„Müssen uns daran erinnern, was uns stark gemacht hat“

RECKEN wollen in Lemgo mit guter Abwehr punkten

Rund vier Wochen ist es her, als die TSV Hannover-Burgdorf im Pokalachtelfinale beim 23:17 gegen den TBV Lemgo Lippe die beste Deckungsleistung der noch jungen Saison zeigte. Am Sonntag stehen sich beide Teams erneut gegenüber, dieses Mal in Ostwestfalen, wo es um wichtige Punkte in der DKB Handball-Bundesliga geht. „Das Spiel ist sehr wichtig für uns. Es geht darum, wieder in die Erfolgsspur zu kommen, denn es stehen sehr wichtige Wochen vor uns“, sagt Linksaußen Cristian Ugalde.
Der Spanier, der in seiner Karriere ausschließlich für den FC Barcelona und Telekom Veszprem auf Torejagd ging, gehört zu den RECKEN-Profis, die aufgrund ihrer Erfahrung aktuell sehr wichtig für die Mannschaft sind. „Wir haben jetzt in zwei Spielen sehr viele Gegentore bekommen. Das gilt es mit aller Macht zu verbessern. Uns fallen über die ganze Saison schon sehr viele Spieler aus, aber wir haben einen breiten Fundus an jungen, talentierten Spielern, die wie Rohdiamanten noch ein wenig geschliffen werden müssen. Als erfahrener Akteur sehe ich mich da auch als Ansprechpartner und Förderer“, so Ugalde, der sich mit seiner Familie bestens in der niedersächsischen Landeshauptstadt eingelebt hat. „Wir fühlen uns hier sehr wohl und sind in Hannover angekommen.“
Für RECKEN-Trainer Carlos Ortega stand in dieser Woche vor allem Defensivarbeit im Trainingsbetrieb an. „Wir müssen uns daran erinnern, was uns stark gemacht hat. Das war in vielen Spielen die gute und konsequente Deckungsarbeit. Das müssen wir schnellstmöglich verbessern, idealerweise schon am Sonntag in Lemgo“, erklärt der 47-Jährige. Verzichten muss Ortega weiterhin auf zahlreiche Leistungsträger. So werden Pavel Atman, Fabian Böhm, Torge Johannsen und Mait Patrail sicher ausfallen. Zudem gibt es angeschlagene Akteure, bei denen sich ein Einsatz erst kurz vor dem Spiel entscheidet.
„Wir bewegen uns momentan ein wenig auf dem Drahtseil. Wir brauchen die Trainingseinheiten, um wieder mehr Sicherheit in unserem Tun und ein anderes Selbstverständnis zu bekommen. Wir müssen bei der Belastung aber auch den körperlichen Zustand unserer Spieler im Blick haben, denn weitere Ausfälle dürfen wir uns definitiv nicht erlauben“, sagt Ortega, der eine Saison wie diese mit so großem Verletzungspech, trotz seiner langjährigen Erfahrung, nach eigenen Angaben „auch noch nicht erlebt hat.“
Dass die Aufgabe beim TBV Lemgo Lippe eine schwere wird, darin sind sich Carlos Ortega und Cristian Ugalde absolut einig. „Jedes Spiel in der DKB Handball-Bundesliga ist schwierig und auswärts ist nochmal ein ganzes Stück schwieriger, die Punkte einzufahren“, stellt Ugalde klar. „Wir müssen die Leistung aus dem Pokal wiederholen, denn damals haben wir sehr viel richtig gemacht“, fordert Ortega einen konzentrierten Auftritt seiner Mannschaft.
Sollten es seine Schützlinge schaffen, ähnlich stark wie im Pokal aufzuspielen, könnte die TSV Hannover-Burgdorf am Sonntag wieder auf die Erfolgsspur in der stärksten Liga der Welt einbiegen.