Ohne Pokal und ohne Punkte

Dauerstress fordert Tribut bei Sparta Langenhagen

Spätestens nach der deutlichen 1:5-Niederlage im Kreispokal-Endspiel gegen den SV Ihme-Roloven dürfte klar geworden sein, dass die englischen Wochen mit einem Mammutprogramm an Nachholspielen den Spartanern zu viel Substanz gekostet haben. Nicht nur, dass es an geistiger und physischer Frische fehlt, nein, auch der knappe Spielerkader wird durch Verletzungen immer stärker dezimiert. Im Pokalkampf erwischte es nun den Kapitän Cem Erkan, der kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit mit einer Adduktoren-Blessur den Platz verließ und für den Rest der Saison ausfallen wird. Unmittelbar vor dem Anpfiff musste Coach Jamal Miri die erste Hiobsbotschaft des Tages verdauen, als sich Mirko Reinicke wegen Übelkeit und Kreislaufbeschwerden abmeldete und somit Miri erneut selbst zum Einsatz kam. Vor mehr als 300 Zuschauern, darunter eine stattliche Delegation aus Langenhagen, starteten die Schwarz-Gelben zunächst gut ins Spiel und gingen in der 26.Minute durch Gezim Kelmendi in Führung. Die Antwort der favorisierten Ihmer ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Fünf Minuten später stellte der auffällige Marijan Geric den Ausgleich her, als Spartas Abwehr von einem Pass in die Schnittstelle überrascht wurde. Bei einem Pfostenschuss des gleichen Spielers stand Hasso Hafez noch das Glück zur Seite während er bei Alex Bittners Flatterball aus gut 20 Metern zum 1:2-Pausenstand machtlos war (41.). Die lautstarke Unterstützung der eigenen Anhänger half den irgendwie gehemmt auftretenden Schwarz-Gelben auch im zweiten Abschnitt nicht. Im Gegenteil, Ihme-Roloven übernahm zunehmend die Kontrolle und nach einem Ballverlust von German Ullmann am eigenen Strafraum hatte Onur Özer keine Mühe, die Lederkugel zum 1:3 über die Torlinie zu bugsieren (64.) Die Elf vom Silbersee hatte dem in der zweiten Halbzeit lediglich eine echte Chance durch Niklas Neumann (74.) entgegen zu setzen. Kurz vor dem Abpfiff nutzte Bittner mit einem Doppelschlag die einsetzende Resignation der Spartaner zum Ausbau des Ergebnisses. Dem Feuerwerk ihres Teams auf dem Feld ließen die Ihme-Roloven-Fans anschließend ein Bengalo-Feuerwerk am Spielfeldrand folgen, während die Miri-Truppe sich einigermaßen enttäuscht auf den Heimweg machte, wo Klubwirt Laso ein Buffet zur Stärkung vorbereitet hatte.
Ohne ihren Trainer, der sich zu einem Kurz-Urlaub in der Türkei aufhält, traten die Spartaner am Sonntag an der Buschriede in Garbsen beim TSV Schloß-Ricklingen an. Die Platzherren gelten nicht als besonders heimstark, verfügen jedoch zu Hause über eine immense Treffsicherheit ihrer Angreifer mit bis dato insgesamt erzielten 43 Toren. Diesem Kontingent konnten nun weitere fünf hinzugefügt werden, weil die Schwarz-Gelben sich einen zehnminütigen Blackout leisteten. Eine halbe Stunde lang tat sich herzlich wenig. Beide Mannschaften beschränkten sich auf Ballhalten im Mittelfeld, sodass im Offensiv-Bereich Flaute herrschte. Dann folgte förmlich eine Explosion, zu der Sparta unfreiwillig durch haarsträubendes Abwehrverhalten die Zündung lieferte. Pierre Eckwert (30.), Dominik Strunkey (32.), Robin Oltmanns (37.) sowie Felix Beiser (40.) schraubten das Ergebnis zur Halbzeit auf 4:0. Die hitzigen mannschaftsinternen Diskussionen während der Pause schienen auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein, denn Ali Damergi gelang unmittelbar nach Wiederanpfiff das 4:1. Als der Angreifer drei Minuten später auf dem Weg zu seinem zweiten Treffer rüde von den Beinen geholt wurde, erhielt Gegenspieler Ergun Tüten als letzter Mann glatt Rot. Leider gab es nur einen Freistoß , den Linksfuß Mirko Reinicke in die Mauer setzte.
Besser lief es bei der nächsten Standardsituation, die von Issa Saado eingeleitet und von Gezim Kelmendi zum Anschlusstreffer verwertet wurde (53.). Damergis Volleyschuss unter die Lattenunterkante hätte fast das 4:3 hergestellt, was dann aber drei Minuten später fiel. Sedat Ekinci drückte einen Abpraller über die Linie, was den Spartanern weiteren Auftrieb gab. Trotz drückender Überlegenheit während der letzten hektischen Viertelstunde gelang der Ausgleich nicht mehr. Schmerzlich wird man Torjäger Damergi im nächsten Spiel vermissen, der sich in der Nachspielzeit (90.+4)eine Ampelkarte wegen Meckerns einhandelte. Ganz am Ende der siebenminütigen Nachspielzeit beendete der gerade eingewechselte Kevin Baldrick mit seinem Tor zum 5:3 eine kurios verlaufene Partie.
Der Stress geht für Sparta unvermindert weiter. Binnen achtzehn Tagen müssen bis zum Saisonende noch sechs Begegnungen ausgetragen werden. So stand gestern auf eigenem Platz die Partie mit dem SC Garbsen auf dem Plan und am Samstag um 15 Uhr das Rückspiel gegen den gleichen Gegner in Garbsen. Am Pfingstmontag gastiert dann um 15 Uhr der FC Wacker Neustadt auf dem Sportplatz am Silbersee.
Aufstellung Sparta: Hafez Hasso; David Waziri, Vahit Erdem, Issa Saado, Niklas Neumann, German Ullmann, Gezim Kelmendi, Rinaz Ossman (46. Minute Juri Cuiko), Sedat Ekinci, Ali Damergi, Mirko Reinicke (80.Minute Momen Hrichi).