Vier Minuten Auszeit entscheiden

2:0 - Sparta verpasst Punktgewinn in Helstorf

In vielen Ballsportarten kennt man inzwischen Auszeiten, also Spielunterbrechungen, die bei den jeweiligen Unparteiischen angezeigt werden können. Beim Fußball gibt es eine derartige Regelung noch nicht, aber dafür eine Halbzeitpause, die üblicherweise 15 Minuten umfasst. In Helstorf hatte es der Referee am Sonntag besonders eilig und bat beide Mannschaften bereits nach gut zehn Minuten wieder auf das Spielfeld. Den wiederum arg dezimierten Spartanern, die gerade einmal elf Spieler aufbieten konnten, fehlten wohl ausgerechnet jene vier Minuten an Regenerationszeit, wie sich wenig später im weiteren Verlauf der Partie herausstellen sollte.
Die Bedingungen waren für beide Kontrahenten auf sehr tiefem Geläuf alles andere als ideal, sodass die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Austragung eines Spieles unter diesen Voraussetzungen durchaus berechtigt gewesen wäre. So sind zum Beispiel zum gleichen Zeitpunkt in der Landesliga vier von acht Ansetzungen abgesagt worden. Standprobleme, Rutschpartien und somit ein nur schwer zu kontrollierendes Spielgerät ließen kaum einmal flüssige Kombinationen zu und so sahen die wenigen Getreuen an der Außenlinie eine Begegnung mit geringem Unterhaltungswert. Spartas Mini-Aufgebot zog sich dabei zunächst ganz achtbar aus der Affäre gegen eine Heimelf, die ziemlich einfallslos mit langen Bällen auf die Sturmspitzen um Oscar-Osey Asamoah agierte. Dieser war bei Kapitän Bilel Klhifi und seinen Nebenleuten jedoch bestens aufgehoben ebenso wie Helstorfs Torjäger Thorben Neugebauer, der von André Lange ausgeschaltet wurde. Allerdings passierte auch auf der Gegenseite nicht viel Aufregendes, was ein Eckenverhältnis von 1:1 nach gut einer halben Stunde Spielzeit bestens dokumentierte. Ein erstes Ausrufezeichen setzte Steven Schmeisser in der 33. Minute, der auf Vorarbeit von Dennis Schweer im letzten Moment vom Germanen-Keeper Christian Deckert gebremst werden konnte. Sein Gegenüber im Tor der Schwarz-Gelben, Bernd Winkler, lieferte seinen ersten echten Arbeitsnachweis zwei Minuten vor dem Seitenwechsel ab, als er Lukas Könnemanns Kopfballverlängerung reaktionsschnell um den Pfosten lenkte. „Das wird in der zweiten Halbzeit ein reines Geduldsspiel, in dem vielleicht eine Unachtsamkeit entscheidend sein kann“, mutmaßte Spartas Coach Zoran Aladzic beim Gang in die Kabinen.
Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff hätte diese These fast Wirklichkeit werden können. Sowohl Matthias Pollmann als auch sein Pendant Steven Schmeisser verpassten nacheinander zwei hochkarätige Einschussmöglichkeiten. Ein Treffer zu diesem Zeitpunkt wäre möglicherweise der Knackpunkt in dieser Partie zu Gunsten der Silbersee-Elf gewesen, die sich eine Viertelstunde später quasi eine verhängnisvolle vierminütige Auszeit nahm. Beim Führungstreffer von Lukas Könnemann in der 64. Minute ließ man sich förmlich überlaufen, nachdem zuvor bei einem Freistoß in der gegnerischen Hälfte sogar eine eigene Torchance bestand. Als Daniel Hupp in der 68. Minute seinen Gegenspieler im Strafraum regelwidrig zu Fall brachte, entschied Schiri Karsten Ritter aus Mardorf prompt auf Elfmeter, den erneut Könnemann zum 2:0 verwandelte. Zwar fanden die Spartaner nach diesem unfreiwilligen Einbruch wieder zurück ins Spiel, allerdings fehlte es an der nötigen Durchschlagskraft, um gegen nun tief stehende Gastgeber zu nennenswerten Chancen zu kommen.
Fazit: Vier Minuten Blackout haben einen Punktgewinn verhindert.
Zum letzten Spiel in diesem Jahr erwarten die Spartaner am Sonntag den Tabellennachbarn vom TSV Luthe, der im Hinspiel klar mit 5:2 distanziert werden konnte. Beide Teams stehen noch im Abstiegskampf und der Gewinner könnte den Abstand zu Platz fünfzehn auf beruhigende 12 Punkte vergrößern. Spielbeginn ist um 14 Uhr am Silbersee.