Sensationelles Qualifikationsturnier

Sie sind bei der EM dabei: (von links) Maurice Hauss, Peter-Phillip Kienast (Teamchef), Patrick Maleitzke und Oliver Winter. (Foto: G. Gosewisch)
 
Knapper Sieg mit Taktik: Team "Niedersachsen/Rheinland" (weiß) gewinnt die EM-Qualifikation. (Foto: G. Gosewisch)

Peter-Phillip Kienast bei der Polo-EM dabei

Kaltenweide (gg). Am Pfingstwochenende wurde in Maspe Deutschlands bester Polosport gespielt, denn es ging um die Qualifikation für die Europameisterschaft. Die findet im September ebenfalls in Maspe statt. Statt einer Nominierung der Spieler für das EM-Team durch den Poloverband, formierten sich die stärksten Spieler aus Deutschland in sechs Teams und traten zum Turnier an. Mit dabei der Gastgeber in Maspe und Präsident des Niedersächsischen Polo-Clubs Wolfgang Kailing und der Wedemärker Peter-Phillip Kienast, allerdings in getrennten Teams. In zwei Gruppen mit jeweils drei Teams standen nach drei Spieltagen die Gruppensieger fest, die am Pfingsmontag beim Finale um die EM-Qualifikation kämpften. Das Team „Niedersachsen/Rheinland“ mit Maurice Hauss, Peter-Phillip Kienast (Teamchef), Patrick Maleitzke und Oliver Winter gewann und wurde für eine ausgeglichene Teamleistung mit der EM-Nominierung belohnt. Mit einem Handycap von jeweils +2 (gesamt +8) ausgestattet, harmonierte das Team trotz des starken Gegners, Team „Schleswig-Holstein/Bayern“, gab weniger Ball-Kontakte verloren und siegte am Ende mit 9:6. „Bis zur Hälfte des Spiels war es ausgeglichen, da hätten wir leicht verlieren können“, fasst Kienast zusammen. Erst zum Ende konnte der Vorsprung von drei Toren erkämpft werden, das brachte Zuversicht. Trotz eines solchen Drucks gelang es, die eigene Taktik durchzuziehen. Kienast nahm den stärksten gegnerischen Spieler, Deutschlands Zweitbesten Christopher Kirsch mit einem Handycap von + 4, immer wieder den Spielfluss. Ein ganz großes sportliches Ziel sei für ihn in Erfüllung gegangen: „Bei der EM dabei zu sein, ist phantastisch“, sagt Kienast und freut sich, dass sich das harte Training gelohnt hat. Als reiner Amateur spielt er an jedem Wochenende und „so viel wie möglich in der Woche“, wie er sagt. Verlass sei auf sein Team, das für Kienast Unterstützung beim Training der fünf Pferde, die er je Spiel einsetzt, liefert.
Platz drei im Wettkampf erzielte am Ende das Team „Berlin/Niedersachsen“ mit Wolfgang Kailing mit einem 11:0 gegen das Team „Hamburg/Bayern“. „Dass ihm die Mammutaufgabe der Turnierorganisation gelingt, hat keiner bezweifelt. Es ist aber grandios, was hier möglich ist und logistisch gelöst wird“, kommentiert Kienast und ergänzt, dass immerhin 200 Pferde an den Turniertagen zu versorgen waren und dass jeder Spieler mit einem Team vor Ort ist. „Der Sport stand im Mittelpunkt, wir sind sehr froh über den Verlauf. Wir haben kaum Sponsoren und keine Besucherwerbung gemacht, trotzdem waren täglich rund 500 Zuschauer da.“ Für Ordnung auf dem Parkplatz und am Einlass sorgte die Ortsjugendfeuerwehr Langenhagen. Auch als Schiedsrichter an den Toren waren die Jugendlichen zwischen zehn und 16 Jahren aktiv, haben erlebt wie schnell und hart der Wettkampf war. Jugendwart Andreas Mildner ergänzt: „Wir sind froh, dass es keine Verletzten gab. Stürze kommen ja mal vor, direkt vor unseren Augen gab es sogar eine Dreifach-Rolle von Pferd und Reiter.“
Die Polo-Europameisterschaft findet vom 6. bis 16. September auf dem Poloplatz in Maspe statt, die Federation of International Polo (FIP) hat den Niedersächsischen Polo-Club e. V. offiziell mit der Ausrichtung der EM 2012 beauftragt.