Naturschutz mit der Motorsäge?

Ein starkes Team nach der Arbeit - NAJU und NABU Aktive haben Gewässer im Wietzepark gepflegt. (Foto: NABU Langenhagen/R. Meyer)

NAJU Langenhagen nimmt sich den Ufern im Wietzepark an

NABU Langenhagen. Naturschutz ist vielfältig. Aber Bäume mit Motorsägen zu fällen scheint auf den ersten Blick nicht gerade dazuzugehören. 20 Jahre lang wurden die im Wietzepark angelegten Gewässer sich selbst überlassen. Dadurch sind die Ufer zu gewuchert und Bäume verhindern, dass für viele Pflanzen- und Tierarten lebensnotwendiges Sonnenlicht auf die Gewässer fallen kann. Zusätzlich erhöht das in die Tümpel fallende Laub die Faulschlammbildung, was auf Dauer zu Sauerstoffarmut und zur Verlandung der Gewässer führt. Insbesondere Amphibienarten siedelten sich aufgrund des fehlenden Lichts nicht mehr an. Sie benötigen kleine, sich schnell erwärmende Gewässer, in denen sie ihren Laich ablegen können. Auch die Krebsschere, eine geschützte Wasserpflanze, ist auf besonnte Kleingewässer angewiesen. In einer Welt ohne Menschen würden große Pflanzenfresser die Gewässer zum Trinken aufsuchen und diese ganz natürlich offenhalten, indem sie die Sprösslinge der Bäume fressen oder zertreten. Da der Park nicht gerade für freilaufende Kühe oder Schafe bekannt ist, hat sich die NAJU Langenhagen seit 2019 den Ufern angenommen.
Nach einer viel zu langen Pause durch die Corona-Pandemie rückte die Naturschutzjugend den Bäumen in diesem Jahr wieder zu Leibe. Dabei hat sich an vier Terminen im Herbst ein deutlich sichtbares Ergebnis entwickelt. So lärmten im Park die Motorsägen, um die Bäume zunächst zu fällen. Im Anschluss kamen auch Äxte, Handsägen und Astscheren zum Einsatz, um die gefällten Bäume zu zerkleinern und zu entasten. Auch die Arbeitseffektivität verbesserte sich im Lauf der vier Termine deutlich. So wurde beim letzten Termin des Jahres eine Kette gebildet, um die Holzstücke vom Gewässer bis auf den Ablageplatz zu schaffen. Dabei wird immer wieder deutlich wie gut die Absprache innerhalb der Gruppe ist und was für eine starke Teamfähigkeit und Zusammenarbeit sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Der Altersschnitt der NAJU-Teilnehmer war von elf bis 22 breit gefächert. An zwei von vier Terminen waren außerdem Aktive vom NABU beteiligt.
Nur von Oktober bis Februar darf an den Ufern gearbeitet werden. Für diesen September gab es eine Ausnahmegenehmigung. Die Arbeit ist Teil eines Langzeitprojektes und wird noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Dafür werden immer helfende Hände gebraucht, um die beschriebenen Tätigkeiten zu erledigen. Neue Gesichter sind immer gerne gesehen. Freiwillige ab 10 Jahren können sich gerne per Mail bei der NAJU melden: vorstand@naju-langenhagen.de.
Weitere Informationen sind auf der Internetseite des NABU Langenhagen unter www.nabu-langenhagen.de und auf den Social-Media-Kanälen der NAJU bei Instagram und Facebook zu finden.