Sparta bangt um den Klassenerhalt

0:4-Niederlage in Neustadt erhöht die Abstiegsgefahr

Beim Tennis würde man wohl von einem vergebenen Matchball sprechen. Im Fußballer-Jargon brachte es Coach Bernd Burgmüller auf den Punkt: „Wir haben es heute versäumt, den Überraschungserfolg beim TSV Kolenfeld unter der Woche zu veredeln!“ Fünf Tage nach dem unerwarteten 5:3 -Triumph (Treffer Schweer (3), Dückmann und Steinpreis) sehen sich die Spartaner durch die klare Niederlage beim bisherigen Tabellenvorletzten Wacker Neustadt mit der Realität konfrontiert und diese heißt Abstiegskampf pur. Wieder auf dem 15. Rang und zum Teil zwei Spiele mehr als die ebenfalls gefährdeten Mitbewerber. Da ist jetzt in den letzten vier Spielen am Silbersee ein Kraftakt erforderlich. Dabei wähnten sich die Schwarz-Gelben bei den nicht unbedingt als besonders treffsicher bekannten Gastgebern durchaus auf Augenhöhe und waren mit Zuversicht angereist. Den besseren Start erwischte jedoch Wacker und Spartas neuer Keeper Thomas Halmanseder konnte sich sogleich auszeichnen. Die Elf vom Silbersee versuchte zu häufig mit lang nach vorn geschlagenen Bällen die Angreifer Alexander Steinpreis sowie Arda Evrem in Szene zu setzen, blieb dabei allerdings gegen die meist aufmerksame Abwehr der Platzherren oftmals nur zweiter Sieger. Insgesamt war festzuhalten, dass die Harmonie und das Zusammenspiel merklich zu wünschen übrig ließen. Es fehlte einfach ein durchdachter, konstruktiver Spielaufbau, um torgefährlich im gegnerischen Strafraum aufzukreuzen. Als Dennis Schweer allerdings in der 13. Minute am Fünfmeter-Raum zu Fall gebracht wurde, hätte durchaus ein Elfmeter verhängt werden können. Mit fast 30 Metern Anlauf kam Neustadts Vedat Aygün in der 17. Minute ungestört zum Schuss und brachte seine Elf mit 1:0 in Front. Mit etwas mehr Aggressivität bereits im Mittelfeld und in der Innenverteidigung wäre dieser Treffer allemal zu verhindern gewesen. Die Partie plätscherte fortan ohne nennenswerte Höhepunkte dahin und so manche Aktion ließ erkennen, warum beide Teams um den Klassenerhalt bangen. Zweifellos eine Schwächung mussten die Schwarz-Gelben kurz vor dem Seitenwechsel hinnehmen; Alexander Steinpreis konnte nach einem Tritt auf den Knöchel nicht weiterspielen. Den besseren Start im zweiten Abschnitt erwischten die Spartaner. Einmal scheiterte Schweer vom Anstoß weg am FC-Keeper und in der 62. Minute landete ein Kopfball von Björn Krüger nur am Querbalken. Damit hatte man allerdings sein Pulver verschossen und spätestens als eine gewagte Parade von Halmanseder vom Schiri mit Strafstoß geahndet wurde landete die Moral vollends im Keller. Erneut Aygün traf zum wohl vorentscheidenden 2:0 für Wacker (68. Minute). Die Ordnung im Deckungsverbund ging nahezu verloren, sodass Jan Pischel (73.) sowie Marc Dahlke (79.) per Doppelschlag leicht die Führung uneinholbar ausbauten. Inzwischen war die Silbersee-Elf durch den verletzungsbedingten Ausfall von Pawel Martyn nur noch mit neun Feldspielern auf dem Rasen. Sogar der Ehrentreffer blieb Sparta gegen Spielende vorenthalten nachdem Alexander Brandts Schuss vom Innenpfosten ins Feld zurücksprang.
Wenn am Sonntag um 15 Uhr der TSV Berenbostel zum vorletzten Heimspiel der Saison am Silbersee aufkreuzt, steht den Spartanern wohl erneut ein schwerer Gang bevor. Gilt es doch nicht nur, die 1:7 Hinspiel-Schlappe vergessen zu machen sondern den vielleicht letzten Strohhalm im Abstiegskampf zu ergreifen.
Aufstellung Sparta: Thomas Halmanseder; Jeffrey-Appiah Stock, Pawel Martyn, Bardiya Pourrahmati (58. Minute Alexander Brandt), Alexander Steinpreis (37. Minute Frederick Krell), Björn Krüger, Daniel Klassen (46. Minute. Steven Schmeisser), Sedat Ekinci, Alexander Reinhardt, Dennis Schweer, Arda Evrem.