Lauf in der ewigen Stadt

Spartaner waren erfolgreich beim Rom-Marathon. (Foto: Thorsten Janz)

Spartaner laufen Marathon in Rom

"Wenn du nicht weißt, wo du deinen ersten Marathon laufen sollst, so laufe ihn in Rom!" Mit diesem Motto hatte der Sparta Leichtathletik-Trainer Marian Bigocki vor ungefähr einem Jahr diejenigen Spartaner angelockt, die noch keinen Marathon absolviert hatten. Und er sollte Recht behalten: Alle Spartaner, die dort ihren ersten Marathon gelaufen sind, gaben ihm nach dem Lauf Brief und Siegel darauf, dass das der schönste Marathon war, den man sich beim ersten Mal vorstellen kann. Die Strecke war sicherlich anspruchsvoll und nicht für Bestzeiten geeignet, aber die Atmosphäre war einzigartig und beim ersten Lauf ist es sowieso immer Bestzeit. Nahezu auf der gesamten Strecke waren Zuschauer zu Tausenden vertreten, der Beifall motivierte zu Höchstleistungen. Von den gestarteten 15.000 Läufern erreichten ca. 12.500 das Ziel.
Das Wetter war wunderschön. Bei strahlendem Sonnenschein ging die Temperatur während des Laufes auf über 20° hoch. Der Start erfolgte in der Nähe des Kolosseums, neben der Maxentiusbasilika auf dem Forum Romanum. Nach einem Kilometer hatten die Läufer ausgiebig Gelegenheit, den weißen Marmorprachtbau von König Viktor Emanuell II. zu besichtigen, da es an einer Engstelle nicht voran ging. Nach drei Kilometern wurde der Circus Maximus erreicht, wo im antiken Rom Wagenrennen ausgetragen wurden. Nach acht Kilometern erreichten die Läufer die südliche Wendemarke, wo es dann mehrfach über diverse Tiberbrücken hin und her ging. Bei Kilometer 13 erreichten die Läufer die Tiberinsel. Nach 17 Kilometern bogen die Läufer dann auf die prächtige "Via della Conciliazione" ein, die direkt auf dem Petersplatz mündet, dem Platz vor dem Petersdom.
Bei Kilometer 24 war dann in der Nähe des Olympiastadions der Besuch der Westseite des Tiber beendet, am nördlichsten Punkt der Strecke ging es am "kleinen Sportpalast" bei Kilometer 30 wieder auf den Rückweg. Bis Kilometer 34 noch am Tiber entlang, dann wieder Richtung Innenstadt. Am Kilometer 37 trafen sich alle am "Platz des Volkes". Anschließend kamen die Läufer bei Kilometer 38 an der berühmten spanischen Treppe vorbei. Die letzten zwei Kilometer rund um das Kolosseum waren dann den Finishern vorbehalten, die unter dem Jubel der Massen über die Ziellinie liefen.
Paul Teichert war mit einer Nettozeit knapp unter drei Stunden mit Abstand der schnellste Spartaner. Der 246. Platz im Männerfeld verdient Hochachtung. Ulrich Grewe war ja schon vom Istanbul Marathon einiges gewohnt. Aber trotz intensivem Training forderte die Strecke so ihren Tribut. Die Zeit von 3:37h ist auf jeden Fall eine Spitzenleistung. Klaus Habekost war vom Verletzungspech verfolgt. Trotzdem lief er bei seinem ersten Marathon unter 3:50h, Respekt. Uwe Kempen lief erst vor einer Woche auf Sylt die 33 Kilometer. Leicht erschöpft absolvierte er als erfahrener Marathonläufer die Strecke souverän in 3:56h.
Bei Thorsten Janz fehlten erkältungsbedingt ein paar lange Läufe. Trotzdem war er mit seinem ersten Marathonlauf in 4:10h absolut zufrieden. Joanna Gropp lief ihren zweiten Marathon, sie verbesserte sich um 15 Minuten gegenüber dem ersten und war vollauf zufrieden. Uwe-Georg Schubert war über seinen ersten "finish" in 4:19h überglücklich und euphorisch.
Trainer Marian Bigocki hatte als früherer Spitzenläufer schon viele Mittelstreckenläufe hinter sich. Aber es war auch für ihn sein erster Marathon, den er in 4:36h hinter sich brachte. Wolfgang Waldmann trat ein unfairer Läufer beim Bahnwechsel vor einer Verpflegungsstelle in die Achillessehne. Dadurch behindert schleppte er sich nach 4:42h ins Ziel.
Für Bernd Müller war es beileibe nicht der erste Marathon, aber er fand diesmal nicht in den Lauf hinein. So lief er dann für Kerstin Schoeneberg als Pacemaker eine Zeit von 4:44:h. Kerstin Schoeneberg litt nach dem Trinken von kohlensäurehaltigen Limonaden an Magenkrämpfen. Trotzdem ist sie angekommen und gehört jetzt zum Kreis der "Finisher" mit 4:44h.
Dirk Wermter musste unfallbedingt eine lange Zeit pausieren. Da er aber noch davor gebucht hatte, kam er trotzdem mit. Er absolvierte somit einen Marathon ohne Training in 5:24h, allerhand.