Regen, Heimrechttausch und ein Punkt

Landesliga: Krähen mit unerwartetem Heimspiel - das ohne Tor bleibt

Kurzfristige Spielabsagen, die Mannschaft und Anhänger auf dem Weg zum vermeintlichen Auswärtsspiel erreichen; Schiedsrichter, die eine Begegnung, zu der die Teams schon bereitstehen, aufgrund der Platzverhältnisse nicht anpfeifen - man hat im Amateurfußball schon so manches erlebt. Doch das, was am letzten Sonntag geschah, dürfte etwas Neues gewesen sein. Denn ursprünglich sollte nachmittags im Burgdorfer Stadion das Landesligaspiel zwischen der TSV Burgdorf und dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide angepfiffen werden. Nach den vielen Regenfällen, mit denen der Sonntag begonnen hatte, wurde der Platz in Burgdorf jedoch von der Stadt gesperrt. Doch statt der erwarteten Verlegung auf einen späteren Termin wurde sich darauf verständigt, das Heimrecht zu tauschen. Diese Entscheidung fiel um die Mittagszeit, und so standen die ehrenamtlichen Helfer des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide vor der Aufgabe, innerhalb kürzester Zeit ein unerwartetes Heimspiel zu organisieren. Es sollte gelingen. Und dass sich dann trotz der Umstände und der ungemütlichen Witterung rund 80 Zuschauer einfanden, war schon bemerkenwert. Diese wurden jedoch nicht gerade mit einem hochklassigen und torreichen Fußballspiel belohnt. Es war das Duell zweier Teams, die am ersten Spieltag eine Niederlage hatten einstecken müssen. Es schien nun, als seien die Krähen deutlich dichter dran, den ersten Saisonsieg einzufahren. Denn es ging vornehmlich in eine Richtung - in die des gegnerischen Tores. Der TSV KK dominierte die Begegnung und kam zu einer Vielzahl an Möglichkeiten. Nach einem sehenswerten Alleingang spielte Daniel Mücke den Ball zu Marcel Kunstmann, dessen Schuss von Burgdorfs Keeper Nico Lindner pariert wurde. Tom Selzam scheiterte mit seinem Nachschuss. Nach einem Freistoß durch Jannis Neugebauer verfehlte ein Kunstmann-Kopfball sein Ziel, und ein Flachschuss durch Selzam brachte ebenfalls nicht den gewünschten Effekt. Dann kam die größte Gelegenheit für die Rot-Blauen, als sie den Ball unmittelbar nacheinander dreimal in Richtung Nico Lindner schossen, es jedoch nicht vermochten, das Spielgerät über die Linie zu bringen. So ging es beim Stand von 0:0 in die Kabinen.
In der zweiten Halbzeit gab es zunächst ein ähnliches Bild. Die Krähen dominierten die Partie, ohne daraus Kapital schlagen zu können. Ein Freistoß von Neugebauer aus rund 18 Metern ging rechts am Tor vorbei. Später versuchte es Neugebauer auf andere Weise. Aus aussichtsreicher Position machte er sich nicht daran, den Ball um die Mauer herumzuzirkeln. Statt dessen gab er einen Flachschuss ab, in der Hoffnung, die Mauer würde hochspringen, und der Ball würde in diesem Moment unter ihr hindurchrutschen. Doch auch dieses Vorhaben misslang. Mittlerweile hatten sich die Verhältnisse geändert. Der TSVKK hatte einen Teil seiner Dominanz preisgegeben, so dass nun die Burgdorfer mehr Spielanteile hatten. Sie schafften es jedoch nicht, per Konter für Gefahr zu sorgen. Bei den Krähen schien sich jedoch mehr und mehr eine Verunsicherung einzuschleichen. So kamen zu den Schwierigkeiten im Torabschluss einige verlorene Zweikämpfe und ungenaue Zuspiele hinzu. Die Begegnung wäre vielleicht anders verlaufen, hätten die Krähen bereits in Führung gelegen. Doch noch immer stand es 0:0. Da auch die letzten Möglichkeiten ungenutzt blieben, änderte sich am Spielstand nichts mehr. Zufriedene Gesichter konnte man bei den Krähen nach dieser Partie nicht ausmachen. Die Mannschaft schafft es derzeit nicht, solch starke Leistungen wie sie noch etwa beim Porta-Pokal gegen Arminia Hannover gezeigt hatte, abzurufen. Das Trainerteam um Pascal Preuß steht nun vor der Aufgabe, den Saisonstart mit seinem Team aufzuarbeiten und die Mannschaft auf das schon am Dienstag, 24. August, um 19 Uhr stattfindende Auswärtsspiel beim TuS Sulingen vorzubereiten.
Mannschaft: P. Houck, Pickert, Dosch, Marre (ab 57.Schorler), Hübner, König (ab 50.Schuder), Mücke, Pfeuffer (ab 76.Schmidt), Selzam, Neugebauer (ab 68.Malarowski), Kunstmann Trainer: Preuß