Zur kleinsten Sprachinsel Europas

Der SoVD schaute sich im Westen Niedersachsens um.

SoVD Langenhagen fuhr ins Saterland

SoVD Langenhagen. Eine Tagesfahrt des SoVD-Ortsverbandes Langenhagen führte unlängst zur kleinsten Sprachinsel Europas, ins Saterland. Das liegt im Dreieck Cloppenburg, Leer, Oldenburg.
In Barßel, dem „Venedig des Nordens“, ging es zunächst an Bord eines Schlickrutschers, um auf der Soeste durch das Ammerländer Moor zu schippern. Auf der zweistündigen Fahrt mit dem Flachbodenschiff ohne Kiel gab es interessante Informationen über diese sechs Meter mächtige Moorfläche. Das Niederungsmoor ist seit der Eiszeit entstanden. Seit gut 300 Jahren wird dort Fehnkultur betrieben, bei der Kanäle durch das Moor gezogen wurden, an denen dann durch die Errichtung von Moorkaten mit der Besiedlung begonnen wurde. Der gestochene Torf wurde unter anderem in einem Kokswerk verarbeitet und auch zur Herstellung von Aktivkohle (für die Reinigung von Trinkwasser) verwendet.
Ein Brunchbuffet an Bord sorgte für die nötige Stärkung, damit die Gruppe beim anschließenden Besuch im Moor- und Fehnmuseum in Elisabethfehn die Informationen über das Leben im und mit dem Moor vertiefen konnte. Die umfangreiche Sammlung zeigt Geräte, Moorpflanzen und –tiere und auch Moorleichenfunde. Auf der Außenfläche ist wüchsiges Hoch- und Niedermoor ebenso zu sehen, wie ein Moorlehrgarten, ein Buchweizenfeld, verschiedene Typen von Bohlenwegen und eine Moorkate.
Zum abschließenden Kaffeetrinken hieß der Mühlenverein in Scharrel in der urgemütlich eingerichteten Mühlenscheune die Gruppe „haatelk wäilkuumen in’t Seelterlound“. Hier erfuhren die Ausflügler, dass die Saterfriesen die kleinste anerkannte Sprachminderheit Deutschlands sind, saterfriesich als Amtssprache zugelassen ist und künftig sogar als Schulfach unterrichtet werden soll.
Wer mutig und beweglich war konnte nach dem Genuss des leckeren selbst gebackenen Kuchens noch ein paar Kalorien verbrauchen. Nach dem Aufstieg auf die Galerie der Mühle bot sich ein schöner Ausblick über Scheeßel, bevor es wieder auf die Heimfahrt ging.