Kultur und Unterhaltung gut kombiniert

Über 100.000 Kürbisse werden Jahr für Jahr auf dem Erlebnishof Klaistow zu Figuren geformt. (Foto: SoVD)
 
Die SoVD-Reisegruppe probierte auch die verkürzte Gondelfahrt im Wörlitzer Park aus. (Foto: SoVD)

SoVD-Ausflug zur Kürbisausstellung und zum Wörlitzer Park

Krähenwinkel-Kaltenweide. Knapp 40 Mitglieder und Gäste des SoVD-Ortsverbands unternahmen eine Fahrt nach Klaistow in Brandenburg zur Kürbisausstellung unter dem diesjährigen Motto „Kürbis Maximus“. Anschließend ging es weiter zum Wörlitzer Park in Sachsen-Anhalt.
Die aus 100.000 Kürbissen bestehenden, riesigen Kürbisfiguren werden durch Draht in Form gehalten. Seit über zehn Jahren entwirft das Künstlerteam um Pit Ruge die abwechslungsreichen Kürbisfiguren auf dem Spargel- und Erlebnishof Klaistow. Das Grundgerüst besteht dabei aus Holz, Draht und Stroh. Die unterschiedlichen Farben erhalten die Figuren durch Verwendung verschiedener Kürbisarten. Dem diesjährigen Motto entsprechend werden beispielsweise römische Bauwerke nachempfunden, und Asterix und Obelix dürfen natürlich nicht fehlen. Eine Begleitausstellung zeigt 500 verschiedene Kürbisse aus aller Welt. Viele von ihnen sind nicht essbar, die übrigen dürfen probiert werden. Außerdem können im Bereich des Kürbismarktes jene 30 Sorten käuflich erworben werden, die aus eigenem Anbau stammen. Im Hofladen wiederum sind neben vielem anderen Gemüse aus eigenem Anbau auch Kürbis-Marmelade und Kürbis-Nudeln erhältlich. Der so geweckte Appetit der Reisegruppe wurde beim Mittagessen in der Scheunenküche gestillt. Zur Wahl standen zahlreiche Gerichte mit Gemüse aus eigener Erzeugung. Zur Kürbissaison dürfen Kürbissuppe und Kürbisrösti natürlich nicht fehlen. „Lecker!“, urteilte die Reisegesellschaft. So gestärkt sollte es nun weiter gehen zum Wörlitzer Park, der Teil des Unesco Weltkulturerbes „Gartenreich Dessau-Wörlitz“ ist. Die Fahrt dorthin führte unter anderem über die Elbe, auf der aufgrund des Niedrigwassers der Betrieb der Fähren eingestellt war.

Fürst Franz baute sich sein eigenes England

Eigentlich wollte Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740 bis 1817) in England leben und nicht in Dessau oder Wörlitz. Doch das Schicksal und der Wille des Königs wollten etwas anderes und so baute er sich in seiner 60-jährigen Regierungszeit sein England in Wörlitz. Doch auch italienische Einflüsse sind unverkennbar, besonders wenn man, wie es die Gruppe des SoVD vorhatte, den großen Landschaftsgarten vom Wasser aus erlebt. Zahlreiche kleine Kanäle durchziehen die Parkanlage und bilden ein System von Sichtbeziehungen. Ausgangs- und Endpunkte bilden Gartenarchitekturen und Skulpturen. Es ist nicht überliefert, ob diese Kanäle jemals ausgetrocknet sind. Doch dieser Sommer war auch in Wörlitz so trocken, dass die vielen kleinen Kanäle, die an Venedig erinnern und mit eisernen Gondeln aus den 1930er Jahren befahren werden, nicht passierbar waren. So blieb der Reisegruppe in den meisten Fällen nur eine Fern-Sichtbeziehung vom Wörlitzer See aus, dem einzigen Bereich, der noch über genügend Wasser verfügte. Doch trotz dieses kleinen Wermutstropfens konnte man einen Eindruck von diesem einzigartigen Landesverschönerungsprojekt gewinnen, bei dem Fürst Franz fünf einzelne Gärten zu einem Gesamtkunstwerk verband.