„Vorrangig sind Jugendkonzepte wichtig.“

Holger Kunze bewirbt sich um Vorsitz in der Fußballabteilung

(rt). Mit seiner Ehefrau und seinem 8-jährigen Sohn Max, der in der E-Jugend des SC Langenhagen spielt, wohnt er in Altwarmbüchen. Seit Kindesbeinen jagt er dem runden Leder hinterher. In der Jugend hat er mit Dieter Schatzschneider beim OSV Hannover gespielt. Später war der 55-jährige Gastronom beim TSV Burgdorf in der Verbandsliga aktiv. Eine schwere Verletzung stoppte seine aktive Laufbahn. Nun will Holger Kunze den vakanten Posten des Fußballabteilungsleiters übernehmen. Am kommenden Mittwoch steht die Wahl an. In Langenhagen kennt er sich gut aus, war in der Ü32 aktiv, hat die 2. Herren trainiert und unter Hilger Wirtz 2 Jahre als Kotrainer agiert. Über den möglichen Wechsel vom grünen Rasen in die Funktionärsebene sprach er mit Echo-Mitarbeiter Rainer Thode.

Echo: Nach einem halben Jahr als Ligaobmann hast Du im vergangenen Jahr überraschend Deinen Posten zur Verfügung gestellt. Was war passiert?

Holger Kunze: Der Abteilungsleiter Michael Kauke hatte andere Konzepte. Wir hatten unterschiedliche Ansichten über die Ausrichtung im Jugendbereich. Es fehlte die entsprechende Kommunikation. Kauke hat neue Ideen blockiert.

Echo: Wie kam es dazu, dass Du Dich auf diesen Posten beworben hast?

Holger Kunze: Wir haben viele junge, engagierte Trainer im Jugendbereich. Einige habe ich nach Langenhagen geholt. Die wollten beim SCL etwas bewegen, Leben reinbringen. Doch die Konzepte meines Vorgängers kamen nicht gut an. Die Trainer haben dann angefragt, ob ich Interesse am Posten des Abteilungsleiters habe, da sie mit mir ihre Ideen verwirklichen können. Denn in erster Linie geht es um den Verein.

Echo: Welche neuen Ideen hast Du?

Holger Kunze: Wir müssen wieder Stabilität in den oberen Jugendbereich bekommen. Die B-Jugend hat in dieser Saison bereits den dritten Trainer! Kooperationen mit benachbarten Vereinen sind angedacht. Wenn möglich sollte es für jeden Jahrgang 3 Jugendmannschaften geben. Jugendturniere sind geplant, unter anderem im April mit Mannschaften vom VfL Wolfsburg, Hannover 96, Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf. Es werden in regelmäßigen Abständen Trainerabende stattfinden. Insgesamt muss das Vereinsleben mehr gefördert werden. Das geht allerdings nicht von heute auf morgen.


Echo: Was muss sich in Zukunft beim SC Langenhagen verändern?

Holger Kunze: Das Image des Vereins hat in den vergangenen Monaten sehr gelitten. Die Außendarstellung muss wieder positiv gestaltet werden. Vorrangig sind die Jugendkonzepte wichtig, um nicht von anderen Vereinen abhängig zu sein. Dann erst kommt der Herrenbereich dran.

Echo: Nicht nur die A- und B-Jugend kämpfen gegen den Abstieg. Auch die Oberligamannschaft der Herren steht kurz vor dem Abgrund. Wie siehst Du die Lage um Trainer Stefan Gehrke?

Holger Kunze: Wir müssen für die Planungssicherheit bis März ein Konzept für die Oberligamannschaft erarbeiten. Mit dem Zugriff auf das Zahlenwerk kann dann über den weiteren Werdegang des Leistungsfußballs entschieden werden.

Echo: Welche Posten sollen unter Deiner Führung besetzt werden?

Holger Kunze: Neben dem Abteilungsleiter wird ein Posten für den jüngeren Jugendbereich von der D-Jugend abwärts geschaffen. Es wird einen Jugendleiter und eine Bürokraft geben. Es darf nicht wie in der Vergangenheit vorkommen, dass niemand auf Anfragen von Verband oder Presse reagiert. Die Jugendlichen sollen zudem bei uns einen Anlaufpunkt finden.

Echo: Warum sollten die Mitglieder Dich am kommenden Mittwoch zum neuen Fußballabteilungsleiter wählen?

Holger Kunze: Ich habe sowohl die aktive als auch die passive Seite im Fußballsport kennengelernt. Ich denke, ich kann mich gut in die Sportler reinversetzen. Ich habe ein offenes Ohr für jegliche Belange. Wir wollen doch alle Spaß an unserem Hobby haben und ehrlich miteinander umgehen. Ich gehe positiv an die Sache ran. Die Vergangenheit lasse ich ruhen und gucke nach vorn.

Echo: Vielen Dank für das Interview und alles Gute für den kommenden Mittwoch.