Heidekreis wird Modellregion

Hannover. Die mangelnde Unterrichtsversorgung ist auch aktuell noch immer ein großes Thema im Heidekreis. Zwar konnte das Land Niedersachsen zum Schuljahresbeginn 2019/20 insgesamt 1.710 neue Lehrer einstellen, diese bevorzugen aber ganz klar die städtischen Regionen und so bleiben im ländlichen Raum weiterhin viele Stellen unbesetzt. Eine Chance für den Heidekreis sehen die CDU-Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper und Karl-Ludwig von Danwitz nun im Sonderprogramm „Starke Sek-I- Schulen“, welches das Niedersächsische Kultusministerium aufgelegt hat. Neben Salzgitter, Holzminden, Nienburg und Wilhelmshaven wurde auch der Heidekreis ausgewählt.
Das Kultusministerium wählte dabei fünf Modellregionen aus, die unter einem Mangel an Bewerbern leiden. Kriterien waren die allgemeine Unterrichtsversorgung vor Ort, die Unterrichtsversorgung im Sek.-I-Bereich und eine stimmige regionale Verteilung im Land. Alle Haupt-, Real- und Oberschulen in diesen Regionen können freiwillig am Sonderprogramm teilnehmen und werden nun schriftlich vom Kultusministerium informiert. „In diesen Modellregionen soll beispielsweise die Flächenprämie für Lehrkräfte geprüft werden, die aus den Städten in den ländlichen Raum gehen. Weiter will das Land die Umzugskosten der  Lehrer vollumfänglich übernehmen und pragmatische Einsatzmöglichkeiten für Fachexperten schaffen, die selbst keine Lehrkräfte sind“, erklärt Gudrun Pieper. Auch das Projekt ‚Distanzlernen‘ halten von Danwitz und Pieper für vielversprechend. Hier soll die Digitalisierung den Unterricht per Videokonferenz- und Onlinesystemen sicherstellen. Darüber hinaus baut das Sonderprogramm in einer zweiten Säule auf landesweiten Maßnahmen auf, um die Unterrichtsversorgung in ländlichen Regionen weiter zu verbessern. Hier ist unter anderem vorgesehen, Gymnasiallehrkräften, die sich für drei Jahre verpflichten, an einer Sek-I-Schule zu unterrichten, im Gegenzug eine Stelle an einem Gymnasium zu versprechen. Auch der Quereinstieg soll weiter erleichtert werden.
„Wir warten nun schon sehr lange darauf, dass die Unterrichtsversorgung an unseren Schulen besser wird. Ein solches Modellprojekt ist eine große Chance für die Schulen im Heidekreis“, so die Abgeordneten.