Sparta dezimiert sich selbst

3:0: Reserve des TSV KK dominiert das Derby

Sechs Mal in Folge waren die Spartaner vor diesem Derby ohne Niederlage geblieben, und so fuhr die Mannschaft nicht ganz ohne Hoffnung an den Waldsee zum TSV KK II. Zwar fehlte in der Viererkette der zuletzt überzeugende Marcel Damerius, doch ansonsten hatte Coach Klaus Bornträger seine Stammelf an Bord und auch auf der Auswechselbank drei Aktive in der Hinterhand. Die Frage, ob etwa die ungewohnte Anstoßzeit am Sonnabendnachmittag oder doch eher die hochmotivierten Hausherren den Schwarz-Gelben mehr Probleme bereiteten, war früh beantwortet. Die Krähen ließen schnell erkennen, dass sie das Heft des Handelns von Beginn an in der Hand halten wollten. Spartas Aufbauspiel wurde bereits an der Mittellinie erfolgreich gestört und nach Ballgewinnen schnell und zügig auf Offensive umgeschaltet. Besonders über die Außenpositionen setzten die Schulz-Schützlinge die DJK-Abwehr immer wieder unter Druck. Der Führungstreffer nach einer Viertelstunde fiel dann auch folgerichtig im Anschluss an eine Hereingabe Marco Mombergs. Sehr zum Leidwesen von Issam Hjoula in Spartas Gehäuse betätigte sich Korkmaz Gürek dabei als Schütze ins eigene Tor. Bei einem Schuss an den Innenpfosten, der dem Keeper danach glücklicherweise in die Arme sprang, lag kurz darauf sogar das 2:0 in der Luft. Dem hatte die Elf vom Silbersee im ersten Spielabschnitt nur eine nennenswerte Aktion entgegen zu setzen und zwar bei einem Freistoß, den Alexander Steinpreis von der Strafraumgrenze neben das Tor schlenzte.
Die Halbzeit-Ansprache von Bornträger schien zunächst Wirkung bei seinen Mannen hinterlassen zu haben. Mit besserer Struktur in der Vorwärtsbewegung erarbeitete das Team sich Feldvorteile, ohne dass dabei Zählbares herauskam. Sicherlich auch eine Folge der sehr eigensinnigen Spielweise, denn der Versuch mit technischen Kabinettstückchen und übertriebenen Dribblings auf engstem Raum Wirkung zu erzielen, musste gegen die nun vielbeinige TSV-Deckung einfach scheitern. Eine Schlüsselszene in dieser Begegnung dürfte die Ampelkarte wegen Meckerns in der 71. Minute für Selami Karagülle gewesen sein. Fortan verloren die Spartaner völlig den Faden und damit auch die Spielkontrolle. Dem einsetzenden Frust war es danach wohl geschuldet, dass sich Torjäger Steinpreis zu einem verbalen Disput mit den Zuschauern hinreißen ließ und dafür vom souveränen Schiedsrichter Daniel Weiß (RSE) mit Rot des Feldes verwiesen wurde (78. Minute). Der Rest ist schnell erzählt: Die Hausherren hatten gegen dezimierte und resignierende Gäste nun leichtes Spiel und erhöhten durch Acur Servan (80. Minute) sowie Jan Ludewig (83. Minute) noch auf 3:0.
Ob es den Spartanern im Auswärtsspiel am Sonntag um 14 Uhr beim neuen Tabellenzweiten TSV Horst gelingen wird, sich für die 1:2-Hinspiel-Niederlage zu revanchieren, ist fraglich. Der Ausfall des nun gesperrten Steinpreises ist nur schwer zu kompensieren.

Aufstellung: Issam Hjoula; Korkmaz Gürek, Selami Karagülle, Frederick Krell (ab 83. Minute Kevin Czerwinski), Igor Pavlovic, Ali Gürek, Sükrü Temin, Dietmar Modjesch, Murat Temin (ab 46. Minute Arda Evrem), Alexander Steinpreis, Ergün Gürek.