Mehr als 2.000 malerische Fachwerkhäuser

Gruppenbild vor dem Rathaus in Quedlinburg. 

MTV-Vorstandsmitglieder besichtigen Quedlinburg

MTV Engelbostel-Schulenburg. Ziel der diesjährigen Vorstandsfahrt des MTV Engelbostel-Schulenburg war die historische Stadt Quedlinburg. Diese Stadt mit dem einmalig geschlossenen historischen Stadtbild ist in der ersten Reihe deutscher Fachwerkstädte aufgeführt und wurde 1994 in die UNESCO - Welterbeliste der schützenswerten Kulturgüter aufgenommen. In der Stadt drängen sich mehr als 2.000 malerische Fachwerkhäuser. Wie in einem bunten Bilderbuch lässt sich an den oft reich geschmückten Fassaden die Entwicklung dieser Bauweise über acht Jahrhunderte ablesen. Soviel zum Charakter dieser Stadt!
Vor Kurzem startete die MTV-Gruppe mit 23 Teilnehmern in Richtung Osten nach Sachsen-Anhalt. Das traditionelle Frühstück vor der Abfahrt durfte nicht fehlen. Brigitte und Wolfgang Laas hatten es wieder liebevoll zubereitet und in der „Tennisbutze“ des Vereins bereitgestellt. Erstes Ziel war die Talsperre Wendefurth im Ostharz. Hier hatte die Reiseleitung eine Führung durch das Innere der Staumauer eingeplant. Als Vorbereitung gab es eine Filmvorführung über Sinn und Zweck der Stauanlage und auch die technischen Daten wurden erklärt. Diese und auch die Rappbode-Talsperre dienen mit weiteren Stauanlagen im Rahmen des Rappbode-Talsperrensystems (etwa 50 Talsperren insgesamt) dem Hochwasserschutz im Ostharz. Zusätzlich versorgt sie Teile des Landes mit Trinkwasser und Energie. Unter der Leitung eines Mitarbeiters der Talsperren-Gesellschaft ging es anschließend hinab in das Innere der Staumauer. Niemand hatte sich vorher Gedanken darüber gemacht, welche Technik hier unten im Verborgenen vorzufinden ist. Seismographische Messungen und eine Regelung des Wasserdurchlaufs werden hier vorgenommen, und ein Generator für Stromerzeugung verrichtet hier unten seinen Dienst. Es war beeindruckend.
Weiter ging die Fahrt, bis man am späten Nachmittag Quedlinburg erreichte. Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung. Am Sonntagmorgen war ein dreistündiger Stadtrundgang geplant. Der Gästeführer empfing die MTVer am historischen Rathaus. Er hatte viel zu erzählen über die mehr als 1.000-jährige Geschichte der Stadt. Zum Beispiel, dass die Stadt ihre Bedeutung im zehnten Jahrhundert erlangte und Königspfalz wurde, in der die ottonischen Herrscher das Osterfest feierten. Sie erlangte den größten städtebaulichen Aufschwung nach dem 30-jährigen Krieg, als die meisten der 1.200 erhaltenen Fachwerkhäuser entstanden. Interessante Stationen waren unter anderem der Schuhhof, die Hölle, die Judengasse, der Marktkirchhof, der Kornmarkt und der Wordspeicher. Der Stadtführer erzählte viel über all diese Stationen und erläuterte die Entwicklung der Bauweisen, die über acht Jahrhunderte hinweg entstanden sind. Immer wieder bewunderte man die reich geschmückten Fassaden der Fachwerkbauten.
Nach dem schönen Erlebniswochenende ging es dann wieder zurück nach Engelbostel.
Die jährliche Fahrt unternimmt der Vereinsvorstand, um die Kommunikation untereinander zu fördern. Gleichzeitig bedeutet diese Fahrt auch ein Dankeschön für die umfangreiche ehrenamtliche Tätigkeit. Die Ehe- und Lebenspartner gehören selbstverständlich dazu, da sie die in Anspruch genommene Zeit für die Ämter mit akzeptieren und unterstützen. Die Ziele der Fahrten sind vorwiegend historische Städte im norddeutschen Raum.