TSV KK unter Schockstarre

Yusuf Akdas trifft mitten ins rot-blaue Kämpferherz

Daran hatten die Spieler des Fußball-Landesligisten TSV Krähenwinkel/Kaltenweide schwer zu  knabbern: Im fünften Saisonspiel hatte das Team vom Waldsee im Auswärtsspiel beim SVBE Steimbke zur Pause mit 3:0 in Front gelegen, doch am Ende musste man sich mit einem 3:3 begnügen und das Warten auf den ersten Saisonsieg setzte sich fort.Sonntags darauf ging es nun in einem weiteren Duell auf fremdem Platz gegen den Heesseler SV. Und hier wurde deutlich: Die Krähen hatten das in Steimbke Geschehene gut verarbeitet. In Heessel zeigte das Team, das diesmal von Co-Trainer Dominik Chlawek gecoacht wurde – Ralf Przyklenk weilte im Urlaub – eine vorzügliche Leistung. Besonders die erste Halbzeit zeigte, wozu die Mannschaft imstande ist. Mit einer deutlichen Dominanz trat der TSVKK auf, hatte sicher mindestens 60 Prozent Ballbesitz, offenbarte ein großes Kämpferherz und eine immense Laufleistung. Auch spielerisch hatten die Krähen einiges zu bieten. Sowohl durch ansehnliches Kurzpassspiel als auch durch präzise zielführende Flanken drangen sie immer wieder gefährlich
in den gegnerischen Strafraum hervor. Der Heesseler SV wirkte dagegen oft etwas behäbig, Trainer Pascal Preuss formulierte es später drastisch und sprach gar von der schlechtesten Leistung seines Teams, seit er HSV-Trainer sei. Umso erstaunlicher war es daher, dass es nicht die Rot-Blauen, sondern die Grün-Weißen waren, die mit einem Vorsprung in die Halbzeitpause gingen. Ihnen mag bis dahin oftmals nicht allzu viel gelungen sein, doch die Effektivität sprach für die  Heimelf. Das 1:0 fiel in der neunten Minute. Jan-Henrik Matthes brachte einen Eckball derart scharf vor das Krähenwinkeler Tor, dass Schlussmann Jan Helms sein ganzes Können aufbieten musste, um den Ball abzuwehren. Im Nachgang dieser Szene traf Steven Kriesten aus dem Pulk
heraus ins Netz. Danach hatten die Krähen die Partie eindeutig in ihren Händen. Nach einer Rechtsflanke von Tim Hübner scheiterte Renè Legien knapp. Dann schoss Philipp Schmidt einen Freistoß gefühlvoll um die Mauer, die vorn lauernde Zielperson Felipe-Marcel Böttcher konnte die Vorlage nicht nutzen. Zwei gute Schüsse von Philipp Schmidt sowie eine Gelegenheit für Marcel Kunstmann, bei der HSV-Keeper Nils Kühnen auf dem Posten war, führten ebenso wenig zum Ausgleich. Stattdessen schlug es dann auf der anderen Seite ein. Rodi Hezo bereitete die Chance von der linken Seite vor, und Halil Aydemir nutzte Heessels zweiten Torschuss zum  zweiten Tor. Noch vor der Pause gelang dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide der hochverdiente Anschlusstreffer. Eine Hereingabe von Philipp Schmidt von rechts beförderte Marcel Kunstmann mit seinem ersten Saisontor per Kopf ins Netz – Riesenjubel im rot-blauen Lager. Und noch größerer Jubel dann in der 57.Minute. René Legien erzielte das 2:2, der TSVKK war zurück im Spiel. Und die Mannschaft vom Waldsee sorgte auch weiterhin immer wieder für ansehnliche Aktionen. So brachte Tim Hübner den Ball per Rechtsflanke derart gefährlich vor das Heesseler Tor, dass Tibor Stutzke Mühe hatte, um gerade noch zum Eckball zu klären.
Und Marcel Kunstmann luchste Heessels Abwehrroutinier Marc Wielitzla einen sicher geglaubten Ball ab und lief sogleich auf das Tor zu, wo Nils Kühnen aufgepasst hatte. Doch dann Aufregung  auf der anderen Seite. Die Heesseler bekamen einen Foulelfmeter zugesprochen, und Halil Aydemir sorgte für das 3:2. Die Berechtigung dieses Strafstoßes war äußerst zweifelhaft. Da in einer anderen Szene, als Heessels Jan-Henrik Matthes deutlich im Strafraum gefoult war, der viel eher berechtigte Pfiff von Schiedsrichter Malte Quoos ausblieb, kann man von einer Art ausgleichender Gerechtigkeit sprechen. Indes kamen die Krähen schnell zurück. Mit seinem zweiten Treffer traf Renè Legien in der 75. Minute zum erneuten Ausgleich. Die Schlussviertelstunde brachte noch einmal viel Abwechslung. Auf Seiten des Heesseler SV schoss Niklas Bahn, der einst eine Profilaufbahn bei Hannover 96 angestrebt hatte, einen Freistoß über das Tor. Einen Schuss von Luca Tomhave konnte Oliver Pfeuffer ins Toraus köpfen, und bei einer Großchance von Niklas Bahn reagierte Jan Helms glänzend. Auf der anderen Seite des Platzes zeigten die Krähen bis zum Schluss ihren unbedingten Siegeswillen. Chlawek hatte die Offensive in Person von Yannic Reck noch einmal verstärkt. Der Stürmer hat sich mit neun Toren aus fünf Spielen für die zweite TSVKK-Mannschaft an die Spitze der Kreisliga-Torschützenliste geschossen, nun sorgte er auch im Landesligateam
für reichlich Wirbel. Nach guten Flanken von Böttcher und Hübner sowie einer weiteren
Kopfballchance stand Reck einige Male im Blickpunkt. Auch Kunstmann probierte es noch
einmal per Kopf. Doch dann kam die 92.Minute. Ein Freistoß für Heessel war die letzte Aktion dieser intensiven Partie. Yusuf-Islam Akdas legte sich den Ball zurecht – er traf daraufhin nicht nur ins Netz, sondern auch mitten ins rot-blaue Kämpferherz. Ein Treffer, der der Bezeichnung Traumtor vollauf gerecht wurde, für den TSVKK an diesem Nachmittag jedoch einem Alptraumtor glich. Die Begegnung endete schließlich mit 4:3 für den Heesseler SV – was für eine bittere Niederlage für so aufopferungsvoll kämpfende Krähen. In dieser Woche wird es unter anderem darum gehen, nach solch einem Rückschlag die  Köpfe wieder freizubekommen. Am nächsten Sonntag, den 16.September folgt um 15 Uhr das Heimspiel gegen den Heesseler SV. Zwei Tage später kommt es zum mit Spannung erwarteten Derby im Bezirkspokal-Achtelfinale. Der Klassiker zwischen dem TSV Stelingen und dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide wird am Dienstag, 18. September, um 18.30 Uhr angepfiffen.

Mannschaft: J. Helms, Marre, Pfeuffer, Dosch (ab 46.Heider), Hübner, Schorler, Schütz (ab 74. Reck), Schmidt, Legien, Böttcher, Kunstmann Trainer: Chlawek
Tore: 9.1:0 Steven Kiriesten, 33.0:2 Halil Aydemir, 41.1:2 Marcel Kunstmann, 57.2:2 Renè
Legien, 72.3:2 FE Halil Aydemir, 75.3:3 Renè Legien, 92.4:3 Yusuf-Islam Akdas