs zurückziehen und das Ergebnis ruhig ins Ziel bringen können. Doch sie ließen nie nach, wollten immer mehr und spielten  weiterhin munter nach vorne. Nach einem Foul von Barsinghausens Torhüter Kitsch an  Oliver Pfeuffer verwandelte Halil Aydemir den fälligen Elfmeter eiskalt zum 0:9. Und dann wurde es tatsächlich zweistellig. Krähenwinkels Neuzugang Eric Naroska, der vom TSV  Gellersen gekommen war und ein starkes Punktspieldebüt gab, war es vorbehalten, das zehnte Tor zu erzielen. Nach dem Schlusspfiff übte sich Barsinghausens Stadionsprecher in  Galgenhumor („Gott sei Dank ist es vorbei…“), während bei den mitgereisten Anhängern  die Frage aufkam, ob es solch ein Resultat schon einmal gegeben hatte. Die Antwort: Der
TSV Krähenwinkel/Kaltenweide hat an diesem denkwürdigen Nachmittag einen neuen
Rekord aufgestellt. Der bisher höchste Landesliga-Sieg des TSV KK datierte vom 12.
September 1987, als es ein 12:3 gegen den SC Asel gab. Nun hat die Mannschaft eine neue Marke gesetzt, hat einen mehr als 32 Jahre alten Rekord geknackt und durfte danach zu Recht ausgiebig feiern. Weiter geht es dann am nächsten Sonntag, 15.März, um 15 Uhr mit einem Auswärtsspiel beim VfL Bückeburg.

Mannschaft: Pigors, Marre, Dosch (ab 68. Bart), Malarowski, Calò, Mücke, Schorler,
Pickert, Reck (ab 64.Pfeuffer), Schuder (ab 73. Aydemir), Naroska Trainer: Preuß
Tore: 18.0:1 FE Calò, 29.0:2 Reck, 35.0:3 Reck, 41.0:4 Schuder, 50.0:5 Schorler, 66.0:6
Dosch, 68.0:7 Schorler, 74.0:8 Eigentor, 78.0:9 Foulelfmeter  Aydemir, 79.0:10 Naroska.