Nur ein halber Befreiungsschlag

4:4: Aluminiumtreffer von Steinpreis in Schlussminute

Die Freude im Lager der Hausherren hielt sich nach dem ersten Punktgewinn in der Rückrunde am Dienstagabend in Grenzen. Hatte man sich doch nach zuvor sieben zum Teil deftigen Niederlagen am Stück gegen den im Mittelfeld angesiedelten TSV Horst drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt erhofft. „Unter Flutlicht und dann auch noch auf dem Aschenplatz, irgendwie passt das bei uns nicht“ sinnierte danach Coach Bernd Burgmüller und erinnerte sich wohl an die unglückliche 1:2- Niederlage gegen Poggenhagen exakt vier Wochen zuvor unter gleichen Bedingungen. Dabei hatte es so verheißungsvoll für die Spartaner begonnen. Sedat Ekinci verpasste nach zwölf Minuten die erste Großchance, als er in bester Position den TSV-Keeper anschoss. Hier wäre wohl ein Abspiel auf zwei freistehende Mitspieler die bessere Lösung gewesen. Quasi mit dem ersten halbwegs gelungenen Vorstoß demonstrierte der Gast größere Kaltschnäuzigkeit. Dirk Paulmann versenkte die Kugel locker zum 0:1 (19. Minute). Bedeutete in den vorherigen Begegnungen ein Gegentor oft der Anfang vom Ende, sprich nachfolgend ein Einbruch des Teams, beantworteten die Schwarz-Gelben diesmal den Rückstand mit energischem Aufbäumen. Ein vom Schiri-Assistenten angezeigtes Handspiel im Horster Strafraum bescherte Sparta einen Strafstoß, den der gut aufgelegte Dennis Schweer sicher zum Ausgleich verwandelte (23. Minute). Nicht genug damit, der flinke Arda Evrem überlistete zwei Minuten später nach einem unaufhaltsamen Spurt von der Mittellinie die komplette Gäste-Abwehr mit seinem Treffer zum 2:1. Als dann auch noch Alexander Reinhardt einen Eckstoß von Schweer per Kopf zum dritten Tor für die Platzherren einnickte (35. Minute), schien alles auf den ersehnten Dreier hinzudeuten. Dumm nur, dass Steven Schmeissers Attacke hart an der eigenen Strafraumgrenze vom souveränen Schiri Ralf Sacher (SV Koldingen) ebenfalls mit Elfmeter geahndet wurde und Sascha Höhn noch vor dem Seitenwechsel für den TSV zum 3:2 verkürzte.
Die Leichtigkeit und Spielfreude der Spartaner kam zu Beginn der zweiten Halbzeit merklich ins Wanken und zunehmend auch die nunmehr des öfteren in Unordnung geratene Abwehr.
Ergebnismäßiger Ausdruck dieser Schwächeperiode war in der 57. Minute das unglückliche Eigentor von Daniel Klassen, der am kurzen Pfosten stehend angeschossen wurde. Es dauerte eine Weile, bis die Elf vom Silbersee diesen Schock überwand, doch in der 78. Minute schien sich alles wieder zum Guten zu wenden. Einen sehenswerten Angriff über Alexander Steinpreis, der Spartas „Laufwunder“ Schweer in gute Position brachte, schloss dieser mit trockenem Schuss zum 4:3 unhaltbar ab. Es passte eigentlich nicht zu diesem insgesamt fairen Spiel, dass ein weiterer Strafstoß verhängt werden musste, aber für Festhalten im Sechzehner blieb dem Unparteiischen keine andere Wahl. Sascha Höhn trat erneut an und sicherte seiner Elf das Remis (83. Minute). Ein Happyend blieb den Spartanern verwehrt, da Steinpreis ganz am Schluss nur wenige Zentimeter zu hoch gezielt hatte und am Querbalken scheiterte.
Eine schwierige Aufgabe steht Sparta am Sonntag um 15 Uhr bei der Reserve von TuS Garbsen bevor. Da alle abstiegsbedrohten Teams in den vergangenen Wochen eifrig gepunktet haben, stehen die Schwarz-Gelben fast bereits mit dem Rücken zur Wand und wollen versuchen, das 2:4 aus dem Hinspiel zu revidieren.
Aufstellung Sparta: Kevin Nöhren, Steven Schmeisser, Alexander Reinhardt, Pawel Martyn, Alexander Steinpreis, Arda Evrem, Sedat Ekinci (52. Minute Nikolai Dückmann), Jeffrey-Appiah Stock, Daniel Klassen (62. Minute Bardiya Pourrahmati), Alexander Brandt (74. Minute Georg Schulz), Dennis Schweer.