Über die erträgliche Leichtigkeit des Schneiens

TSV KK trotzt dem Wetter und besiegt Steimbke – am Sonntag kommt Heessel

Eine ellenlange Winterpause hat für den Fußball-Landesligisten TSV Krähenwinkel/Kaltenweide am letzten Sonntag endlich ein Ende gefunden. Nach einer pflichtspielfreien Zeit von mehr als drei Monaten traten die Krähen auf eigener Anlage
gegen den SV Brigitta-Elwerath Steimbke an. Dabei schienen sowohl das Spiel als auch
das Wetter einen Wettkampf zum Motto „Wer bietet mehr?“ ausgerufen zu haben. In
beiden Fällen ging es äußerst abwechslungsreich zu. Während es auf dem Rasen vier
Tore, einen verschossenen Elfmeter, einen Platzverweis und eine „billardesque“
Verhinderung eines Gegentreffers gab, bot die Witterung zunächst leichten Regen,
der dann immer stärker wurde, sich danach mit Schnee vermischte und schließlich in
heftigem Schneefall mündete.
So zeigten sich viele der rund 200 Besucher, die den Bedingungen trotzten, verwundert,
dass das Spiel angepfiffen wurde. Es war die erste Partie in der zweiten Amtszeit von
Krähenwinkels Trainer Bernd Krajewski. Er hatte Tristan Schmidt von den A-Junioren
des TSVKK in die Startelf berufen. Schmidt absolvierte mit weiteren A-Jugendlichen die
Vorbereitungszeit mit der ersten Herrenmannschaft und hatte dort einen guten Eindruck
hinterlassen. In der vierten Minute konnte Steimbkes Torhüter Sebastian Schwarzenberg
den Youngster nur durch ein Foul stoppen. Marcel Kunstmann trat zum fälligen Strafstoß
an – doch der Kapitän verschoss. Zwölf Minuten danach dann die erste Gelegenheit für
den Gast, der als Tabellenletzter angereist war und unbedingt punkten musste, um die
vage Hoffnung auf den Klassenerhalt aufrechtzuerhalten. Ümit Tavan legte sich den Ball
aus rund 20 Metern auf halblinker Position zurecht. Sein Freistoß schlug im oberen
linken Torwinkel ein, und Steimbke lag mit 1:0 in Führung. Doch es dauerte nicht lange, bis  die Rot-Blauen die passende Antwort parat hatten. Nach einem Fehlpass der Gäste reagierte KK schnell und leitete einen Angriff ein, den Renè Legien nach einer Rechtsflanke von  Marcel Kunstmann mit dem Treffer zum 1:1 abschloss. Bis zur Pause verlief die Begegnung  recht ausgeglichen, entscheidende Szenen blieben jedoch Mangelware. Nach dem Seitenwechsel waren es die Krähen, die besser aus der Kabine kamen. Zunächst  hatten sie jedoch eine Schrecksekunde zu überstehen. Nach einem Steimbker Torschuss flog der Ball an einen Innenpfosten, sprang von dort an den anderen Innenpfosten und fand schließlich seinen Weg zurück auf das Feld. Durchatmen allenthalben bei jenen, die es mit den Rot-Blauen halten. Mit zunehmender Spieldauer wurde das Krajewski-Team danach immer dominanter, deutlich Rückenwind gab das Tor zum 2:1 in der 58.Minute. Felipe-Marcel Böttcher ließ den Krähenanhang jubeln. Mittlerweile war es immer ungemütlicher geworden, und bei manchem SVBE-Spieler ließ sich die weiße Trikotfarbe nur noch erahnen. Beim ursprünglichen Termin im Dezember, als diese Partie ausgefallen war, herrschten angenehmere Bedingungen als nun beim Nachholtermin. Die Gäste dezimierten sich in der 70.Minute selbst. Torben Brauer unterlief ein wiederholtes Foulspiel, und er erhielt die gelb-rote Karte. In Überzahl war es dann Andreas Bart vorbehalten, das dritte Tor für den TSV KK zu erzielen. Schon im Hinspiel hatte der Verteidiger getroffen, nun sorgte Bart in Minute 72 für das 3:1. In Erinnerung an das Hinspiel, das nach einer Krähenwinkeler 3:0-Führung noch 3:3 ausgegangen waren, mahnte so mancher Besucher, sich noch nicht in Sicherheit zu wiegen. Und der Tabellenletzte zeigte auch in Unterzahl großen Kampfgeist. Doch KK blieb in dieser zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft. Louis Trollmann, Marcel Kunstmann oder Yannic Reck hätten das Ergebnis noch ausbauen können, was nicht zuletzt dank des guten Steimbker Keepers Sebastian Schwarzenberg nicht gelang. Dieses war jedoch zweitrangig. Entscheidend war, wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt eingefahren zu haben.
So sah man am Ende KK-Spieler, die bis aufs Knochenmark durchnässt waren. Die unbändige Freude über diesen Sieg konnte dies jedoch nicht schmälern.
Damit sind die Krähen bis auf einen Punkt an den ersten Nichtabstiegsplatz herangerückt.
Am Wochenende steht ein weiteres Heimspiel auf dem Programm. Der TSV Krähenwinkel/
Kaltenweide spielt am Sonntag, 17.März, um 15 Uhr am Waldsee gegen den Heesseler
SV. Einen eigenen Erfolg vorausgesetzt, könnte das Team bei entsprechenden Resultaten
der Konkurrenz über den Strich klettern. Der TSV KK hofft auf viele Zuschauer – und auf
besseres Wetter. Als Mannschaft des Tages werden sich die 2. E-Junioren den Besuchern
präsentieren.

Mannschaft: Pigors, Bart, Marre, Tegtmeyer, T. Schmidt (ab 72.Trollmann), Mücke, Pfeuffer, Legien, Heineking (ab 91.Groth), Böttcher (ab 89.Reck), Kunstmann Trainer: Krajewski
Tore: 14.0:1 Ümit Tavan, 19.1:1 René Legien, 58.2:1 Felipe-Marcel Böttcher, 72.3:1 Andreas Bart
Gelb-Rot: 70.Torben Brauer (Steimbke)
besonderes  Vorkommnis: 4.Sebastian Schwarzenberg (Steimbke) pariert Foulelfmeter von Kunstmann