Feuerwerk der Akkordeonmusik

ACL 74 feierte drei Tage Geburtstagsfest mit Gastvereinen

ACL. 40 Jahre Akkordeon-Club-Langenhagen 74 – das sollte riesig gefeiert werden und in einem Konzert der Superlative gipfeln. Genau das ist dem Verein am vergangenen Wochenende gelungen. Ein kleines Akkordeonfestival mit befreundeten Orchestern und Ensembles aus Hof (Bayern), Ditzingen (Badenwürttemberg), Winsen an der Aller und den eigenen Orchestern des ACL.
Seit eineinhalb Jahren plante das Vereinsteam um den 1. Vorsitzenden Jan Hülsmann dieses Event, um es unvergesslich zu machen. Der Termin wurde bewusst auf das Feiertagswochenende gelegt, damit die Gastvereine gemütlich anreisen und sich Langenhagen und seine Umgebung in Ruhe angucken konnten. Auch wenn diverse Gegenveranstaltungen es schwierig machen könnten. Der erste Empfang fand in den clubeigenen Räumen statt und bei einer zünftigen Kennenlernparty, wurde so manches Glas geleert, viel musiziert, manches Lied gesungen und außerdem lecker gespeist. Die Gäste griffen sich schnell ein Akkordeon und ließen es sich nicht nehmen mit handgemachter Musik im Clubheim ein zu heizen. Bis spät in die Nacht wurde geschunkelt, gelacht und erzählt – denn Musik verbindet, das ist klar!
Am nächsten Tag startete der große Konzertmarathon und am Vormittag reisten noch weitere Gäste an, die beim großen musikalischen Jubiläumskonzert mitwirken wollten. Viele fleißige Hände halfen beim Aufbau und einiges an Generalproben war erforderlich, um die vielen Spieler möglichst mit wenig Zeitaufwand aber doch perfekt präsentieren zu können.
Das Konzert begann pünktlich am Nachmittag und trotz des herrlichen Spätsommer Wetters, fanden viele Besucher und Freunde der Akkordeonmusik den ungewohnten Weg in den Theatersaal.
Alles klappte super, und nachdem die Kleinsten als Nachwuchsorchester und das Jugendorchester des Vereins und zum Schluss alle zusammen mit dem 1. Akkordeonorchester großartig gespielt hatten, waren die Gäste dran. Das Quintett aus Ditzingen präsentierte höchste Virtuosität auf dem Instrument und das Publikum war sofort begeistert. Das war schon fast die Profiklasse und der Verein aus Baden Württemberg hat schon viele Preise von Wertungsspielen mit nach Hause gebracht. Die Hobbyakkordeonisten aus Bayern von der Musikschule der Hofer Symphoniker zeigten mit ihrer Musik, wie wunderbar leicht und fröhlich das Instrument klingen kann. Mit großer Spielfreude und großartigem Engagement des Dirigenten, Bernd Rose, gewannen die Akkordeonisten der etwas älteren Generation die Herzen des Publikums.Nach der Pause übernahm das Orchester des Akkordeonvereins Winsen (Aller) das Programm und der musikalische Leiter des Gesamtjubiläumskonzertes, Dietmar Steinhaus, zeigte was er persönlich dem Akkordeon für einen gefühlsvollen Ausdruck entlocken konnte. Mit der Musik von Astor Piazolla verschmolz der Solist immer wieder mit der Orchesterbegleitung, die ihn wunderbar durch das Stück trug. Viel Applaus gab es bis dahin schon für alle Akkordeonisten und endlich durfte auch der Gastgeber sein Können präsentieren. Mit Starlight Express entführte das Orchester die Zuhörer in eine wundervolle Welt eines kleinen Jungen, der mit Zügen spielt und um sich herum alles vergisst. Die wundervolle, klangvolle und doch warm und voluminöse Stimme der Mezzosopranistin Lisa Hintzke erfüllte den Theatersaal und bescherte so manchem Zuhörer vom ersten Ton an ein absolutes Gänsehaugefühl. Bei allen weiteren Stücken konnte die hervorragende Sängerin ihr Können präsentieren und verlieh den Stücken „The Time of my life“ aus Dirty Dancing und „What a feeling“ ausdrucksstarke Momente. Das Publikum war begeistert und feierte die Sängerin mit ihren Musikern lautstark.
Der Konzerthöhepunkt war das Arrangement von Dietmar Steinhaus über James Bond Classics, Themen aus den weltbekannten James Bond Filmen, die von allen Orchestern und Ensembles gemeinsam präsentiert wurden. Und dass es nicht einfach sein kann, etwa 60 Akkordeonisten unter einen Hut zu bekommen, dürfte alle klar sein. Doch Dietmar Steinhaus hatte alles im Griff und konnte auch die bezaubernde Klavierpianistin Erika Neufeld und den aussergewöhnlich einfühlsamen Schlagzeuger Marvin Bublitz wunderbar einbauen. Auch Lisa Hintzke überraschte noch einmal mit Ihrer wunderbaren Stimme, die wie plötzlich aus dem nichts kam und begleitete die vielen Akkordeonisten.
Das Publikum war begeistert und forderte lautstarke Zugaben, die auch gleich von allen dar geboten wurden. Mit „One Moment in Time“ und „I will follow him“ aus dem Musical Sister Act verabschiedeten sich die Musiker glücklich aber auch geschafft von ihrem wunderbaren Publikum.