Sparta außer Rand und Band

Kolenfeld nimmt beim 5:1 leicht drei Punkte mit

Harmlos, konzeptlos und zum Schluss auch noch lustlos – mit diesen Negativ-Attributen ist Spartas Auftritt im dritten Saison-Heimspiel wohl am besten skizziert. Kaum zu glauben, dass sich die Elf vom Silbersee vor dieser Partie eigentlich ausgerechnet hatte, mit einem Dreier Anschluss an das obere Tabellendrittel zu halten. Die Tendenz zeigt nunmehr jedoch einen Abwärtstrend, der die Schmeisser/Burgmüller-Schützlinge schon in Kürze auf einen Abstiegsrang führen kann. Dazu kommt, dass der torgefährlichste Angreifer, Alexander Steinpreis, nach seiner roten Karte wegen einer Rangelei mit seinem Gegenspieler wohl mit einer Sperre vorerst seiner Truppe fehlen wird. Man darf gespannt sein, ob das Team angesichts dieser Begleitumstände in den anstehenden Begegnungen mit dem TSV Horst, SC Garbsen sowie MTV Engelbostel-Schulenburg dieses Szenario vermeiden kann.
Kolenfeld präsentierte sich keinesfalls als Über-Mannschaft, zeichnete sich im Gegensatz zu den Platzherren jedoch durch schnörkelloses Spiel und ein homogenes Auftreten aus. Bei Sparta indes fehlte es an mannschaftlicher Harmonie, ein Defizit, das besonders in der Abstimmung untereinander deutlich wurde. Zwar bot sich Björn Krüger die erste echte Torchance in der achten Minute, der Führungstreffer aber gelang den Gästen im Gegenzug durch Oliver Haßlöcher. Verständlich zwar, dass der frühe Rückstand nicht gerade förderlich für die ohnehin von Hektik und Ungenauigkeit geprägten Aktionen der Schwarz-Gelben war, aber etwas mehr Spielkultur und Einsatzfreude hätte es schon sein dürfen. Zwei eklatante Stellungsfehler jeweils nach Eckbällen ermöglichten es dem TSV in der 28. und 39. Minute durch Christopher Lamprechts Kopfbälle den Vorsprung gar auf 3:0 zu erhöhen. Pech hatte Steinpreis danach mit einem Schuss an den Innenpfosten sowie zwei Minuten vor dem Seitenwechsel, als Kolenfelds Keeper Lohmann prächtig bei seinem Kopfball reagierte.
Die leichten Hoffnungen, doch noch eine Wende herbeiführen zu können, lebten auf, als Arda Evrem in der 66. Minute ebenfalls per Kopf zum 1:3 verkürzen konnte. Zuvor war der an diesem Tage glücklose Steinpreis zweimal in aussichtsreicher Position am Torwart gescheitert. Erneut Haßlöcher sorgte mit dem 1:4 auf der Gegenseite dafür, dass seine Farben beruhigt in die letzte Viertelstunde gehen konnten. Nur noch mit neun Feldspielern ab der 76. Minute erlahmte dagegen Spartas Widerstand völlig und sogar noch der fünfte Treffer durch Christian Treptes Drop-Kick aus gut 20 Metern – noch leicht abgefälscht von Krüger – musste hingenommen werden. Eine blamable Niederlage vor eigenem Publikum war perfekt! Mannschaft und Trainer sind nun gefordert, Ursachenforschung für das Versagen auf ganzer Linie zu betreiben. Die anstehende Aufgabe beim TSV Horst, der als Tabellennachbar auf Rang elf bisher ebenfalls hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist, wird Aufschluss darüber geben, ob das Team in die Erfolgsspur zurückkehren kann.
Aufstellung: Ebenezer-Kingston Addico; Alexander Brandt (22. Minute André Meyer), Sven Hoffmann, Ömer Sitar, Andrews Asare (46. Minute René Salato), Marcel Damerius (53. Minute Frederick Krell), Arda Evrem, Björn Krüger, Dennis Schweer, Alexander Steinpreis, Eyüp Levent.