SC Langenhagen ärgert Bundesligisten

Der SCL brachte die Abwehr der Roten oftmals in Bedrängnis.Foto: O. Krebs
 
War auch nach dem Abpfiff gefordert: Konstantin „Kocka“ Rausch.Foto: O. Krebs

Caglayan Tunc erzielt den Ehrentreffer

(rt). Es ist der Traum eines jeden Amateursportlers, die Großen der Branche ein wenig zu ärgern. Und wenn dann noch ein eigenes Erfolgserlebnis hinzukommt, kann es kaum eine Steigerung geben. Als der ehmalige 96-er Matthias Braczkowski in der 74. Spielminute energisch auf der Außenbahn zum Solo ansetzte und das Leder über mehrere Stationen zu Caglayan Tunc kam, machte dieser kurzen Prozess. Mit einem trockenen Spannschlag überwand er aus 13 Metern den starken Pascal Nagel im Kasten der Roten. Dass die Partie des Oberligisten gegen Hannover 96 am Ende mit 4:1 für den Bundesligisten endete störte nur wenige der 1.200 Zuschauer im Walter-Bettges-Stadion. Zu viel lief an diesem Nachmittag so recht nach dem Geschmack der Langenhagener, als dass man Trübsal hätte blasen müssen. Bis auf einen kurzen Schauer blieb das Wetter stabil, ein neuer Sponsorenvertrag konnte mit Toto Lotto präsentiert werden und die eigene Mannschaft spielte wie schon in der laufenden Saison herzerfrischend auf. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka fand hingegen nur schwer in die Partie gegen einen engagiert kämpfenden Gegner, der immer wieder vereinzelte Nadelstiche setzen konnte. Nach zwei guten Torchancen von Jan Schlaudraff und Konstantin Rausch, näherte sich der SCL mit einigen Fernschüssen dem von Nagel gehüteten Gehäuse an. Der technisch versierte Tunc scheiterte nur knapp allein vor dem herausstürzenden dritten Keeper der Roten. Michael Habryka, der ein enormes Laufpensum absolvierte, kam einen Schritt zu spät. Dazwischen lagen wahnwitzige Weitschussversuche von Sergio Pinto, die den Kasten meist weit verfehlten. Tunc nach Superkombination und Habryka scheiterten erneut am Schlussmann. Als ein leichter Regenschauer einsetzte muss der Unparteiische kurzzeitig die Orientierung verloren haben, als er für alle überraschend auf den Elfmeterpunkt zeigte. Sollte der großartige Auftritt des Gastgebers so banal gestoppt werden? Nein; Rausch hatte ein Einsehen und knallte das Leder gegen die Latte. Mit einem gerechten torlosen Remis wurden die Seiten gewechselt. In der Kabine des Bundesligisten muss es dann mächtig gerumst haben. Nach dem Wechsel, den der SCL mit fünf neuen Spielern begann, drehte der Erstligist richtig auf. Jetzt lief der Ball im entsprechenden Tempo durch die Reihen der Profis. Doch wieder war es Habryka, der für Verwirrung sorgte, als er elfmeterwürdig gefoult wurde. Nach einem langen Abschlag fackelte Tunc nicht lange und verfehlte das Ziel nur um Haaresbreite. Innerhalb von neun Minuten war dann schnell alles vorbei. Deniz Aycicek traf zweifach (60. und 69. Minute) nach flinken Kombinationen, Christian Schulz (67. Min) nickte per Kopf nach einem Eckstoß ein. Den Treffer von Tunc konterte Rausch mit einem abgefälschten Freistoßtor. Doch dabei blieb es, was die Verantwortlichen zu Lobeshymnen auf die eigenen Akteure hinreißen ließ. Ein wirklich mehr als überzeugender Auftritt einer neu formierten Truppe, die die Gäste zeitweise verzweifeln ließ. In einem geschlossenen Verbund stachen Alexander Dlugaiczyk, Björn Lambach, Caglayan Tunc und Michael Habryka heraus. Morgen ab 15 Uhr ist dann wieder Oberligaalltag angesagt. Und da ist der SCL der Große, der sich vom Lüneburger SK Hansa nicht die Butter vom Brot nehmen lassen will.