Steven Schmeisser trifft nach 20 Sekunden

1:3: Nach Blitzstart herrscht bei Sparta Funkstille

Es sollte ein erfolgreicher Jahresabschluss werden im letzten Spiel vor der dreimonatigen Winterpause, das war zumindest der Plan der Spartaner im Heimspiel gegen den punktgleichen Tabellennachbarn aus dem Wunstorfer Ortsteil. Die Voraussetzungen dafür schienen vor Beginn nicht einmal die Schlechtesten zu sein, so konnten doch Coach Zoran Aladzic und sein Pendant Bernd Burgmüller diesmal auf dem Spielberichtsbogen insgesamt fünfzehn Aktive vermerken. Fast eine Luxussituation also, zumal sich auch Angreifer Lukas Lichtenstein wieder fit gemeldet hatte und sogleich in die Startformation rutschte. Mit einem Dreier wäre zudem eine komfortable Distanz zu den Abstiegsrängen hergestellt worden.
Die bisher nicht unbedingt als Schnellstarter bekannten Platzherren erwischten im wahrsten Sinne des Wortes einen Auftakt nach Maß. Eine Ballstafette über drei Stationen erreichte den in den Strafraum gelaufenen Steven Schmeisser nach gerade einmal 20 (!) Sekunden und der Youngster vollendete in Rekordzeit entschlossen zum 1:0. Mit dem Rückenwind dieses frühen Treffers blieben die Schwarz-Gelben in den folgenden Minuten tonangebend und drückten die Gäste förmlich in die eigene Hälfte. Dabei verfehlte Lukas Lichtenstein in der 7.Minute knapp das zweite Tor, als sein Schuss nur am Außennetz landete. Der aus Sparta-Sicht in dieser Phase gebotene Power-Fußball endete ziemlich abrupt nach etwa einer Viertelstunde, jedenfalls befreiten sich die Gäste zunehmend und brachten ihrerseits Spartas bisher kaum geprüfte Abwehr in Bedrängnis. Keeper Bernd Winkler stand dabei nun mehrfach im Brennpunkt und zeichnete sich durch reaktionsschnelle Paraden gegen Luthes trickreichen Zied Aloui aus. Auffällig viele Fehlpässe in der Vorwärtsbewegung verhinderten, dass die Elf vom Silbersee zu nennenswerten eigenen Angriffsaktionen kam. Irgendwie schien die Leichtigkeit abhandengekommen zu sein und eine gewisse Portion Nervosität tat ein Übriges. Das 1:1, das der ballsichere Alphonse Ndjitou mit einem sehenswerten Schuss vom äußeren linken Strafraumeck in der 43.Minute herstellte, war absolut verdient und das Unentschieden zur Pause schmeichelte eher den Gastgebern.
„Wir müssen wieder dominanter auftreten und den Kampf besser annehmen“, lautete die Parole von Zoran Aladzic für den zweiten Spielabschnitt. Marcel Gräger hatte die Worte seines Trainers wohl besonders verinnerlicht, als er sich unmittelbar nach Wiederanpfiff in einem harten Zweikampf verletzte und Tobias Sauermilch danach seinen Part übernehmen musste. Den gelben Karton erhielt er beim Verlassen des Rasens obendrein. Überhaupt zeigten die Spartaner nun die vom Trainer erwartete Reaktion zumindest was das kämpferische Element anbelangte. Nacheinander wurden Patrick Brodersen wie auch Dennis Schweer für ihren vielleicht etwas übermotivierten Einsatz mit Gelb bestraft. Gelassen, ja fast cool agierte dagegen der TSV, der in der 54.Minute von einer großzügigen Regelauslegung des Schiris Dennis Müller (TuS Seelze) profitierte. Thomas Blechert hatte bei seinem Kopfballtor zum 1:2 zweifellos Bernd Winkler im Fünfmeterraum maßgeblich behindert. Noch schlimmer kam es für die Hausherren in der 68.Minute: Der zuvor übel gefoulte Dennis Schweer ließ sich zu einem Schubser an seinem Kontrahenten hinreißen und bekam dafür die Ampelkarte gezeigt. In Unterzahl mobilisierte die Silbersee-Elf zwar danach nochmals alle Kräfte, allerdings fehlte mit dem Abgang von Schweer nun die ordnende Kraft im Mittelfeld. Ein kapitaler 20m-Schuss von Abwehrspieler André Lange, den Schlussmann Marvin Reinhold nur mit Mühe zur Ecke lenkte, stellte die größte Bedrohung für Luthes Gehäuse dar (75.Min.). Vier Minuten darauf sorgte Markus Stockum mit seinem Kopfball zum 1:3 für die Entscheidung in einer Partie, die so verheißungsvoll für Sparta begann und passend zur aufziehenden Dunkelheit ebenso trist endete.
Bis Anfang März nächsten Jahres ruht nun das Spielgeschehen. Bei Sparta hofft man, dass während der Winterpause keine weiteren Angänge hingenommen werden müssen und der Auftakt bei der ebenfalls abstiegsgefährdeten Reserve des TSV Havelse erfolgreich gestaltet werden kann.
Aufstellung: Bernd Winkler; Sven Hoffmann, André Lange, Niklas Neumann, Bilel Khlifi, Marcel Gräger (50. Minute Tobias Sauermilch), Lukas Lichtenstein (75. Minute Matthias Pollmann), Dennis Schweer, Patrick Brodersen, Steven Schmeisser (64.Minute Daniel Hupp), Levent Sönmez.