Symbolischen Stolperstein aufgestellt

Mitglieder des Bündnis-gegen Rechts halten ein Großfoto aus Soltau aus der Zeit vorm Faschismus. Es zeigt, wie integriert Sally Lennhoff früher in der Soltauer Stadtgesellschaft war.

Bündnis gegen Rechts erinnert an Reichspogromnacht und aktuellen Rassismus

Heidekreis. Nachdem der Einsatz des von GEW, ver.di und DGB initierten Bündnis-gegen-Rechts zum im-voraus-verhindern von zwei bedeutenden AfD-Veranstaltungen in Hodenhagen und Soltau führte, nahm sich das Bündnis vor, lokale NS-Geschichte in Bezug zu setzen zu aktuellen Rassismus. Vor dem Haus, aus dem 1938 die jüdische Familie Lennhoff von bürgerlichen SoltauerInnen vertrieben wurde, stellte das Bündnis symbolisch einen großen kreativ gestalteten Stolperstein auf. Mit alten Fotos und einer Beschreibung der Zerstörung von Geschäft und Wohnung durch damalige Rathaus-Mitarbeiter und SA, wird an den 10.November 1938 erinnert, in dessen Folge Sally Lennhoff im KZ Theresienstadt ermordet wurde.
"Der Schoß ist fruchtbar noch" stellt das Bündnis fest und hat dazu zahlreiche aktuelle Zitate von führenden AfD-PolitikerInnen zusammen gestellt.
Die historische Nazi-Kampagne "Kauft nicht bei Juden" hat AfD-Bundéstagsabgeordneter Kay Gottschalk aufgegriffen und aktualisert: Man sollte "alle Bürger guten Willens auffordern: Boykottiert die Läden der Türken in Deutschland" (Stern 25.1.2018).
Marcel Grauf, AfD-Landtagsmitarbeiter in Baden-Württemberg steigert sich in den Satz: "Immerhin haben wir jetzt so viele Ausländer im Land, dass sich ein Holocaust mal wieder lohnen würde" (KONTEXT 16.2.19). Bereits 2015 hat Grauf erklärt: "Ich würde niemanden verurteilen, der ein bewohntes Asylantenheim anzündet" (KONTEXT 12.5.2018).
Dass AfD-Flügelmann Björn Höcke das Berliner Holocaust-Denkmal als "Denkmal der Schande" bezeichnet, ist hinlänglich ebenso bekannt wie Alexander Gaulands Verharmlosung der Nazi-Herrschaft als "Vogelschiss der Geschichte".
Das Bündnis gegen Rechts betont deshalb, wie wichtig es ist, aus der Geschichte für heute und morgen zu lernen und solchen RassistInnen keinen Raum und kein Podium zu gewähren. Die Aktion in der Fußgängerzone lockte viele neugierige PassantInnen an.