Trüber Tag trotz Tegtmeyers Traumtor

Krähen müssen sich in Pattensen geschlagen geben

Wenn der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide und der TSV Pattensen in der Fußball-Landesliga aufeinandertreffen, dann gibt es eine Gesetzmäßigkeit: Es gewinnt entweder die Heimmannschaft oder die Punkte werden geteilt. Am letzten Freitag wollten die Krähen diese Begebenheit durchbrechen und endlich den ersten Auswärtssieg im Duell Pattensen kontra Krähenwinkel landen.
Doch zunächst war das, was dort im Eröffnungsspiel der neuen Saison im Pattenser Stadion  an der Schützenallee passierte, so gar nicht nach dem Geschmack der mitgereisten Krähenanhänger. Denn nach einer Flanke von Simon Hinske traf Steve Goede schon in der fünften Minute zum 1:0 für den TSV Pattensen. Der Ernüchterung sollte dann jedoch alsbald ein großer Moment folgen. In der zwölften Minute durfte sich Außenverteidiger Nils Tegtmeyer als Schütze des ersten Krähenwinkeler Punktspieltreffers der Spielzeit 2018/2019 feiern lassen. Und dieses Premierentor war herrlich anzusehen: Aus nahezu 30 Metern zog Tegtmeyer ab. Wie ein Strich landete sein strammer Schuss im Gehäuse. Das Tor brachte den Krähen Auftrieb. Sie präsentierten sich von nun an in guter Form, ließen den Ball gut durch die Reihen laufen und zeigten einige
gelungene Kombinationen. So etwa jene, in der Lucas Schorler und Christopher Marre eine gute Torchance für Mohamed Akrout vorbereiteten, die jedoch ungenutzt blieb. Ebenso stark der Spielzug über Marre und Tegtmeyer, der den Ball Renè Legien auflegte. Pattensens Torhüter Armin Tvrtkovic entschärfte die Situation. Der TSV Pattensen agierte zunächst abwartend, um dann bei Ballgewinnen blitzschnelle Angriffe zu starten. So galt es für den TSV KK, tunlichst Fehler in der Vorwärtsbewegung zu vermeiden. Eroberten die Pattenser doch den Ball, waren sie in kurzer Zeit im anderen Strafraum und kamen dort zu zahlreichen Abschlüssen. Die größte Chance hatte die Heimelf, als der Ball nach einem Goede-Schuss in der 25.Minute die Latte touchierte. So ging es mit einem leistungsgerechten Unentschieden in die Halbzeitpause. Als die Mannschaften wieder auf dem Feld standen, hatten die Rot-Blauen die große Chance, in Führung zu gehen. Einem gut plazierten Eckball von Nils Tegtmeyer konnte Akrout mit dem
Kopf jedoch nicht die richtige Flugbahn verleihen. Es sollte für lange Zeit die letzte Tormöglichkeit für die Krähen bleiben. Denn nun übernahmen die Pattenser mehr und mehr die Spielkontrolle. Sascha Lieber mit einem Distanzschuss und Steve Goede, der den Ball knapp über das Tor beförderte, vergaben zunächst gute Möglichkeiten. In der 61.Minute war es dann passiert. Den Schuss von Darius Marotzke konnte Krähenwinkels Innenverteidiger Sebastian Helms noch abblocken, der Nachschuss des starken Sascha Lieber landete dagegen im Netz. Als Georg Schwarz dann in der 78.Minute mit
einem Kopfballtreffer auf 3:1 erhöhte, war das Spiel entschieden. Die Krähen hatten in der zweiten Halbzeit kein Mittel parat, um zurück ins Spiel zu finden. Kurz vor Schluss hatte Louis Trollmann  zumindest noch die Möglichkeit zur Ergebniskorrektur, Tvrtkovic war jedoch auf dem Posten. Am Ende wurde ein wenig über die recht kurz geratene Nachspielzeit lamentiert und über einen möglichen Protest gegen die Spielwertung nachgedacht, da ein Flutlicht nicht funktioniert hatte.
Doch letztendlich überwog beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide die Größe, anzuerkennen, dass der Gegner über die gesamten neunzig Minuten das bessere Team stellte und das Ergebnis somit in Ordnung geht.
Die Krähen werden in den nächsten Spielen darauf bedacht sein, die gute Leistung, die sie in Pattensen eine Halbzeit lang auf das Feld gebracht hatten, über die gesamte Spielzeit abzurufen. Am nächsten Sonntag, 12. August, beginnt um 15 Uhr das Auswärtsspiel bei Aufsteiger TV Stuhr. Zu Beginn einer Saison bei einem Aufsteiger anzutreten, der noch von einer gewissen Euphorie lebt, ist immer schwierig. Dennoch ist das Waldsee-Team bestrebt, die 120 Kilometer  lange Rückreise nicht mit leeren Händen anzutreten.

Mannschaft: J. Helms, Tegtmeyer (ab 80.Hübner), Dosch, S. Helms, Marre, Schorler, Pfeuffer (ab 63.Trollmann), Akrout (ab 57.Böttcher), Legien, Schmidt, Kunstmann Trainer: Przyklenk
Tore: 5.1:0 Steve Goede, 12.1:1 Nils Tegtmeyer, 61.2:1 Sascha Lieber, 78.3:1 Georg Schwarz