Geflügel seit Montag in den Ställen

Heidekreis ordnet kreisweite Aufstallungspflicht für Geflügel an

Heidekreis.  Am 23. April 2021 wurde bei einer am südlichen Stadtrand von Soltau gefundenen Wildgans (Nonnengans) eine Infektion mit dem Virus der hoch-pathogenen „Aviären Influenza“, kurz Geflügelpest, vom Subtyp H5 N8 amtlich festgestellt. Vor dem Hintergrund dieses Nach-weises sowie weiterer positiver Fälle bei Wildvögeln in Niedersachsen ordnet nun die Vete-rinärbehörde des Heidekreises eine kreisweite Aufstallungspflicht für sämtliches gehalte-nes Geflügel - von Hühnern und Puten über Enten und Gänse bis hin zu Fasanen, Wachtel und Laufvögeln - bis auf Weiteres an. Sofern in den nächsten zwei bis drei Wochen keine weiteren neuen Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln im Heidekreis festgestellt werden und sich das Seuchengeschehen in Niedersachsen weiter beruhigt, wird diese zurzeit leider notwendige Aufstallungsverpflichtung umgehend wieder aufgehoben.
„Als Schutzmaßnahme für das heimische Hausgeflügel und der landwirtschaftlichen Betriebe, die Wirtschaftsgeflügel halten, muss der Heidekreis eine Aufstallungsverpflichtung anordnen. Die Gefahr des Eintrags des hochansteckenden Geflügelpestvirus in die Be-stände kann nur auf diese Weise wirkungsvoll reduziert werden. Für Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter gilt es jetzt, besonders wachsam zu sein und auf eine strikte Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen zu achten“, erklärt Dr. Thomas Krull, Fachbereichsleiter Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Heidekreises.
Im Landkreis gibt es rund 1.100 Geflügel haltende Bestände mit rund 390.000 Stück Geflü-gel, die es zu schützen gelte. In weiten Teilen ist der Heidekreis ein Wildvogeldurchzugs- und rastgebiet für zahlreiche wild lebende Wat- und Wasservogelarten. Die Veterinärbe-hörde hat daher die kreisweite Aufstallung von Geflügel in geschlossenen Ställen, mindes-tens aber dessen Unterbringung unter einer Schutzvorrichtung angeordnet. Diese Vorrich-tung muss aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten Abdeckung bestehen und an allen Seiten gegen das Eindringen von Wildvögeln, beispielsweise durch Draht oder Netze, gesichert sein. Des Weiteren wird auch auf die strikte Einhaltung der Bi-osicherheitsmaßnahmen hingewiesen. Es darf kein Oberflächenwasser für Tränken benutzt und auch nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert werden. Futter, Einstreu und alle für die Geflügelhaltung erforderlichen Gegenstände müssen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden.
Darüber hinaus sollte beim Betreten der Geflügelhaltung unbedingt gesondertes Schuhwerk getragen werden. Jägerinnen und Jäger sollten zudem jeglichen Kontakt zu Geflügel vermeiden, wenn sie mit Federwild in Kontakt gekommen sind.
Auffällige und vermehrte Todesfälle bei Geflügel sind dem Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Heidekreises unter der Telefonnummer (0 51 62) 97 03 06 zu melden. Ein direkter Kontakt mit toten oder kranken Wildvögeln sollte vermieden werden.
Die entsprechende Allgemeinverfügung wurde durch den Heidekreis erlassen und auf der Internetseite des Heidekreises unter www.heidekreis.de/bekanntmachung veröffentlicht. Sie gilt seit Montag, 26. April, bis auf Widerruf. Zuwiderhandlungen können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Weitere Informationen zum Thema Geflügelpest stehen auf der Internetseite des Nieder-sächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit unter dem Link: https://tierseucheninfo.niedersachsen.de zur Verfügung.