Vom Lieblings- zum Angstgegner

Vor dem Spitzenspiel lassen die Top-Teams Federn

Am nächsten Sonntag ist es so weit. Dann steigt am Waldsee das Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga, wenn der gastgebende Tabellenzweite TSV Krähenwinkel/Kaltenweide auf Tabellenführer STK Eilvese trifft. Eine Woche vor dem Gipfeltreffen haben beide Teams Rückschläge verkraften müssen. Eilvese verlor auf eigenem Platz mit 1:2 gegen den FC Lehrte, und die Krähen mussten sich Niedersachsen Döhren geschlagen geben. Wieder mal, möchte man sagen,
denn die Döhrener haben sich in den letzten Jahren zu einem regelrechten Angstgegner des TSV KK entwickelt. Dabei hat das Team aus Hannover diesen Nimbus erst seit einigen Jahren inne. Wirft man einen Blick in die Chronik, stellt man fest, dass KK früher äußerst gerne gegen Döhren antrat. Mehr noch: Bis 2008 gab es nicht eine einzige Niederlage für die Rot-Blauen. Doch seitdem
gingen die Krähen in zehn Vergleichen siebenmal als Verlierer vom Platz. Die Niederlage vom letzten Sonntag war durchaus verdient, denn der TSV KK hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt, an dem kaum etwas gelang. Und an dem es schon nach sieben Minuten einschlug. Die Qualitäten von Döhrens Stürmer Oliver Grefe sind allseits bekannt, dennoch hatten die Krähen ihn außer acht gelassen. Prompt stand es 1:0 für Döhren. Die erste gute Offensivaktion hatte das Waldsee-Team in der 16. Minute. Philipp Schütz schlug einen langen Ball auf Benjamin Sumpf. Dieser rannte auf der rechten Seite nach vorne und flankte dann in den Strafraum. Das Zuspiel fand jedoch keine Abnehmer und war symptomatisch für den weiteren Spielverlauf. Immer wieder versuchten es die Krähen mit langen Bällen nach vorne. Doch vielen Zuspielen fehlte es an der nötigen Präzision, und so landete das Spielgerät immer wieder beim Gegner. Besser machten
es die Döhrener in der 20.Minute. Sipho Mndebeles Flanke von der linken Seite landete genau bei Stefan Sennhenn, der zum 2:0 einköpfen konnte. Ein Foul an Marc Ulrich im Strafraum brachte dem TSV KK und dessen zahlreich vertretenen Anhang neue Hoffnung. Philipp Schmidt verwertete den fälligen Elfmeter gewohnt souverän zum Anschlusstreffer. Aber im direkten Gegenzug hatte die SpVgg mit dem Treffer zum 3:1 durch Jannik Höpner die passende Antwort parat.
In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit sah es so aus, als wollten die Krähen zur großen Aufholjagd ansetzen. Nach einem Freistoß von Philipp Schmidt scheiterte Philipp Schütz knapp per Kopf, und kurz darauf konnte der eingewechselte Tim Linnemann eine große Möglichkeit nach schönem Zuspiel von Adrian Zimmermann nicht nutzen. Die Krähen waren in der zweiten Halbzeit das etwas überlegene Team, hatten mehr Spielanteile und am Ende 10:3 Ecken, während Döhren im gesamten zweiten Spielabschnitt nur eine nennenswerte Torchance besaß, als Stefan Sennhenn bei einem Konter an Jan-Hendrik Helms scheiterte. Dennoch schaffte es der Gast nicht, in dieses Spiel zurückzufinden. Krähenwinkels Trainer Bastian Schülke brachte für die letzte Viertelstunde einen zweiten Stürmer und stellte im Abwehrbereich auf eine Dreierkette um. Doch auch diese Maßnahmen
brachten nicht den gewünschten Effekt. Ein guter Freistoß von Philipp Schmidt aus rund 30 Metern wurde von Döhrens Torhüter Sven Rösler glänzend pariert, und auf einen Schuss von Lauri Schwitalla reagierte der starke Rösler mit einem großartigen Reflex. Dann hatten die Krähen auch noch Pech, als ein weiterer Schwitalla-Schuss von Döhrens Jan Häseler von der Torlinie geköpft wurde.
Zu Recht sprach Bastian Schülke nach dem Spiel von einem „gebrauchten Tag“, gab sich zugleich aber auch kämpferisch, was die nach wie vor großen Aufstiegsambitionen betrifft. In der Hinrunde
reagierten die Krähen auf die Niederlage gegen Döhren mit einem grandiosen Spiel gegen den STK Eilvese. Ob sie dieses in der Rückrunde wiederholen können?

Mannschaft: J. Helms, Sumpf (ab 61.Bart), T. Schmidt, Oliveira, S. Helms (ab 76.Schwitalla), A. Ulrich, P. Schmidt, Mücke (ab 46.Linnemann), M. Ulrich, Zimmermann, Schütz Trainer: Schülke
Tore: 7.1:0 Oliver Grefe, 20.2:0 Stefan Sennhenn, 30.2:1 Fouielfmeter Philipp Schmidt, 32.3:1 Jannik Höpner