Mittelfeldduell in Langenhagen

SC Langenhagen auf dem Weg nach oben

(rt.) So eine Busfahrt kann schon ganz schön langweilig sein. Wenn dann noch das vorangegangene Spiel vergeigt wurde, wird sie auch meist still und deprimierend. Am vergangenen Wochenende musste der SC Langenhagen die weite Reise nach Emden antreten. Doch entgegen aller Unkenrufe spielte die Mannschaft von Trainer Hilger Wirtz famos auf und siegte völlig überraschend mit 2:0. Ein Ergebnis, das bei konsequenterer Chancenausnutzung leicht viel höher hätte ausfallen können. Da war die Heimreise ins 250 Kilometer entfernt gelegene Langenhagen eine Triumphfahrt. Selten trumpften die Flughafenstädter in den vergangenen Spielen so auf wie beim Tabellenzweiten. Es kursieren zwar schon länger Vorhersagen, dass die Ostfriesen abstürzen würden, doch bisher hielt sich die junge Truppe beachtlich an der Spitze. Bis dahin ist der Weg für den SCL noch weit, doch mit nunmehr sieben Punkten aus den vergangenen drei Spielen konnte man etwas Luft zu den Abstiegsplätzen schaffen. Der achte Tabellenplatz ist eine durchaus respektable Einstufung der neu formierten Truppe.
Zu einem interessanten Treffen kommt es morgen ab 15 Uhr im heimischen Walter-Bettges-Stadion. Mit der TuS Heeslingen läuft eine unberechenbare Elf in Langenhagen auf. Schon das Hinspiel war voll von turbulenten Aktionen. Zwei rote Karten, ein verschossener Elfmeter von Marco Hansmann und unzählige liegengelassene Torchancen verhinderten ein Erfolgserlebnis. Am Ende trennte man sich mit 1:1. Es war die Phase, in der Heeslingen erst im zehnten Spiel den ersten Sieg einfahren konnte. Danach gab es allerdings dann auch zwölf Spiele ohne Niederlage. Im neuen Jahr fuhr die Elf von Trainer Torsten Gütschow gegen Nordhorn den ersten Dreier ein. Mit einem wahren Feuerwerk wurde der Gegner beim 4:1 regelrecht zerlegt.
„So stelle ich mir modernen Offensivfußball vor. Jetzt freuen wir uns auf das Spiel in Langenhagen“, war der dreimalige Nationalspieler von diesem Auftritt begeistert. Wie offensiv agiert wird, weiß Gütschow aus eigener Erfahrung. Der 48-jährige traf in 307 Spielen für den Traditionsverein Dynamo Dresden 150 Mal. Im fünften Jahr als Trainer scheint er jetzt die Früchte seiner Arbeit zu ernten – der siebente Tabellenplatz soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.
Anregungen für die schwere Begegnung gegen Heeslingen holten sich die Akteure des SC Langenhagen am Mittwoch beim Regionalligaspiel TSV Havelse gegen RB Leipzig (0:0). Mitgenommen haben sie sicherlich die Erkenntnis, dass ein kompaktes Auftreten in allen Mannschaftsteilen auch gegen einen übermächtigen Gegner von Erfolg gekrönt werden kann.