Thema Endlagersuche

Klingbeil für größtmögliche Transparenz

Heidekreis. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil hat vor Kurzem zu einer digitalen Informationsveranstaltung zur Suche nach einem Atommüll-Endlager eingeladen und über 50 Interessierte aus dem Landkreis Rotenburg und dem Heidekreis nahmen daran teil. Bei dem Gespräch waren Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerinitiativen, der Politik und der zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) dabei.
Klingbeil konnte den Vorsitzenden der Geschäftsführung der BGE, Stefan Studt, als Referent für seine Konferenz gewinnen. Gleich zu Beginn der Gesprächsrunde über die Videoplattform Zoom machte der heimische Bundestagsabgeordnete deutlich: „Für mich ist es besonders wichtig, in dem Prozess größtmögliche Transparenz herzustellen und im direkten Austausch mit den Menschen vor Ort zu stehen“, so der 43-Jährige. Aktuell befinde man sich am Beginn einer bundesweiten Suche nach einem geeigneten Standort für ein Atommüll-Endlager in Deutschland. „Für mich ist ganz klar, dass unsere Region aus verschiedenen Gründen dafür nicht geeignet ist“, so Klingbeil und ergänzte: „Da ich als Bundestagsabgeordneter gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen eng in das Standortwahlverfahren und die letztendliche Auswahl des finalen Standorts involviert bin, bin ich natürlich auch weiterhin ansprechbar, um die Bedanken von vor Ort aufzunehmen und in Berlin darzulegen.“
Bis 2031 soll die Entscheidung über ein Endlagerstandort fallen und bis 2050 mit der Lagerung begonnen werden. Die gesetzliche Grundlage dafür ist das Standortauswahlgesetz. „Wir haben gute Regel für das Verfahren beschlossen und Bundestag und Bundesrat sind bei der Auswahl beteiligt“, macht Klingbeil deutlich.
Im vergangenen September hat die BGE insgesamt 90 Teilgebiete in ganz Deutschland benannt, die voraussichtlich über günstige geologische Voraussetzungen für die Endlagerung hochradioaktiven Abfalls verfügen. Darunter sind auch Flächen in den Landkreisen Heidekreis und Rotenburg. Bei der Eingrenzung spielten ausschließlich geologische Kriterien eine Rolle. Die Bevölkerungsdichte oder der Trinkwasserschutz wurden bei der ersten Eingrenzung noch nicht berücksichtigt. „Ich bin mir sicher, dass unsere Region dann rausfallen wird – unter anderem, weil keine Gegenden mit Erdbebengefahr genutzt werden würden. Zudem sind wir aufgrund von Fracking, der Krebsfälle und der Trinkwassergewinnung eine wachsame Region“, so Klingbeil.
Stefan Studt wies bei Klingbeils Informationsveranstaltung nochmal auf eine ergebnisoffene, wissenschaftsbasierte und transparente Suche hin. Die Teilnehmer wiederum nutzen die Gelegenheit und stellten viele Fragen und bedankten sich für die Organisation der Informationsveranstaltung bei Lars Klingbeil. Dieser erinnerte nochmal an das Austausch-Angebot der BGE und machte deutlich, dass die Bürger natürlich weiterhin jederzeit auch auf ihn per Mail an lars.klingbeil@bundestag.de zukommen könnten.