Abendvortrag im Deutschen Erdölmuseum Wietze

Wietze. Am Mittwoch, 23. Oktober, um 19 Uhr gibt es im Deutschen Erdölmuseum Wietze einen Abendvortrag. Das Hänigser Teerkuhlenmuseum – Zeugnis für fast 500 Jahre Erdölgewinnung am Rande des Gifhorner Troges, ist das Thema, das Referent Thomas Degro aufgreift.
Die Hänigser Teerkuhlen werden erstmalig 1546 bei Georg Agricola in einem geologischen Fachbuch erwähnt. Neben den Gruben in Wietze, Edemissen und Oberg zählen sie zu den ältesten urkundlich erwähnten Erdölvorkommen in Norddeutschland. Über Jahrhunderte wurde aus zwei bis drei Meter tiefen Gruben, die mit Eichenbalken ausgezimmert waren, das dickflüssige Erdöl, auch „Hänigser Teer“ genannt, abgeschöpft und nicht nur als Wagenschmiere, sondern auch als Heilmittel für Mensch und Tier in der Region verkauft.
In dem Abendvortrag wird an ausgesuchten „Highlights“ auf Höhen und Tiefen der etwa 100 Jahre dauernden Erschließung der Ölvorkommen rund um den Hänigser Salzstock, beginnend mit der Hunäus II an den Teerkuhlen bis zum Abteufen der Rekordbohrung KLBG 6a, eingegangen. So werden getreu dem Motto „ vor der Hacke ist es duster“ sowohl unerwartete positive Überraschungen wie der „zweite Hänigser Frühling“ mit 64 Folgebohrungen nach einem jungfräulichen Ölfund in einer Wasserinjektionsbohrung als auch Sackgassen wie die abgebrochenen Pläne zur bergmännischen Gewinnung im Forstort Brand nach Wietzer Vorbild vorgestellt. Der Rausch des Erfolges und bittere Enttäuschung lagen oft sehr nahe beieinander. Der Eintritt für den Vortrag beträgt vier Euro, Mitglieder haben freien Eintritt.