Zwei Punkte verschenkt

3:3: Sparta bringt Favoriten ins Wanken

Man wusste im Lager Spartas nach dem Abpfiff einer sehenswerten Partie gegen den Tabellendritten und ambitionierten Meisterschaftsanwärter aus dem Garbsener Ortsteil Schloß Ricklingen nicht so recht, ob Freude über einen Punktgewinn angebracht war oder doch eher der Verlust zweier Zähler beklagt werden sollte. Coach Klaus Bornträger neigte in seinem Resümee sicherlich nicht ganz zu Unrecht zu letzterem, indem er anführte:„Meine Truppe hat sich für ihren couragierten Auftritt nur unzureichend belohnt, heute hätten wir einen Dreier verdient!“ Dieser Ansicht schloss sich auch Spartas Ehrenvorsitzender Otto Fragge an, der nach eigenem Bekunden seine Schwarz-Gelben in dieser Saison noch nie so stark hatte auftrumpfen sehen. Von Beginn starteten die Platzherren selbstbewusst und geradezu kess in diese Begegnung und kontrollierten Ball und Gegner. Christian Recht, ansonsten in den hinteren Reihen für das Verhindern von Gegentoren zuständig, wagte sich in der siebten Minute nach vorn und bewies prompt Vollstreckerqualitäten, in dem er einen Querpass entschlossen zur Führung verwandelte. Beflügelt von diesem frühen Treffer machte sich die Silbersee-Elf daran, die Gäste weiterhin unter Druck zu setzen und mehrfach stand nur TSV-Keeper Christian Reich einem erfolgreichen Torabschluss im Wege. Jedenfalls bis zur 32. Minute, dann nämlich fand der agile Alexander Steinpreis auf Vorlage Sükrü Temins die Lücke und sein sechstes Saisontor bedeutete das zu diesem Zeitpunkt hochverdiente 2:0. Warum Spartas Abwehr in dieser Spielzeit bisher als Achillesferse angesehen werden muss, dokumentierte der Anschlusstreffer nur zwei Minuten später. Es sprach allerdings für die intakte Moral der Gastgeber, dass man weiterhin mit gefälligen Kombinationen aufwartete und bei großen Chancen durch Ali Gürek und den glücklosen Sükrü Temin nur knapp einen höheren Pausenstand verpasste. Hoher läuferischer und spielerischer Aufwand, zu geringer Ertrag – so ließ sich das Geschehen bis zum Seitenwechsel auf einen Nenner bringen. Vollends auf den Kopf gestellt wurde der Spielverlauf samt Ergebnis nach knapp einer Stunde. Schlussmann Kevin Nöhren ließ sich dabei erneut vom Ex-Stelinger Marc Nowak überraschen und räumte danach entnervt das Feld. Tayfun Samast übernahm fortan seinen Part. Wer nun geglaubt hatte, dass Schloß Ricklingen die Initiative übernehmen würde, sah sich getäuscht. So konnten die Gäste von Glück reden, als ihr Verteidiger Tobias Lienert bei Ergün Güreks Schuss spektakulär vor der Torlinie rettete. Yilmaz Temin zeigte sich bei einer Hereingabe seines Namensvetters Sükrü in der 75. Minute reaktionsschnell und vollendete gekonnt zur erneuten Führung, die bis in die Nachspielzeit Bestand hatte. Zum Leidwesen Spartas sicherte Sören Glenewinkel mit einem wahrhaftigen Glückstor seinem Team noch einen kaum mehr erwarteten Zähler (90. Minute +2. Minute).
Vor einer weiteren hohen Hürde dürften die Spartaner am Sonntag um 15 Uhr beim Bezirksliga-Absteiger TSV Berenbostel stehen, derzeit ungeschlagen auf dem zweiten Tabellenplatz. Viel wird davon abhängen, ob es den Schwarz-Gelben gelingt, hinten einmal „dicht zu machen“!

Aufstellung: Kevin Nöhren (59. Minute Dennis Locmelis); Korkmaz Gürek, Selami Karagülle, Christian Recht, Marcel Damerius, Yilmaz Temin, Ali Gürek, Sükrü Temin, Alexander Steinpreis (86. Minute Tayfun Ciytak), Ergün Gürek, Tayfun Samast.