Letztes Aufgebot abgeschossen

Sparta geht in Mellendorf mit 0:9 unter

Ob er wohl Mitleid mit den hoffnungslos unterlegenen Spartanern hatte und ihnen ein zweistelliges Resultat ersparen wollte? Man musste es fast annehmen, denn Schiri Thomas Simm beendete ein für die Gastmannschaft in negativer Hinsicht denkwürdiges Spiel bereits zwei Minuten vor regulärem Ablauf.
Der Coach der Gastgeber, Oliver Gaglin, wusste nach dem Abpfiff das Ergebnis richtig einzuordnen: „Meiner Mannschaft wurde es heute leicht gemacht. Sparta war nicht wiederzuerkennen und wird es in dieser Form schwer haben, in der Kreisliga zu bestehen!“ Dem ist eigentlich nichts hinzufügen. Zwar hatten Spartas Verantwortliche nach dem totalen personellen Umbruch vor dieser Saison Anlaufschwierigkeiten nicht ausgeschlossen, dass aber zu einem so frühen Zeitpunkt bei mehr als 20 Neuzugängen kaum eine Mannschaft aufgeboten werden kann, ist mehr als bedenklich.
Zumindest in den ersten 45 Minuten bäumte sich das Rumpfaufgebot der Schwarz-Gelben erkennbar gegen die motivierten Hausherren auf, denen von Beginn anzumerken war, dass sie ihre bisher mäßige Bilanz unbedingt aufhübschen wollten. Und in ihren Reihen hatten sie einen besonders torhungrigen Akteur, Björn Tiedtke, den Langenhagens Abwehr nicht unter Kontrolle bekam. Zwei Treffer (18. und 41. Minute) dabei noch zweimal Aluminium, es hätte nach dem zwischenzeitlichen 2:0 durch Johannes Jago (39.) sogar noch schlimmer ausgehen können.
Ein heftiger Regenschauer und drohende Gewitterwolken ließen kurzzeitig die Hoffnung aufkeimen, dass diese Partie vielleicht doch noch ein gutes Ende für Sparta nehmen könnte: Nämlich durch einen witterungsbedingten Spielabbruch! Es wäre wohl die einzige Möglichkeit gewesen, dem an diesem Tage drohenden Debakel zu entgehen. Der Wettergott zeigte sich jedoch den Platzherren gnädig, und auch der Unparteiische empfand den danach nur noch leichten Nieselregen nicht als Grund, die Gäste von ihrer Tortur zu erlösen. Einer solchen sahen sich die resignierenden Spartaner im zweiten Abschnitt nämlich ausgesetzt. Mit drei weiteren Toren avancierte Mellendorfs Nummer 9 zum für absoluten Liebling beim eigenen Anhang. Maximilian Kobusch, Ümran Duyar und Abwehrspieler Niklas Burblies sorgten für den Endstand.
Das Heimspiel am Sonntag um 150 Uhr an der Emil-Berliner-Straße gegen den SC Wedemark soll bei ansprechender Witterung auf dem neu eingesäten B-Platz stattfinden. Nur zu verständlich, dass sich die Spartaner bei dieser Premiere ein Erfolgserlebnis wünschen und sogleich eine Wiedergutmachung anstreben.


Sparta: Tayfun Samast; Korkmaz Gürek, Selami Karagülle, Ergün Gürek, Murat Temin, Yilmaz Temin, Ali Gürek, Sükrü Temin, Nuri Karagülle, Andreas Schneider, Tayfun Ciytak.