Strafstoß bremst Spartas Elan

0:6: Nach dem Seitenwechsel läuft nichts mehr

Spartas neuem Trainer-Duo, Ingo Schmeisser und Bernd Burgmüller, stand beim Abpfiff die Enttäuschung im Gesicht geschrieben. Soeben hatten die Hausherren im Duell mit dem Tabellenführer aus der Wedemark eine allzu deutliche Schlappe erlitten. Nicht etwa, dass sie Ihrer nach der Winterpause völlig neu formierten Truppe im Vorfeld eine Überraschung zugetraut hätten, aber fünf Gegentore in der zweiten Halbzeit, davon vier in der letzten Viertelstunde, verursachten dann doch leichtes Unbehagen. Da half es auch nicht, dass selbst MTV-Coach Oliver Gaglin von einem zu hohen Erfolg seines Teams sprach und die Spartaner unter Wert geschlagen sah. Mit dem Selbstvertrauen aus der recht erfolgreich absolvierten Vorbereitungsphase startete die Elf vom Silbersee und hielt dabei den torgefährlichsten Angriff aller Kreisliga-Staffeln in und um Hannover erfolgreich in Schach. Am Spielfeldrand wunderten sich die zahlreich erschienenen Anhänger beider Mannschaften über die hohe und dabei jederzeit faire Einsatzbereitschaft, denn immerhin fand diese Partie auf ungewohntem Geläuf – nämlich dem Aschenplatz an der Emil-Berliner-Straße – statt. In bester Obhut befand sich diesmal MTV-Goalgetter Björn Tiedtke, immerhin fünffacher Torschütze im Hinspiel, dem Marcel Damerius und Tobias Sauermilch keinen Entfaltungsspielraum ließen. Im Übrigen konnte man sich auf Tobias Lissner in Spartas Gehäuse verlassen, der ein gelungenes Debüt hinlegte.
Es lief eigentlich alles auf ein torloses Remis zur Pause hin, denn auch den Schwarz-Gelben fehlte es im Sturm an Durchschlagskraft. Lediglich Alexander Steinpreis mit einigen wuchtigen Schüssen aus der zweiten Reihe sowie ein Kopfball von Andrew Asare, der auf den Querbalken tropfte, sorgten für Gefahr. Drei Minuten vor dem Seitenwechsel wahrscheinlich der Knackpunkt dieser Begegnung: Jeffrey Stock versperrte MTV-Angreifer Stefan Kestner im Strafraum etwas zu ungestüm den Weg, was der Unparteiische mit einem Elfmeter-Pfiff ahndete. Rouven Kalac ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und vollendete unhaltbar.
Knapp zehn nach Wiederbeginn wurde die bis dahin noch intakte Moral die Spartaner endgültig gebrochen. Arda Evrem war der Ausgleich geglückt, den der Schiri auf Intervention seiner Assistentin an der Linie wegen vermeintlicher Torwartbehinderung zurücknahm. Im Gegenzug markierte Christian Wielsch das wohl vorentscheidende 0:2. Fortan lief es dann für Sparta wie immer in den letzten Spielen, die Ordnung auf dem Platz ging völlig verloren. Die Gäste nutzten die einsetzende Resignation zu weiteren leichten Toren.
Einen Gegner auf Augenhöhe haben die Spartaner am Sonntag in der Wedemark beim heimischen SC vor der Brust, zumindest was die Tabellenkonstellation betrifft. Die Gastgeber liegen auf Rang 12 nur einen Platz hinter der Silbersee-Elf.

Aufstellung: Tobias Lissner; Jeffrey Stock (69. Minute Ali Hacher), Tobias Sauermilch, Yavuz Agirman, Marcel Damerius, Dietmar Modjesch, Andrew Asare (46.Minute Frederick Krell), Dennis Schweer, Alexander Steinpreis, Arda Evrem (65. Minute Matthias Pollmann), Björn Krüger.