TSV kämpft herzerfrischend

Aber: Großartige erste Halbzeit bringt keine Punkte

Als die Mannschaft des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide bei ihrem Punktspiel am vergangenen Sonntag zur Halbzeitpause in die Kabine ging, wurde sie von anerkennendem Applaus ihrer Fans begleitet. Und diesen Applaus hatten sich die Krähen redlich verdient. Denn sie hatten großartige 45 Minuten abgeliefert und führten verdient mit 2:0. Dabei war der Gegner nicht irgendjemand: Mit dem Hannoverschen Sportclub war der Tabellenführer zu Gast, der in dieser Saison noch ohne jede Niederlage ist. Aus 16 Spielen hatten sie bis dato 14 Siege und zwei Remis geholt, dazu erst sechs Gegentore kassiert. In Krähenwinkel kam das siebte hinzu: Nach einer Ecke von Antonio Oliveira traf Bastian Schülke nach vier Minuten per Kopf zum umjubelten 1:0. Die Zuschauerinnen und Zuschauer konnten davon
ausgehen, dass der HSC nun erheblichen Druck entfachen würde. So kam es auch, doch fand das Team von Trainer Rainer Behrends gegen herzerfrischend kämpfende Krähen kein Mittel. Was der TSVKK in der ersten Halbzeit defensiv leistete, verdiente allerhöchstes Lob. Die Spieler warfen sich in jeden Ball und blockten reihenweise die Schussversuche der Hannoveraner ab. Ob Benjamin Sumpf, der nach einer sehr langen Verletzungspause ein beachtliches Comeback feierte, Bastian Schülke, Lars Leymann, Jan-Pascal Prick, Jan Thiemann oder Sascha Daniel – sie ließen nichts anbrennen. Und was doch mal auf den Kasten gab, wurde eine sichere Beute von Schlussmann Björn Reinhold. In der 40. Minute erhöhten die Krähen mit einem exzellent gespielten Angriff sogar auf 2:0. Lars Leymann erkämpfte sich den Ball in der eigenen Hälfte, ging nach vorne, spielte dann nach links zu Candy Walter, und dessen Vorlage brachte Thomas Neumann im Gehäuse unter.
Nach dem Seitenwechsel kamen jedoch acht Minuten, die für Ernüchterung beim rot-blauen Anhang sorgten. Der HSC traf dreimal; Deniz Ay, Mustafa Akcora und Florian Toussaint sorgten für den Spielstand von 2:3. KK-Trainer Markus Kallmeyer sprach von Konzentrationsmängeln in der zweiten Halbzeit und wird dabei mit Sicherheit verstärkt an das zweite HSC-Tor gedacht haben, als ein Teil
der Krähen bei einem gegnerischen Angriff vergeblich auf einen Abseitspfiff gewartet hatte. Lars Leymann und Sascha Daniel hatten noch Chancen auf den Ausgleich. Doch als HSC-Torjäger Naser Capric kurz vor dem Ende zum 2:4 traf, war die Entscheidung gefallen. Letztendlich blieb also eine Überraschung aus. Dennoch hat sich der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide gegen den Spitzenreiter hervorragend aus der Affäre gezogen. Gelingt es dem Team, die Leistung aus der ersten Halbzeit auf das kommende Auswärtsspiel beim TuS Altwarmbüchen zu übertragen,
so sollte in dieser wichtigen Begegnung gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn etwas möglich sein.

TSV KK: Reinhold, Leymann, Schülke, Prick, Sumpf (ab 66. Minute Herrmann), A. Oliveira, Döpke, Thiemann, S. Daniel, Walter, Neumann; Trainer: Kallmeyer
Tore: 4. 1:0 Bastian Schülke, 43.2:0 Thomas Neumann, 53.2:1 Deniz Ay, 56.2:2 Mustafa Akcora, 60 .2:3 FE Florian Toussaint, 85. 2:4 Naser Capric