Sparta und Coach Bornträger trennen sich

1:7: Talfahrt setzt sich fort

Wenn es noch eines Nachweises bedurfte, wie es derzeit um das Leistungsvermögen und Selbstvertrauen der Silbersee-Elf bestellt ist, dann wurde dieser in der Heimbegegnung mit dem Tabellenelften aus Garbsen endgültig erbracht. Konzept- und kraftlos sowie völlig verunsichert stolperte die Mannschaft in eine geradezu historische Heimschlappe. Sieben Gegentore auf eigenem Platz in einem Punktspiel stellen jedenfalls in den Annalen der 1.Herrenmannschaft ein absolutes Novum dar. Die Reaktion von Spartas Verantwortlichen auf dieses Desaster ließ dann auch nicht lange auf sich warten: Unmittelbar nach Spielschluss verkündete Spartenleiter Ingo Schmeisser die Trennung vom bisherigen Trainer Klaus Bornträger. Da auch einige Spieler Abwanderungsgedanken hegen, steht man nun kurz vor der Winterpause vor einer ungewissen Zukunft. „In Anbetracht vieler Vorkommnisse und Disziplinlosigkeiten, die das Ansehen des Vereins über die Bezirksgrenzen hinaus beschädigt haben, wollen wir uns neu aufstellen“, so Schmeissers Kommentar. Er wird die Mannschaft interimsmäßig selbst bis zur Verpflichtung eines Nachfolgers betreuen und setzt dabei besonders darauf, die zuletzt völlig unbefriedigende Trainingsbeteiligung zu reaktivieren.
Dass es gilt, in dieser Hinsicht einiges aufzuholen, wurde in der Partie gegen Garbsen nur allzu deutlich. Neben spielerischen Defiziten haperte es an Lauf- und Einsatzbereitschaft, sicherlich auch Folge fehlender konditioneller Voraussetzungen. Hinzu kamen Abstimmungsprobleme nicht nur in der Defensivabteilung, die den Gästen nahezu ungehinderten Zugang in Spartas Strafraum ermöglichten. Bislang eilte den SC-Angreifern nicht unbedingt der Ruf hoher Torgefährlichkeit voraus; Einladungen, wie sie die Schwarz-Gelben präsentierten, konnte man jedoch nicht auslassen. Dennis Niespodziany machte nach zehn Minuten den Anfang und binnen weiterer acht Minuten erhöhte Kai Wendelken auf 0:3. Bei Niespodzianys zweitem Treffer (39. Minute) wähnte man den Schützen leicht im Abseits, aber selbst in der Bundesliga verlieren die Unparteiischen manchmal den Durchblick. Dem hatten die Hausherren lediglich einen Lattenschuss von Ali Gürek entgegenzusetzen. Garbsens 42-jähriger Spielertrainer Matthias Doppke verlebte als Abwehr-Chef einen geruhsamen Nachmittag.
Nur 40 Sekunden währte nach Wiederanpfiff die Hoffnung der Spartaner, vielleicht doch noch eine Wende herbeiführen zu können. Soeben hatte Arda Evrem das 1:4 markiert, als im Gegenzug Wendelken den bedauernswerten Issam Hjoula erneut überwand (46. Minute). Den Torhunger ebbte danach ab, und erst als es dem Ende zuging, schlugen Vahidin Mehmedovic und Bastian Schreiber für Garbsen nochmals zu. Ali Gürek sah zuvor wegen Foulspiels die Rote Karte und Evrem scheiterte mit einem Elfmeter.
Mit gemischten Gefühlen fährt Sparta am Sonntag nach Kolenfeld. Bereits das Heimspiel wurde gegen den Tabellensechsten mit 2:4 verloren. Beginn: 14 Uhr.

Sparta: Issam Hjoula; Korkmaz Gürek (46. Minute Marcel Damerius), Selami Karagülle, Frederick Krell, Murat Temin (ab 38. Minute Arda Evrem), Ali Gürek, Sükrü Temin, Dietmar Modjesch, Tayfun Samast (59. Minute Kevin Czerwinski), Tayfun Ciytak, Alexander Steinpreis.