Niederlage im letzten Heimspiel

1:2 – Spartas Aufbäumen in zweiter Halbzeit reicht nicht

Wie sich doch die Zeiten geändert haben: Vor fast exakt einem Jahr sicherten sich die Schwarz-Gelben Fuß0baller von Sparta Langenhagen Aufstieg und Staffelmeisterschaft in der 1.Kreisklasse mit sage und schreibe acht Punkten Vorsprung vor dem Verein aus dem Wunstorfer Ortsteil, der am Sonntag zum letzten Heimspiel der Kreisliga-Saison 2014/15 am Silbersee anzutreten hatte. Zwölf Monate später völlig veränderte Vorzeichen: Bokeloh hat sich als Neuling mit 45 Punkten auf einem respektablen siebten Tabellenrang etabliert, während die Spartaner nach einem turbulenten und enttäuschenden Spieljahr gerade einmal die Hälfte dieser Ausbeute verzeichnen können und nur dank der völlig abgeschlagenen und überforderten Teams von Havelses Reserve und Wacker Neustadt dem direkten Abstieg entgangen sind. Zum wiederholten Male in den letzten Jahren steht nun ein völliger Umbruch bevor, dessen Notwendigkeit in dieser Partie einmal mehr deutlich zu Tage trat. „Personell gehen wir auf dem Zahnfleisch, mit Thomas Puscher und Patrick Brodersen halten sich gerade einmal zwei verletzte Aktive auf der Bank zur Verfügung“, merkte Interims-Coach Bernd Winkler leicht genervt kurz vor dem Anpfiff an. Für seinen ebenfalls lädierten Vertreter im Gehäuse ,Ilyes Khlifi, stand mit Alexander Schaad zum ersten Mal der etatmäßige Keeper der eigenen Reserve im Aufgebot und dieser wurde bereits nach 150 Sekunden sozusagen kalt erwischt. Bokelohs Kanonier vom Dienst, Janik Kiewitz, nutzte eine Unentschlossenheit in der Viererkette ohne große Mühe zu seinem 26.Saisontreffer. Niklas Neumann störte den wendigen Torjäger zehn Minuten später etwas zu vehement und erhielt dafür frühzeitig die gelbe Karte. Nach einer Viertelstunde entwischte Kiewitz dann allerdings seinem Bewacher erneut und vollendete elegant zum 0:2. Für Sparta gab es in dieser Phase wenig Zeit zum Verschnaufen, zu dominant trumpften die Gäste bis zum Seitenwechsel auf. Bei den Chancen durch Florian Mayer sowie Thomas Bartels konnte sich Alexander Schaad auszeichnen und sein Team vor weiterem Unheil bewahren.
„Ich erwarte von meiner Mannschaft wenigstens, dass sie in der zweiten Halbzeit kämpferisch dagegen hält“, ließ Bernd Winkler beim Wiederbeginn verlauten und seine Mannen hatten offensichtlich die klare Ansprache positiv aufgenommen. Es wurde sogleich wesentlich aggressiver gegen den Ball gearbeitet und auch in den Zweikämpfen blieb man nun nicht mehr immer nur zweiter Sieger. Die bis dahin weitgehend unbeschäftigte Abwehr der Gäste geriet mehrfach ins Wanken und nachdem der für den angeschlagenen Marcel Gräger inzwischen ins Spiel gekommene Patrick Brodersen in der 56.Minute den Anschluss zum 1:2 hergestellt hatte, keimte auch beim Anhang der Spartaner neue Hoffnung auf. Niklas Neumanns Schuss wurde sechs Minuten darauf von einem Verteidigerbein von der Torlinie gekratzt. Arda Evrem und auch Sedat Ekinci standen in weiteren erfolgversprechenden Situationen davor, den Ausgleich zu markieren, jedoch fehlte einerseits die gewisse Portion Kaltschnäuzigkeit und an diesem Tage wohl auch etwas Glück. So zum Beispiel auch bei einem Lattentreffer von Sven Hoffmann in der 80.Minute. Die zehnte Heimniederlage der Saison war letztlich unter diesen Umständen nicht mehr zu verhindern. Versöhnlich stimmte, dass die Elf in der zweiten Hälfte zumindest couragiert aufgetreten ist und hoffentlich mit gewonnenem Selbstvertrauen in die noch anstehenden Aufgaben geht. Beim sieglosen FC Wacker Neustadt steht am Sonntag um 15 Uhr das Saisonfinale bevor. Alles andere als eine Wiederholung des klaren Hinspiel-Erfolgs (6:3) wäre zweifellos eine Blamage. Ob danach für die Schwarz-Gelben noch eine Verlängerung (Relegationsspiele) zu absolvieren ist, steht momentan noch nicht endgültig fest.

Sparta: Alexander Schaad; André Meyer, Sven Hoffmann, André Lange, Niklas Neumann, Sedat Ekinci, Enis-Marvin Keller, Arda Evrem, Marcel Gräger (46. Minute Patrick Brodersen), Daniel Klassen, Bilel Khlifi.