Nach dem ersten Drittel auf Platz 14

Landesligist TSV KK verliert hoch beim Spitzenreiter

In der Fußball-Landesliga ist jetzt das erste Drittel der laufenden Saison abgeschlossen
worden. Der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide nimmt nach diesen zehn Spieltagen einen Rang ein, den man nach dem letzten Drittel unbedingt vermeiden will: Der TSV KK steht auf Platz 14, einem direkten Abstiegsplatz.
Die Mannschaft von Trainer Ralf Przyklenk hatte an diesem herbstlichen Feiertag das Auswärtsspiel beim Überraschungsteam SC Hemmingen-Westefeld zu bestreiten. Die Hemminger waren im Sommer erstmals in die Landesliga aufgestiegen. Seitdem bringt der SCHW die ganze Liga ins Staunen. Neben einem Remis und einer Niederlage haben die Hemminger sämtliche Spiele gewonnen und stehen an der Tabellenspitze.
Insofern war die Favoritenrolle vor dem Anpfiff unzweifelhaft vergeben. Und dennoch waren es die Fans der Gäste, die zum erstenmal jubelten. Nach einer Flank von René Legien sorgte Marcel Kunstmann schon in der vierten Minute für das 1:0 zugunsten der Krähen. Es war eine gute Anfangsphase der Waldsee-Elf, die durch Philipp Schmidts 20-Meter-Schuss auch die zweite Torchance des Spiels haben sollten. Zu diesem frühen Zeitpunkt hielten viele der 220 Zuschauer eine Überraschung für möglich. Doch das sollte sich noch grundlegend ändern. Nach 17 Minuten fingen sich die Krähen ein vermeidbares Gegentor ein. Im Anschluss an einen Eckball konnte Keeper Jan Helms den Ball nur abprallen lassen, Philipp Schmidt konnte daraufhin die Flanke seines Gegenspielers nicht verhindern, und Steven Melz brachte den Ball zum 1:1 im Tor unter. Kurz darauf hätte Melz gleich nachlegen können. Nach einem Ballverlust im Krähenwinkeler Team kam der Ball per Heber zu Melz. Helms konnte ihm den Ball mit der Hand vom Fuß spitzeln. Dann wieder die Krähen. Ein hervorragender Diagonalpass von Lukas Schorler über die gesamte Spielhälfte erreichte Oliver Pfeuffer, dessen daraus hervorgegangene Linksflanke jedoch keinen Abnehmer fand. In der 35. Minute hatten die Hemminger das Spiel gedreht. Nach einem Eckball von Mustafa Akcora hatte der TSV KK Hemmingens Torjäger Gean Rodrigo Baumgratz aus den Augen verloren. Der Deutsch-Brasilianer, genannt Tigrinho, schraubte sich ungehindert in die Luft, um den Ball zum 2:1 in die Maschen zu köpfen. Vor dem Seitenwechsel legte der Spitzenreiter einen weiteren Treffer nach. Aljoascha Hyde hatte kurz zuvor den Pfosten getroffen, dann schoss Steven Melz sein zweites
Tor. So endete die erste Halbzeit mit 3:1. Der TSV KK hatte stark begonnen, hatte danach jedoch immer wieder das Nachsehen. Der SC Hemmingen-Westerfeld bot seit dem Ausgleichstreffer eine vorzügliche Leistung. Die Ballbehandlung, die ausgereifte Technik, das sehenswerte Kombinationsspiel, das Zusammenspiel der einzelnen Mannschaftsteile – das war schon verdammt stark. Trotzdem waren es die Rot-Blauen, die zunächst besser in die zweite Halbzeit hineinkamen. Einen Schuss von Marcel Kunstmann hielt Hemmingens Keeper Timo Kroß gut, und nach einem Eckball von Philipp Schmidt köpfte Helge Heider knapp über das Tor. Der TSVKK agierte in dieser Phase
mutig und erspielte sich einige Eckbälle. Weniger schön: Gleich zweimal resultierten gegnerische Angriffe aus eigenen Ecken. In beiden Fällen kamen die Krähen schadlos davon. Dann klärte Helge Heider gegen Mustafa Akcora mit einer starken Abwehraktion zum Eckball für den SCHW. Dieser Eckball wurde dem TSV KK jedoch zum Verhängnis. Aljoscha Hyde traf zum 4:1, und die Krähen hatten das dritte Gegentor nach einer Ecke kassiert. Drei Minuten vor dem Schlusspfiff des guten Schiedsrichters Nils Vogt setzten die Gastgeber den Schlusspunkt. Michael Gerlach hatte zuvor einmal danebengeschossen und war danach an Jan Helms gescheitert. Bei seiner dritten Großchance binnen weniger Minuten traf Gerlach dann zum Endstand von 5:1. Das Ergebnis geht auch in der Höhe voll und ganz in Ordnung. Der SC Hemmingen-Westerfeld hat eine bärenstarke Leistung geboten und gezeigt, warum er an der Tabellenspitze steht.
Und es ist sicherlich keine Schande, gegen das Team von Trainer Semir Zan zu verlieren.
Mit einigen Dingen, wie etwa der Art der Gegentore, wird Krähenwinkels Trainerteam
dennoch nicht einverstanden gewesen sein. In der Tabelle ist der MTV Almstedt an den Krähen vorbeigezogen. Die nächste schwere Aufgabe wartet am Wochenende. Am Sonnabend, 6. Oktober, spielt der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide um 16 Uhr beim HSC Blau-Weiß Schwalbe Tündern.

Mannschaft: J. Helms, Hübner, Heider, S. Helms, Pfeuffer (ab 46.Akrout, ab 85.Reck),
Schorler, Legien, Trollmann, Kunstmann, Schmidt, Böttcher (ab 75.Groth) Trainer: Przyklenk
Tore: 4.0:1 Marcel Kunstmann, 17.1:1 Steven Melz, 35.2:1 Gean Rodrigo Baumgratz,
40.3:1 Steven Melz, 68.4:1 Aljoscha Hyde, 87.5:1 Michael Gerlach